Abo
  • Services:
Anzeige
Der gefälschte Warnhinweis von Google.
Der gefälschte Warnhinweis von Google. (Bild: Smoking gun)

Hohe Phishing-Quote: So einfach ließen sich US-Politiker hacken

Der gefälschte Warnhinweis von Google.
Der gefälschte Warnhinweis von Google. (Bild: Smoking gun)

Die Veröffentlichungen von Wikileaks bringen die US-Politik in Schwierigkeiten. Die Hacks machen deutlich, welche Gefahren durch die Nutzung populärer E-Mail-Dienste wie Gmail entstehen.

Die E-Mail-Accounts zahlreicher US-Politiker sind durch simple Phishing-Methoden gehackt worden. Wie Motherboard berichtete, nutzten die Hacker dazu gefälschte Warnhinweise des E-Mail-Anbieters Google, um die prominenten Opfer zur Eingabe und Änderung ihres Passwortes zu bewegen. Die entsprechenden Fake-Webseiten verbargen die Hacker dabei mit Hilfe von URL-Abkürzern wie Bitly.

Anzeige

So erhielt Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta am 19. März 2016 einen angeblichen Warnhinweis von Gmail. Die Hacker gaben in den Mails vor, dass es beispielsweise von einer IP-Adresse in der Ukraine gelungen sei, sich mit dem Passwort des Nutzers einzuloggen. Zwar habe Google den Login-Versuch gestoppt, doch solle der Nutzer bitte sofort sein Passwort ändern.

9.000 Links ermittelt

Die Mails enthielten einen per Bitly verkürzten Link auf eine gefakte Website, auf der die Zugangsdaten geändert werden sollten. Deren URL sollte auf dem ersten Blick einem Google-Link ähnlich sehen. Einem geübten Nutzer würde eine Domain wie myaccount.google.com-securitysettings.tk allerdings sehr verdächtig vorkommen. Zudem enthielt die URL die mit Base64 kodierte Mail-Adresse des attackierten Nutzers. Hinter den Angriffen soll die russische Hackertruppe APT28 stecken, die auch unter den Namen Sofacy oder Fancy Bear bekannt ist. Seit dem 7. Oktober dieses Jahres veröffentlichte Wikileaks die E-Mails von Podesta, der auf die Phishing-Attacke hereingefallen war. Auch der frühere US-Außenminister Colin Powell war auf diese Weise gehackt worden.

Die Hacker sollen allerdings den Fehler gemacht haben, zwei ihrer Bitly-Accounts nicht auf privat zu setzen. Das US-Sicherheitsunternehmen Secureworks konnte daher rund 9.000 Links ermitteln, die zwischen Oktober 2015 und Mai 2016 auf rund 4.000 Gmail-Accounts zielten. Die Hacker nutzten vermutlich die URL-Verkürzung, damit die Mails nicht von Filtern und Schutzprogrammen als potenziell schädlich identifiziert wurden.

Clinton-Kampagne nutzt Google Apps

Möglich wurden solche Hacks auch dadurch, dass die Clinton-Kampagne über hillaryclinton.com beispielsweise den Google-Dienst Google Apps nutzte. Dieser erlaubt es Organisationen, Gmail als Maildienst einzusetzen. Das erleichterte es den Hackern, die typischen Login-Seiten von Google zu imitieren. Die Erfolgsrate soll enorm gewesen sein, wie aus einem Bericht von Buzzfeed hervorgeht. Demnach klickten von 108 Mitgliedern der Clinton-Kampagne 20 auf die Links, wie die Statistiken von Bitly zeigten. Beim Nationalkomitee der Demokratischen Partei (DNC) ließen sich 4 von 16 Nutzern auf die gefälschte Website locken.

Insgesamt soll jeder siebte per Phishing attackierte Nutzer sein Passwort verraten haben. Das behauptet der britische Sicherheitsforscher Thomas Rid in einer Analyse von Fancy Bear im US-Magazin Esquire. Mit solchen Phishing-Attacken lassen sich jedoch nicht nur Passwörter abgreifen, sondern kann auch Schadsoftware auf die Rechner von Nutzern gebracht werden. Auf diese Weise wurden beispielsweise die IT-Systeme des Bundestags großflächig infiltriert. Forscher fordern daher eine neue Sicherheitsarchitektur, da wegen der menschlichen Neugier kein 100-prozentiger Schutz vor Phishing-Attacken gewährleistet werden könne.


eye home zur Startseite
senf.dazu 24. Okt 2016

Im Prinzip seh ich das genauso - EIN Paßwort sollte es OPTIONAL noch geben können. Bei...

Allandor 24. Okt 2016

heutzutage wird alles als Hack-bezeichnet, womit man irgendwie an fremdsysteme kommt...

Rumpanzle 24. Okt 2016

keine Ahnung welchen Zero-Day die mir da unterjubeln könnten, aber ein einfaches Klicken...

Kyraler 24. Okt 2016

Könnten nicht die Browser Whitelists von sämtlichen legitimen Websites/URLs der (größten...

William 24. Okt 2016

"Forscher fordern daher eine neue Sicherheitsarchitektur, da wegen der menschlichen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau
  3. Daimler AG, Esslingen
  4. ING-DiBa AG, Nürnberg, Frankfurt


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 7,99€
  2. 199€
  3. (-20%) 35,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Elektrorennwagen

    VW will elektrisch auf den Pikes Peak

  2. Messung

    Über 23.000 Funklöcher in Brandenburg

  3. Star Wars Battlefront 2 Angespielt

    Sternenkrieger-Kampagne rund um den Todesstern

  4. Nach Wahlniederlage

    Netzpolitiker Klingbeil soll SPD-Generalsekrektär werden

  5. Adasky

    Autonome Autos sollen im Infrarot-Bereich sehen

  6. Münsterland

    Deutsche Glasfaser baut weiter in Nordrhein-Westfalen aus

  7. Infineon

    BSI zertifiziert unsichere Verschlüsselung

  8. R-PHY- und R-MACPHY

    Kabelnetzbetreiber müssen sich nicht mehr festlegen

  9. ePrivacy-Verordnung

    Ausschuss votiert für Tracking-Schutz und Verschlüsselung

  10. Lifetab X10605 und X10607

    LTE-Tablets direkt bei Medion bestellen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Flettner-Rotoren: Wie Schiffe mit Stahlsegeln Treibstoff sparen
Flettner-Rotoren
Wie Schiffe mit Stahlsegeln Treibstoff sparen
  1. Hyperflight China plant superschnellen Vactrain
  2. Sea Bubbles Tragflächen-Elektroboote kommen nach Paris
  3. Honolulu Strafe für Handynutzung auf der Straße

Cybercrime: Neun Jahre Jagd auf Bayrob
Cybercrime
Neun Jahre Jagd auf Bayrob
  1. Antivirus Symantec will keine Code-Reviews durch Regierungen mehr
  2. Verschlüsselung Google schmeißt Symantec aus Chrome raus
  3. Übernahme Digicert kauft Zertifikatssparte von Symantec

Passwortmanager im Vergleich: Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
Passwortmanager im Vergleich
Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
  1. 30.000 US-Dollar Schaden Admin wegen Sabotage nach Kündigung verurteilt
  2. Cyno Sure Prime Passwortcracker nehmen Troy Hunts Hashes auseinander
  3. Passwortmanager Lastpass ab sofort doppelt so teuer

  1. Re: Sollten lieber den Desktop komplett an MacOS...

    ML82 | 04:59

  2. Re: 23 Elektroautos bis zum Jahr 2013

    maxule | 04:43

  3. Gute Wahl

    Ach | 04:38

  4. Re: Wie das zertifiziert wurde ist sehr leicht...

    ML82 | 04:00

  5. Ich bin mittlerweile wieder Windows/OSX Nutzer.

    ilovekuchen | 02:43


  1. 18:37

  2. 18:18

  3. 18:03

  4. 17:50

  5. 17:35

  6. 17:20

  7. 17:05

  8. 15:42


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel