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Hochwasser in Deutschland: Städtebund will Warnsystem wie im Kalten Krieg

Nach dem verheerenden Hochwasser in Deutschland werden die Forderungen nach besseren Warnsystemen lauter. Dabei helfen soll ein Blick zurück.
/ Sebastian Grüner
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Der Städtebund will wieder mehr Sirenen in Deutschland. (Bild: JoJoes123)
Der Städtebund will wieder mehr Sirenen in Deutschland. Bild: JoJoes123 / CC-BY-SA 4.0

Als Reaktion auf das verheerende Hochwasser der vergangenen Woche, das vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zahlreiche Todesopfer gefordert hat, überdenken viele Verantwortlichen auch die aktuellen Warnsysteme in Deutschland. In den Fokus geraten dabei immer mehr vermeintliche alte oder wenig moderne Instrumente wie etwa Sirenen oder der als Warn-SMS beschriebene Cell Broadcast, der in Deutschland zurzeit nicht verfügbar ist.

Der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte dazu der Funke Mediengruppe(öffnet im neuen Fenster) : "Wir müssen auch überlegen, wie wir die Warnsysteme – die es im Kalten Krieg etwa durch Sirenen flächendeckend gab – ertüchtigen und durch entsprechende Digitalisierung zum Kommunikationsnetz ausbauen, das auch noch funktioniert, wenn flächendeckend der Strom ausgefallen ist" .

Mit dem Ende des Kalten Krieges wurden die zuvor zahlreich in Deutschland vorhandenen Sirenen zur Warnung der Bevölkerung abgebaut. Das fiel etwa auch bei dem verpatzten Warntag 2020 auf. So gibt es in Berlin etwa seit 20 Jahren keine Sirenen mehr. Darüber hinaus weiß die Bundesregierung derzeit nicht, wie viele funktionsfähige Sirenen es in Deutschland eigentlich gibt, wie eine Frage des Journalisten Tilo Jung in der Bundespressekonferenz zeigt(öffnet im neuen Fenster) . Dafür erstellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) derzeit ein "Kataster" , wie BBK-Präsident Armin Schuster im Interview mit dem Deutschlandfunk sagte(öffnet im neuen Fenster) .

Landkreistag will sogenannte Warn-SMS

Zusätzlich zu den Sirenen fordert der Präsident des Deutschen Landkreistages(öffnet im neuen Fenster) Reinhard Sager die Nutzung sogenannter Warn-SMS: "Beispielsweise wäre es gut, wenn SMS-Warnungen an jeden und jede gesendet werden würden, wenn größere Gefahren drohen. Derzeit leisten das zwar verschiedene Apps. Einfacher wäre es allerdings, auch Menschen mit älteren Handys und ohne Smartphones sekundenschnell informieren zu können. An dieser Stelle sollte die Politik den notwendigen Rechtsrahmen schaffen" .

Im Unterschied zur klassischen SMS zwischen zwei Nutzern wird beim Cell Broadcast eine einzige Nachricht von der Mobilfunkstation als unidirektionaler Dienst an alle eingebuchten Geräte versendet. Damit wird das Netz kaum belastet. Auch Golem.de hat sich in einem Kommentar für die Einführung des Cell Broadcast in Deutschland ausgesprochen .


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