Höhere Rendite: VW-Spitze schließt deutsche Werksschließung wohl nicht aus

Der VW-Konzern will offenbar durch Entlassungen von Mitarbeitern die Gewinne vergrößern. Einem Bericht des Handelsblatt zufolge(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) kündigte der Unternehmensvorstand auf einer Tagung in Isenbüttel bei Wolfsburg entsprechende Pläne zur Renditesteigerung an. Es stünden die Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung und Werke in Deutschland auf der Kippe.
Ein Insider sprach laut Handelsblatt von einem "so umfassenden Paket, wie man es bei VW seit Jahrzehnten nicht gesehen hat" . Auf andere Weise könnten die angestrebten Ergebnisziele nicht erreicht werden. Die Kernmarke Volkswagen solle ihr Sparprogramm um vier bis fünf Milliarden Euro aufstocken, um eine Rendite von 6,5 Prozent statt bisher 2,3 Prozent zu erreichen.
Vor zwei Wochen berichtete das Handelsblatt, dass Volkswagens Prestigeprojekt Trinity deutlich später auf den Markt kommen solle . Darüber hinaus wolle der Konzern vorerst auf eine vierte Batteriefabrik in Europa verzichten .
Dem Bericht zufolge will das Management die ursprünglich bis 2029 laufende Beschäftigungsgarantie für die sechs zentralen VW-Werke(öffnet im neuen Fenster) in Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Kassel, Emden und Salzgitter aufkündigen. Dann könnten betriebsbedingte Kündigungen folgen. "Ein Umbau allein entlang der demografischen Entwicklung ist aus Sicht des Unternehmens nicht ausreichend, um die kurzfristig notwendigen Strukturanpassungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen" , zitiert die Zeitung aus einer internen Mitteilung.
Betriebsrat kündigt Widerstand an
Demnach stehen nicht nur kleinere Standorte wie Osnabrück oder Dresden zur Disposition, sondern auch größere, die Fahrzeuge oder Komponenten produzieren. Mindestens ein Werk soll geschlossen werden. Das wäre das erste Mal in der Geschichte des Unternehmens.
Der Konzernbetriebsrat um dessen Chefin Daniela Cavallo kündigte dem Bericht zufolge harten Widerstand gegen die Vorschläge an. "Der Vorstand hat versagt. Die Folge ist ein Angriff auf unsere Beschäftigung, Standorte und Tarifverträge. Damit steht VW selber und somit das Herz des Konzerns infrage. Dagegen werden wir uns erbittert zur Wehr setzen" , heiße es in einem Rundbrief an die Belegschaft.