ABC-Schutz: Autonome Drohne findet radioaktive Strahlung

Beauftragt durch das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien (WIS)(öffnet im neuen Fenster) hat das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie(öffnet im neuen Fenster) ein hochautomatisiertes unbemanntes Luftfahrtsystem, also eine Drohne, entwickelt. Diese findet selbständig Quellen für Gammastrahlung, die zum Beispiel durch einen Unfall freigesetzt wurden, und meldet deren Standort.
Dafür ist das System mit einem Gammadetektor, mehreren Infrarotkameras und elektrooptischen Kameras ausgestattet. Letztere können auch Strahlung emittieren, um aktiv die Umgebung zu erfassen. Erste Praxistests auf dem Truppenübungsplatz Munster sollen bereits erfolgreich abgeschlossen worden sein.
Schnelle Datenverarbeitung und Automatisierung
Die Drohne sucht nach Angaben des Fraunhofer-Instituts zunächst in einem groben Muster, erfasst die Umgebung und ortet wahrscheinliche Strahlungsquellen. Anschließend wechselt sie automatisch in einen zielgerichteten Suchmodus und passt die Flugbahn je nach den Messergebnissen an.
So soll die Strahlungsquelle aus der Luft auf wenige Meter genau bestimmt werden können. Für die Verarbeitung an Bord kommt ein simpler Mini-PC zum Einsatz.
Im nächsten Projektabschnitt soll die Geschwindigkeit der Drohne erhöht werden. Außerdem sollen zukünftig auch unterschiedliche Radionuklide erkannt werden.
Bergung geschieht ebenfalls autonom
Zu dem Projekt gehören darüber hinaus unbemannte Landfahrzeuge, wahlweise auf Ketten oder mit Rädern. Sie besitzen eine vergleichbare Sensorausstattung und darüber hinaus einen Greifarm. Damit sollen die Gefahrstoffe automatisiert aufgenommen und in Spezialbehältern abgelegt werden.
Das System soll auch komplexe Aufgaben wie das Öffnen von Türen durchführen können, um ohne menschliche Hilfe in geschlossene Räume zu gelangen.