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Golem.de-Hobbys fürs Social Distancing: "Sie haben Ihre Schiffchen kaputt gemacht!"

Das Bauen von Schiffsmodellen hat nichts mit Computern zu tun, aber doch etwas mit Programmieren. Während das Server-Deployment läuft, kann ich weiter an der Takelage knoten.

Artikel von veröffentlicht am
Schiffsbau zu Hause
Schiffsbau zu Hause (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

"Ich baue gern Modelle! Seit einiger Zeit Schiffsmodelle aus Holz" - diese Antwort auf die Frage nach dem Hobby löst gelegentlich Irritationen aus. Aber als Entwickler tut es mir ganz gut, wenn ich in meiner Freizeit etwas mache, was mit Computern nichts zu tun hat. Dabei sind die Unterschiede gar nicht so groß, Programme werden schließlich auch öfters rund gefeilt.

Inhalt:
  1. Golem.de-Hobbys fürs Social Distancing: "Sie haben Ihre Schiffchen kaputt gemacht!"
  2. Am Meisterstück wird noch geschliffen

Holzleisten schneiden, Rundhölzer sägen, Segel nähen, Wanten knüpfen und immer wieder da feilen und dort schleifen. Selbst im Maßstab 1:50 kann das körperlich fordern und ist auch handwerklich anspruchsvoll. Und es befriedigt enorm, wenn aus einem Sammelsurium von Rohmaterialien das Modell immer mehr Form annimmt. Das ist nicht weit weg vom Programmieren, wo aus den Sprachelementen und Bibliotheksfunktionen ein Programm entsteht.

Mit zwei Unterschieden: Beim Modellbau habe ich einen fertigen Bauplan, das entlastet mein Gehirn. Und mein Modell kann ich jederzeit anfassen und fühlen. Ein haptisches Erlebnis, das beim Programmieren komplett fehlt.

Zurück in die Kindheit

Das Hobby begann bereits in meiner Kindheit und Jugend - und bereits damals standen der Modellbau und das Programmieren im Wettstreit. Ich baute die Plastikbausätze der einschlägig bekannten Firmen. Das typische Jugendprogramm von Panzern, Schiffen und Flugzeugen aus dem 2. Weltkrieg dominierten das Regal. Irgendwann kam mir dann der Wunsch nach dem nächsten Schritt: einem selbstgebauten, ferngesteuerten Modell. Ein einmaliger Ausflug in die RC-Fliegerei kostet meine Eltern reales Lehrgeld und mich Nerven.

  • Die Armada entstand in den letzten vier Jahren. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Mit einem Brief aus China kam auch der Spaß am Bau wieder. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Nur wenige, meist vorgefertigte Teile und eine chinesische Bauanleitung. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Das erste Modell (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Das zweite Modell war schon deutlich aufwendiger, besaß aber einen vorgefertigten Rumpf. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Nummer drei ist derzeit noch im Bau. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Bei den Werkzeugen sind keine Grenzen gesetzt, aber selbst mit einer Minimalausstattung kommt ein Bastler auch bei aufwendigeren Modellen schon weit. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Europäische Hersteller legen meist detaillierte Anleitungen bei. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Baupläne in der Modellgröße sind ein Grund, warum dieses Hobby etwas platzintensiv ist. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
Die Armada entstand in den letzten vier Jahren. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
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Doch ich wollte nicht aufhören, nur die Fliegerei war nichts für mich. Autos und Schiffe sind absturzsicher. Ferngesteuerte Autos finde ich allerdings langweilig. Und irgendwann fiel mir ein Bauplan für ein ferngesteuertes Schiff aus Holz in die Hände. Ich legte los, doch das Modell wurde niemals fertig. Der Hauptgrund war der einsetzende Dotcom-Boom und die Aussicht, mit dem anderen Hobby einen Job zu finden und Geld zu verdienen.

Im Gegensatz zu den ganzen Plastikmodellen überlebte mein nie zu Ende gestelltes Schiff diverse Umzüge - und war mir im Regal stets eine Mahnung, dass es mehr gibt als Computer. Irgendwann vor vier, fünf Jahren machte ich meinen regelmäßigen Ausflug zu Aliexpress auf der Suche nach Elektronikteilen und stieß eher zufällig auf sehr preiswerte Schiffsbausätze. Und drückte auf den Bestellknopf.

Bootsbau mit dem Teppichmesser

Zu meiner Überraschung kam einige Wochen später nicht etwa ein Paket an, sondern ein Brief mit den lasergeschnittenen Bauteilen und einem A4-Blatt mit dem chinesischen Bauplan. Ich legte los. Alles, was ich noch brauchte, fand sich in der heimischen Grabbelkiste: Teppichmesser, Holzleim, Sekundenkleber und Schleifpapier. Einzig die Farben zum Schluss waren ein Neukauf. Die Google-Translator-App leistete mir gute Dienste bei der Übersetzung der Bauhinweise. Nach zwei Wochen Bauzeit war meine Bastelwut neu entbrannt.

Meine Freundin schenkte mir kurz darauf einen größeren, dankenswerterweise aber anfängerfreundlichen Modellbausatz. Anfängerfreundlich heißt: mit vorgeformten Rumpf. Noch sollte ich um das Biegen von Planken herumkommen. Schnell wurde mir allerdings klar, dass das Werkzeug aus der Grabbelkiste nicht mehr ausreichte. Statt aus lasergeschnittenen Bauteilen bestand das Schiff vor allem aus vielen unterschiedlich dicken Holzleisten. Minifeilen, Minisägen, Minibohrer, Pinzette und Sandpapier unterschiedlicher Körnung mussten her. Trotz langer Einkaufsliste: Miniwerkzeuge haben auch Minipreise.

Ein halbes Jahr später war auch dieses Modell fertig. Dabei lernte ich wesentliche Techniken und Methoden zum Bauen mit Holz: Wann welcher Leim sinnvoll ist, wie ich Leisten für die Reling biege, dass Holzreste nützliche Bauhilfen sein können, wenn eine dritte oder vierte Hand fehlt. Youtube ist auch für den Holzmodellbau ein große Quelle von Tipps und Tricks.

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Am Meisterstück wird noch geschliffen 
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Grevier 22. Apr 2020

Versuchs mal mit nem 1-jährigen Kind zu Hause. Da haste dann noch 6-7 Stunden...

am (golem.de) 20. Apr 2020

Wenn wir jetzt wüssten, was du meinst, können wir den Cliffhänger auflösen.

gadthrawn 17. Apr 2020

Also ich hab die immer an der Wand hängen in ner Bauphase...

elgooG 17. Apr 2020

He he...nettes Star Trek Zitat- :-D

countzero 17. Apr 2020

Danke! Jetzt habe ich die letzte halbe Stunde damit verbracht, alte XKCD Comics zu...


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