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Hohe Server-Nachfrage: CPUs von AMD und Intel werden wohl teurer

AMD und Intel kommen mit der Produktion von CPUs nicht hinterher. Bei Servern sind die Auswirkungen bereits spürbar, bald wohl auch für Privatkunden.
/ Johannes Hiltscher
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Einigen PC- und Server-Herstellern fehlen bereits x86-Prozessoren. (Bild: Martin Böckmann/Golem.de, Nasa Hubble/Flickr; Montage: Golem.de)
Einigen PC- und Server-Herstellern fehlen bereits x86-Prozessoren. Bild: Martin Böckmann/Golem.de, Nasa Hubble/Flickr; Montage: Golem.de / CC-BY 2.0

Die Nachfrage übersteigt das Angebot, nicht nur bei Arbeitsspeicher , sondern auch bei Prozessoren. Wie die Wirtschaftszeitung Nikkei Asia aus Kreisen von Server- und PC-Herstellern sowie deren Zulieferern erfuhr(öffnet im neuen Fenster) , können AMD und Intel aktuell nicht ausreichend CPUs liefern. Lieferzeiten seien bereits von zuvor zwei auf acht bis zwölf Wochen gestiegen.

Seit Ende Februar sehen Dell und HP laut Bericht signifikante Lieferengpässe. Auch soll es bereits Preiserhöhungen gegeben haben, die aber mit 10 bis 15 Prozent deutlich moderater ausfallen als beim Arbeitsspeicher. Bei Desktop-CPUs ist dies aktuell noch nicht sichtbar, insbesondere im mittleren Preissegment sanken die Preise im Zuge der Vorstellung von Intels Core Ultra 200K Plus (Test) sogar leicht.

Doch für das zweite Quartal 2026 rechnet eine Führungskraft eines Gaming-PC-Herstellers, mit der Nikkei Asia sprach, mit sinkenden Produktionszahlen. Intel hatte bereits angekündigt , seine Fertigung stärker auf das Server-Segment zu konzentrieren. Auch bei AMD sind die Lieferengpässe wohl größer als bislang bekannt. CEO Lisa Su hatte Engpässe bei den kommenden Zen6-Epycs eingeräumt, der Bericht lässt aber erahnen, dass auch die aktuelle Zen5-Generation betroffen zu sein scheint.

Breite Aufstellung wird für AMD und Intel zum Problem

Für AMD und Intel wird dabei gerade ihre breit aufgestellte Produktpalette zum Problem: Beide fertigen Server- und Consumer-Prozessoren mit den gleichen Prozessen. Entsprechend konkurrieren diese um eine relativ feste Fertigungskapazität.

Bei Server-CPUs ist allerdings aktuell durch den KI-Boom die Nachfrage extrem hoch. Der treibt nicht nur die Bestellungen von GPU-Servern in die Höhe, auch die sonstige Rechenzentrumsinfrastruktur wächst mit. Schließlich müssen Daten auf File-Servern gespeichert und klassische Web-Dienste gehostet werden.

Der Gewinner ist ARM

Profiteur der Situation sind die Hersteller von Prozessoren mit ARM-Kernen. Die beschränken sich, zumindest aktuell noch, entweder auf Server- oder Consumer-Modelle. Insbesondere im mittleren Preissegment würden ARM-CPUs zunehmend attraktiv, Asus, Dell und HP sollen hier mehr Geräte planen. Bei Asus etwa sei der Anteil an Geräten mit ARM-CPU bei Copilot-PCs 2025 binnen eines Jahres von 20 auf 30 Prozent gestiegen.

Dennoch bleibt x86 sowohl im Server-Segment mit 78 Prozent als auch im PC-Segment mit 85 Prozent Anteil im Jahr 2025 dominant. In beiden Segmenten stieg allerdings in den vergangenen Jahren der Anteil an ARM-CPUs.


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