• IT-Karriere:
  • Services:

Übertragungsleistung um 70 Prozent erhöht

Das Kabel wird mit einer Spannung von 110.000 Volt betrieben - ebenfalls ein Weltrekord bei supraleitenden Kabeln. Im Essener Innenstadtbereich liegt bereits seit sechs Jahren ein vergleichbares Kabel. Es ist allerdings nur 1.000 Meter lang und hat eine Spannung von 10.000 Volt.

Stellenmarkt
  1. Marc Cain GmbH, Bodelshausen
  2. VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn

In München werden Kabel von Theva eingesetzt, einer Firma, die in Ismaning vor den Toren der bayrischen Landeshauptstadt angesiedelt ist. Den Ingenieuren des Unternehmens ist es gelungen, durch eine spezielle Abscheidetechnik die stromleitende Schicht, die aus Gadolinium-Barium-Kupferoxid besteht, auf gerade einmal 16 Mikrometer zu verdoppeln und damit die Übertragungsleistung um 70 Prozent zu erhöhen.

Das Kabel besteht aus sieben Schichten. Insgesamt ist es zwölf Millimeter breit und 75 Mikrometer dick, überträgt jedoch bis zu 1.350 Ampere, weit mehr als ein Kupferleiter. Was ganz einfach klingt, erforderte jahrelange Versuche.

Normalerweise wird das Kristallgefüge des HTSL-Materials durcheinandergebracht, wenn die Schichtdicke über ein bestimmtes Maß hinauswächst. Dann kann es Strom nicht mehr widerstandslos leiten, ist also Schrott.

Die Theva-Ingenieure schaffen die Verdoppelung, indem sie eine Magnesiumoxid-Schicht nicht senkrecht, sondern unter einem Winkel von 30 Grad heranwachsen lassen. Auf dieser Schicht wiederum scheidet sich das HTSL-Material ab, ohne dass die Kristallstruktur beeinträchtigt wird.

Das Proline genannte Kabel lässt sich auch anderweitig einsetzen, etwa in Magnetresonanztomografen. Diese zeichnen ein umso besseres Bild vom Inneren des menschlichen Körpers oder technischer Systeme, je stärker der Magnet ist.

Bisher werden klassische Supraleiter eingesetzt, die mit flüssigem Helium gekühlt werden müssen. Die nötige Temperatur liegt bei minus 269 Grad. Der Energieverbrauch für das Kühlaggregat ist weitaus höher als der für die Verflüssigung von Stickstoff. Außerdem ist Helium weitaus teurer als das Allerweltsgas Stickstoff. Luft enthält rund 78 Volumenprozent davon.

Windgeneratoren der Zukunft sollen ebenfalls mit Hochtemperatur-Supraleitern ausgestattet werden. Der erste steht im dänischen Thyborøn. Er hat eine Leistung von drei Megawatt. Die verwendeten Kabel benötigen allerdings eine Temperatur von minus 240 Grad Celsius.

Bei dem EU-Projekt Ecoswing ging es noch nicht um eine wirtschaftliche Lösung, sondern darum zu demonstrieren, dass ein solcher Generator in der Gondel einer Windenergieanlage zuverlässig arbeitet. Attraktiv ist HTSL für diese Art der Stromerzeugung, weil der Generator erheblich kleiner und leichter ist als ein konventioneller. Die Gondel kann dadurch entsprechend verkleinert werden und der Mast schlanker ausfallen.

Selbst für die umweltneutrale Stromversorgung der Zukunft kommen Hochtemperatur-Supraleiter infrage. Sie könnten Solar- und Windstrom, der etwa in Nordafrika produziert wird, verlustarm nach Europa leiten.

Meist wird man sich bei der Fernübertragung für die Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) entscheiden. Deren Verluste liegen bei Kupferkabeln verglichen mit der Supraleitung pro Kilometer um fünf bis zehn Kilowatt niedriger. Bei Aluminiumleitern sind die Verluste etwas höher. Entscheidend für die Wahl der einen oder anderen Technik ist der Platzbedarf - und der ist bei der HTSL-Technik deutlich geringer ist als bei HGÜ.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Hochtemperatur-Supraleiter: Spezialkabel bringt Strom verlustfrei über weite Strecken
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,43€
  2. 15,49€
  3. (u. a. Warhammer 40.000: Mechanicus für 12,99€, Project Highrise für 6,99€, Filament für 9...

senf.dazu 18. Sep 2020 / Themenstart

Mir fehlt irgendwie das absolute Preisschild. Und wenn's nur ne Größenordnung ist .. Kann...

wicking 16. Sep 2020 / Themenstart

Du hast unsauber recherchiert. Die Sprungtemperatur von Gd-Ba-Cu-O (GdBCO) ist 91&#8239...

Freealism 13. Sep 2020 / Themenstart

...kann ja mal vorkommen... Bahnfahrer könnten hier skeptisch nachfragen :-D

nicoledos 13. Sep 2020 / Themenstart

Immerhin keine Problembären

FreiGeistler 11. Sep 2020 / Themenstart

Der Satz ist falsch, wenn man die Gesamt-Energie (Watt) erhöht.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


    •  /