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Hochschulreform in China: Pekinger Uni streicht Fotografie und Übersetzen wegen KI

Eine Pekinger Hochschule hat 16 Studiengänge gestrichen, darunter Fotografie und Übersetzen. KI mache sie überflüssig, sagt ihr Parteisekretär.
/ Nils Matthiesen
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China streicht Studiengänge wegen KI (Symbolbild) (Bild: clmcdk fejcn / Pexels)
China streicht Studiengänge wegen KI (Symbolbild) Bild: clmcdk fejcn / Pexels

Die Communication University of China (CUC) in Peking hat 16 Bachelorstudiengänge gestrichen(öffnet im neuen Fenster), darunter Fotografie, Übersetzen, Comics und Modedesign. Der Parteisekretär der Universität, Liao Xiangzhong, begründet den Schritt mit dem Fortschritt von KI. Das traditionelle Fotografiestudium könne nicht länger als eigenständige Disziplin bestehen, sagte Liao. Das Übersetzen habe KI bereits weitgehend ersetzt. Ein vierjähriges Studium dafür sei eine enorme Verschwendung. Die Zukunft sieht Liao in einer Ära der Mensch-Maschine-Kooperation.

Die Hochschule strich die Fächer bereits 2025, öffentlich wurde der Schritt im März 2026. Nun greift unter anderem Techradar(öffnet im neuen Fenster) das Thema erneut auf. Nach der ersten Kritik stellte Liao klar, die CUC(öffnet im neuen Fenster) habe die Fächer nicht ersatzlos abgeschafft. Sie gingen vielmehr in anderen Studiengängen auf. So sei die Fotografie jetzt Teil des Studiengangs Filmfotografie und -produktion.

Neue Studiengänge mit KI-Schwerpunkt

Neben fünf Kunstfächern strich die CUC laut Sixth Tone drei geisteswissenschaftliche, sechs wirtschaftswissenschaftliche und zwei natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge. Zu den Kunstfächern zählen neben Fotografie, Comics und Modedesign auch visuelles Kommunikationsdesign und Neue Medienkunst. Gleichzeitig führte die Hochschule neue Angebote ein, etwa Intelligente Bildkunst, Intelligente audiovisuelle Technik sowie Intelligentes Engineering und kreatives Design.Landesweiter Umbau der Hochschulen

Die CUC ist kein Einzelfall. Von 2021 bis 2025 haben chinesische Hochschulen 12.200 Bachelorstudiengänge geschlossen oder ausgesetzt und 10.200 neue eingeführt. Das berichtet die South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Daten des Bildungsministeriums. Damit hat sich mehr als 30 Prozent des Studienangebots verändert. Die Reform soll die Hochschulbildung an den technologischen Entwicklungszielen des Landes ausrichten. Besonders stark trifft sie Geistes- und Sprachwissenschaften.

Eine im Mai veröffentlichte Erhebung des Beratungsunternehmens Mycos(öffnet im neuen Fenster) unter 70 Universitäten zählt unter anderem acht gestrichene Studiengänge für Japanisch, fünf für Deutsch und fünf für Übersetzen. Laut Rest of World zwingen KI-Übersetzungswerkzeuge diese Fächer, ihre Ausbildung zu überdenken. Manche Hochschulen integrieren KI deshalb in bestehende Sprachstudiengänge, statt diese ganz abzuschaffen.


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