Hochseetauglich: In 3 Jahren könnten Elektroschiffe die Meere befahren

CATL, einer der größten Batteriehersteller weltweit, geht davon aus, dass in nächster Zeit auch die offene See mit akkubetriebenen Schiffen befahren wird. Das erklärt Su Yi, leitender Manager von CATL Electric Boat Technology Co., Ltd., wie unter anderem Clean Technica(öffnet im neuen Fenster) berichtet.
Seit einiger Zeit wachse das Geschäft mit elektrisch betriebenen Binnenschiffen vor allem innerhalb von China. Wobei auch in Ostfriesland bereits eine elektrische Fähre unterwegs ist und weitere Projekte noch deutlich größere Reichweiten in den Blick nehmen.
Vor allem fallende Batteriepreise, die mittlerweile bei unter 100 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh) liegen, lassen die Umstellung realistisch erscheinen. Bezogen wird sich auch auf eine Studie(öffnet im neuen Fenster) , die von realisierbaren Reichweiten von bis zu 5.000 km ausgeht.
Riesige Energiemenge gefordert
Anders als bei der Binnenschifffahrt kann der Verbrauch an Schiffsdiesel auf der offenen See stark schwanken, was zusätzliche Puffer erforderlich macht. Bei Wellengang liegt bereits der Verbrauch eines kleinen Schiffes bei 1 Tonne Schiffsdiesel pro Stunde, umgerechnet 5.000 kWh an Akkukapazität.
Zumindest spielt die Masse eines solchen Akkus, der schon mit dieser Kapazität 35 bis 40 Tonnen wiegen würde, bei Schiffen eher eine untergeordnete Rolle. Anders sieht es aus, wenn man ein Containerschiff elektrifizieren würde.
Große Reichweiten schwer zu realisieren
20.000 Container fasst ein großes Modell und verbraucht auf 100 km Strecke etwa 50 Tonnen Schweröl. Ein Akku müsste dementsprechend 200.000 kWh bereitstellen – als Durchschnittswert. Für besagte 5.000 km wären es 10 Millionen kWh oder 70.000 Tonnen. Selbst für die großen Schiffe, die bis zu 500.000 Tonnen auf die Waage bringen, wäre das eine Herausforderung.
Wirklich sinnvoll wären so große Akkus aber kaum. Wesentlich effizienter und entsprechend günstiger wäre es, unterwegs mehrmals zu laden. Zumindest zwischen Ostasien und Europa könnte das zum Standard werden. Und die Fahrzeit, die aktuell bei fast 2 Monaten liegt, dürfte sich dadurch kaum erhöhen.
Nur der Preis für den Akku, der dann bei wenigsten 200 bis 300 Millionen US-Dollar liegen würde, müsste Stück für Stück durch Einsparungen beim Schiffsdiesel wieder ausgeglichen werden. Derzeit fallen diese Kosten erst nach und nach während des Betriebs an.



