Virtual Reality als soziales Erlebnis
Die Gründer des Düsseldorfer Holocafés sind längst keine Trendsetter, inzwischen mehren sich die öffentlichen Angebote, in denen Besucher in digitale Erlebniswelten eintauchen können. Bereits im November 2015 eröffnete in Wien die Virtual-Reality-Lounge Vrei.
Zu deren Angebot zählt nicht nur die HTC Vive, sondern auch eine Oculus Rift CV1, eine Samsung Gear VR sowie ein Racing-Simulator inklusive SimXperience Stage 1 Motion Simulator Set, damit Spieler die Rennen noch intensiver erleben können.
Die Kölner E-Sport-Bar Meltdown Cologne bietet ihren Besuchern bis Ende November 2016 dreimal wöchentlich ebenfalls die Gelegenheit, die HTC Vive in geselliger Runde auszuprobieren. Überhaupt scheint Virtual Reality eine sozialere Komponente zu besitzen, als viele zunächst vermutet haben. Über die Suchmaschine NearbyVR etwa teilen VR-Besitzer das Erlebnis mit Gleichgesinnten und laden diese zu sich ein. Professionelle VR-Bars und Spielhallen können sich ebenfalls auf dem Onlineportal anmelden.
Die neunziger Jahre lassen grüßen
Dass gerade jetzt Virtual-Reality-Spielhallen, -Cafés und -Bars vermehrt eröffnen, ist kein Zufall - und erst recht keine neue Idee. Bereits in den Neunzigern gab es weltweit einen VR-Hype. Allein in Berlin eröffneten in kürzester Zeit gleich mehrere Lokalitäten mit ähnlichem Ansatz. Neben dem Cyberspace-Café nahe des Bahnhof Zoo und der Future World am Europa-Center stellte das großzügig und modern eingerichtete Virtuality Café am U-Bahnhof Adenauerplatz die größte Lokalität dar. Es eröffnete im Oktober 1993 und bot vier Cyber-1000-Standgeräte sowie das Nachfolgemodell 2000, das heutigen Head-Mounted-Displays gar nicht unähnlich ist.
Die Spielstationen wurden mit Rechnern auf Basis von 80486-Mikroprozessoren von Intel betrieben. Eine Drei-Minuten-Partie kostete zwischen sieben und acht D-Mark - für die damalige Zeit ein stolzer Preis. Das Virtuality Café zog im Mai 1998 noch einmal in eine andere Location um und wurde dann Europas größtes Internet-Café. Doch Virtual Reality spielte ab diesem Zeitpunkt schon keine tragende Rolle mehr im Konzept und auch vergleichbare Einrichtungen wandten sich von der Idee ab, VR als Event-Erlebnis in ihr Geschäftsmodell zu integrieren.
Natürlich war die Technik seinerzeit noch lange nicht so weit, wie es HTC Vive und Oculus Rift heute sind. Trotzdem muss man sich die Frage stellen, warum Virtual Reality mittlerweile als Freizeiterlebnis funktionieren soll. Dass Spieleentwickler dank kostengünstiger Game-Engines ohne allzu viel Aufwand auf die Zielgruppe zugeschnittene Software erschaffen können, macht es für die Betreiber zwar deutlich einfacher als in den neunziger Jahren. Doch haben wirklich genügend Leute Interesse daran, ihre Freizeit in speziellen Einrichtungen zu verbringen und für die immersiven Erlebnisse mit VR-Spielen zu bezahlen?
Die Macher des Düsseldorfer Holocafés gehen mit einer realistischen Einstellung an die Sache heran. "Wir müssen zunächst abwarten, wie das Geschäft läuft. Deshalb sind die ersten drei Monate für uns ein Betatest", sagt Entwickler Oliver Eberlei. Sollte das Konzept funktionieren, wolle man weiter darauf aufbauen. "Wir planen bereits mit einer neuen Lokalität samt echten Café-Bereich", sagt Eberlei. Und wenn es schiefgeht? Darauf hat er eine klare Antwort: "Dann entwickeln wir weiter Software - wie bisher auch."
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| Holocafé: Cappuccino und VR für Vier, bitte! |
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Sag niemals nie. Ein gutes Heimkino ist auch halbwegs erschwinglich dennoch sind Kinos...
gibt es mittlerweile eine version wo jean luc keine mechanischen kiefer implantiert...
Soweit ich das verstanden habe verwenden die genau solch ein Cover... und zwar die...
Keine Angst vorm Scheitern (gerade in so einem Bereich) haben ist schon mal eine gute...