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Hochgeschwindigkeitszug: Hyperloop-Technik sendet Lebenszeichen

Eine Spurensuche führt von Las Vegas nach Groningen und Venedig, wo einige Firmen weiter am Hyperloop arbeiten – aus nachvollziehbaren Gründen.
/ Mario Petzold
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Die Abzweigung wurde erfolgreich getestet und könnte die Kosten für die Strecken deutlich reduzieren. (Bild: European Hyperloop Center)
Die Abzweigung wurde erfolgreich getestet und könnte die Kosten für die Strecken deutlich reduzieren. Bild: European Hyperloop Center

Eine Reportage von CNN(öffnet im neuen Fenster) zeigt, wo weiterhin an der Technik einer Magnetschwebebahn in einer evakuierten Röhre gearbeitet wird. An ebenso populären wie gescheiterten Versuchen mangelt es dabei nicht.

Elon Musk wollte den Hyperloop zum Erfolg machen. Jetzt fahren Teslas durch ein Röhrensystem in Las Vegas, irgendwann vielleicht sogar autonom. Und Virgin Hyperloop von Richard Branson hat angeblich 400 Millionen Dollar investiert, ohne nennenswerte Fortschritte.

Fördergeld und Kurzstreckentests

Schließlich landet man bei der Suche nach aktiven Hyperloop-Projekten bei einigen europäischen Firmen, assoziierten Forschungseinrichtungen wie der TU München und der TU Delft sowie einem EU-Förderprogramm.

Hier hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass der Hyperloop nur zum Erfolg wird, wenn er nicht mehr als Konkurrenz zu Hochgeschwindigkeitszügen verstanden wird, ein Problem, das schon den Transrapid scheitern ließ . Zudem sollen Beschränkungen vor allem bei der Routenführung überwunden werden.

Schneller als Fliegen

Während Züge auf Strecken bis 500 km in der Regel die schnellste Wahl sind, weil sie direkt zwischen Stadtzentren unterwegs sind, ist das Flugzeug auf großen Distanzen meist schneller. Hier soll die Hyperloop-Technik ansetzen, um den Geschwindigkeitsvorteil auf langen Strecken auszugleichen.

Hinzu käme, dass die Fahrt innerhalb einer Röhre ohne Zwischenstopps größtenteils autonom erfolgen könnte und der Energieaufwand bei 10 Prozent im Vergleich zu einem Flug läge.

Nur die extrem teure Strecke müsste gebaut werden. Laut dem Hyperloop Development Program(öffnet im neuen Fenster) , einer von der EU geförderten Initiative, sollen bis 2050 knapp 25.000 km davon entstehen. Damit ließen sich 130 wichtige Städte in Europa verbinden und die meisten Flüge auf diesen Strecken wären überflüssig.

Eine Abzweigung für den Hyperloop

Ein solches Netzwerk benötigt Verzweigungen, um Zwischenstopps zu vermeiden und eine Röhre für mehrere Verbindungen nutzen zu können. Daran forscht aktuell Hardt Hyperloop(öffnet im neuen Fenster) aus den Niederlanden. In der Testanlage wurde ein Weiche ohne bewegliche Teile erfolgreich getestet.

Die Geschwindigkeit ist aber noch ausbaufähig. Die Durchfahrt gelang mit 85 km/h, die nach 140 m Strecke erreicht waren. Das entspricht der Beschleunigung eines typischen Pkw. Dem Hersteller zufolge soll es aber keine technischen Einwände geben, das Manöver auch mit 700 km/h durchzuführen. Bis 2034 soll eine 50 km lange Teststrecke entstehen, länger als alle derzeit bestehenden Magnetschwebestrecken.

800 Millionen für 40 km

Ein weiteres Unternehmen mit großen Plänen ist Hyperloop Italia. Laut CNN soll schon 2029 eine 40 km lange Teststrecke von Padua nach Venedig ihren Betrieb aufnehmen. Die Kosten sollen sich auf 800 Millionen Euro belaufen.

Insgesamt haben sich 25 private und öffentliche Partner zusammengeschlossen, um weiterhin am Hyperloop in Europa zu forschen. Teströhren befinden sich in Groningen, in Zürich und in Leer nahe der ehemaligen Transrapid-Teststrecke.

Die Bemühungen, irgendwann auch am Boden so schnell zu sein wie im Flugzeug, werden also fortgesetzt, nur vielleicht nicht mehr ganz so laut und schillernd wie bei Elon Musk oder Richard Branson.


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