Hollywood-Kino und Streaming: US-Drehbuchautoren und Studios erzielen vorläufige Einigung
Nach fast fünf Monaten Streik gibt es eine "vorläufige Einigung" zwischen der Gewerkschaft der Drehbuchautoren und den großen Studios und Streaminganbietern in den USA. Dabei handele es sich um eine grundsätzliche Übereinkunft, die nun aber noch final abgestimmt werden müsse, erklärte die Writers Guild of America (WGA) in Los Angeles(öffnet im neuen Fenster) . Hollywoods Schreiber waren Anfang Mai 2023 in den Ausstand getreten.
"Wir können mit großem Stolz sagen, dass diese Einigung außergewöhnlich ist – mit bedeutenden Gewinnen und Sicherungsmaßnahmen für Autoren in jedem Sektor unserer Mitgliedschaft" , hieß es von der WGA. Details könnten allerdings noch nicht mitgeteilt werden.
Zudem stellte die WGA klar: Bis die Einigung finalisiert sei, halte der Streik an – auch wenn die WGA-Mitglieder nicht mehr für sich selbst, sondern höchstens noch zur Unterstützung der ebenfalls streikenden Schauspieler und Schauspielerinnen auf die Straße gehen sollten.
Seit Juli 2023 streiken auch die Schauspieler in Hollywood
Mehrere Tage lang saßen WGA-Vertreter und Vertreter des Dachverbands der Film- und Fernsehproduzenten (Alliance of Motion Picture and Television Producers/AMPTP) zuvor am Verhandlungstisch – erstmals seit vielen Wochen. An den Gesprächen hätten unter anderem Disney-Chef Bob Iger und David Zaslav als Chef von Warner Bros. Discovery teilgenommen, hieß es.
Nach erfolglosen Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen hatten die mehr als 11.000 Drehbuchautoren der Writers Guild Anfang Mai 2023 den Arbeitskampf begonnen . Die Schreiber forderten unter anderem Gehaltserhöhungen, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Zuschüsse für die Kranken- und Altersversorgung und eine Regelung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI).
Mitte Juli 2023 schlossen sich zudem die rund 160.000 Schauspieler der Schauspielgewerkschaft SAG-Aftra den Autoren mit ähnlichen Forderungen an. Die Fronten zwischen den Produzenten und der Schauspielgewerkschaft sind weiterhin verhärtet – seit Streikbeginn gab es bislang keine Gespräche.
Erster Doppelstreik in Hollywood seit über 60 Jahren
Der erste Doppelstreik von Schauspielern und Drehbuchautoren in den USA seit mehr als 60 Jahren hat Hollywood nahezu lahmgelegt. Durch den Arbeitskampf konnten praktisch keine Filme und Serien mehr gedreht werden. Streikbedingt dürfen Schauspieler auch keine Werbung für ihre Filme machen.
Filmstarts wurden verschoben, auch die Saison der Preisverleihungen ist betroffen. Der weltweit bedeutendste Fernsehpreis Emmy – ursprünglich für Mitte September 2023 angesetzt – wird nun erst im Januar 2024 verliehen.
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