Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Höttges über Starlink: "If you can't fight the dragon, ride the dragon"

Angesichts der künftigen SpaceX-Börsenbewertung hat der Telekom-Chef die strategische Flucht nach vorn gewählt und die Zweckgemeinschaft bei Direct-to-Device erklärt.
/ Achim Sawall
Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Starlinks Direct-to-Device-Technik im Satelliten (Bild: Starlink)
Starlinks Direct-to-Device-Technik im Satelliten Bild: Starlink

Für Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges sei die Partnerschaft mit dem Satellitennetzbetreiber Starlink im Raumfahrtkonzern SpaceX von Elon Musk eine Zweckgemeinschaft: "Die Innovationskraft von Starlink ist in jeder Hinsicht beeindruckend. Und ich sage Ihnen: 'If you can't fight the dragon, ride the dragon'", erklärte Höttges am 13. Mai 2026 in einer Fragerunde mit Journalisten zu den Quartalsergebnissen. Es sei besser, mit so einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, als zu versuchen, ihm entgegenzuarbeiten; das habe er in den vergangenen 20 Jahren gelernt.

Das in Texas ansässige Unternehmen SpaceX baut im Vorfeld des geplanten Börsengangs seine Geschäftsfelder aus. Die Firma, die sich lange Zeit auf Raketenstarts und Satellitenausbringung konzentriert hatte, übernahm Anfang des Jahres das KI-Unternehmen xAI. Auch das soziale Netzwerk X wurde von SpaceX integriert. Die anvisierte Gesamtbewertung des Gesamtkonzerns (Marktkapitalisierung) liegt bei rund 1,75 bis 2 Billionen US-Dollar. Dagegen erreicht die Marktkapitalisierung der Telekom nur 164 Milliarden US-Dollar, was andere europäische Telcos wie Orange (47,3 Milliarden Euro), Vodafone (36,3 Milliarden Euro) oder Telefónica mit rund 21,6 Milliarden Euro dennoch weit überragt.

Internetversorgung: Höttges hat Interesse an weiterer Partnerschaft mit Starlink

Unklar ist, was Starlink künftig davon abhalten werde, selbst globaler Mobilfunkbetreiber zu werden und mit den etablierten Netzbetreibern zu konkurrieren. Höttges sehe diese Gefahr nicht. Für ihn sei das Direct-to-Device von Elon Musk eine ergänzende Technologie, die die bestehenden Mobilfunknetze brauche, so "wie wir ihn brauchen. Und vor dem Hintergrund ist das eine Win-win-Situation. Ich glaube, dass er einen Fokus auf eine globale Satellitenversorgung hat und sich weniger um den europäischen Telekommunikationsmarkt kümmert".

Höttges erklärte weiter: "Und deswegen haben wir ihn uns als Partner gesucht. Deswegen arbeiten wir global mit Starlink zusammen und das ist eine Win-sin-Situation. Er wird das terrestrische Netz nie ersetzen, das sagt er selbst."

Die Telekom hatte mit Starlink nach den USA auch in Europa eine Zusammenarbeit bei der Mobilfunkversorgung per Satellit mit Direct-to-Device vereinbart.

Die Internetversorgung mit Starlink-Satellitenschüsseln, das Kerngeschäft von Starlink, ist nicht mit dem Direct-to-Device durch Evolved-Node-B-Modems in vielen der Satelliten zu verwechseln. Im Breitbandmarkt sei Musk "alleine unterwegs, ohne unsere Partnerschaft, möglich, dass wir an der Stelle noch was sehen", erklärte Höttges.


Relevante Themen