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Höttges: Ziel der Telekom ist nicht mehr, möglichst viel Glasfaser zu bauen

Tim Höttges will den Glasfaserausbau mehr auf zahlende Kunden ausrichten. Damit folgt die Telekom dem Trend der Wettbewerber.
/ Achim Sawall
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Wandbild an der Berliner Mauer (Bild: Deutsche Telekom)
Wandbild an der Berliner Mauer Bild: Deutsche Telekom

Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges hat eine Wende beim Glasfaserausbau in Deutschland angekündigt. Telekom "Deutschland muss stärker monetarisieren. Und die Monetarisierung von Glasfaser muss schneller werden" sagte Höttges am 6. August 2026. "Deshalb ist unser Ziel nicht, möglichst viel Glasfaser zu bauen. Unser Ziel ist es, mit jedem gebauten Anschluss mehr Kundennutzen und mehr wirtschaftlichen Wert zu schaffen."

Marktexperten vermuten: Damit könnte die Telekom künftig nicht mehr wie bisher ohne Quoten in der Vorvermarktung Orte und Städte ausbauen.

Mit 161.000 neuen FTTH-Kunden habe man "große Fortschritte" gemacht, betonte Höttges. "Wir steuern Glasfaser künftig noch konsequenter nach Nachfrage, Penetration, Churn, Wholesale-Auslastung und Kapitalrendite. Bauen bleibt wichtig. Aber Anschließen, Aktivieren und Monetarisieren werden wichtiger."

Viele große Konkurrenten stellen den FTTH-Ausbau ein oder reduzieren stark

Mehrere größere alternative Netzbetreiber wie UGG (Unsere Grüne Glasfaser) von Telefónica Group und Allianz sowie Deutsche Glasfaser kündigten zuletzt an, fast keine neuen Ausbaugebiete mehr anzugehen. Auch Deutsche Giganetz baut vorsichtiger aus.

Der Druck durch den Überbau der Telekom, geringe Kaufbereitschaft, ein Rückzug vieler Investoren und steigende Baukosten, die kaum bei den Arbeitern ankommen, sind erheblich.

Höttges betonte: "Der Breitbandmarkt ist hart. Das zeigen die jüngsten Zahlen der Kabelwettbewerber. Auch wir haben im Quartal Kunden verloren. Das ist definitiv nicht unser Anspruch." Die Telekom hat 20.000 Breitbandanschlüsse verloren, ein Rückgang um 0,1 Prozent auf 15.079.000 Anschlüsse.

Im zweiten Kalenderquartal 2026 verlor Vodafone weitere Breitband-Kunden. Der Rückgang betrug 98.000 Verträge, nach einem Minus von 90.000 im Vorquartal. Während es bei DSL rund 37.000 Kundenverträge weniger waren, belief sich das Minus im eigenen Kabelnetzwerk auf 61.000 Internetverträge. "Im Festnetz erzielte Vodafone Deutschland das stärkste Umsatzwachstum seit elf Quartalen", betonte Vodafone-Chef Marcel de Groot.

Nachtrag vom 6. August 2026, 18:07 Uhr

"Eine Vorvermarktungsquote wie beim Wettbewerb, dass erst ab einer bestimmten Zusagequote überhaupt ausgebaut wird, gab es bei der Telekom nicht und gibt es nicht", sagte Telekom-Sprecherin Marion Kessing Golem auf Anfrage. Man wolle aber Bemühungen, die Glasfaser in die Wohnungen und in die Betriebe zu bekommen, weiterhin steigern, zum Beispiel durch noch bessere Aufklärung und Bewerbung. Und es werde insbesondere der Vollausbau von Mehrfamilienhäusern forciert.


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