Golem.de-Hobbys fürs Social Distancing: Nerf-Gun-Basteleien erfreuen auch große Kinder

Fantasie und einen Ausflug in den Baumarkt - mehr brauchen Nerf-Gun-Mods nicht.

Ein Erfahrungsbericht von veröffentlicht am
Nach ein paar Jahren Nerf-Gun-Modding sammelt sich einiges an.
Nach ein paar Jahren Nerf-Gun-Modding sammelt sich einiges an. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Unsere Reinigungskraft bemüht sich nicht einmal mehr, unter meinem Tisch und darum herum zu saugen. Jede Woche liegen dort mehr Schaumstoffpfeile und gelbe Bälle herum. Die Spur führt zu einer großen Pappkiste. In ihr befinden sich viele Nerf-Guns - groß und klein. Und die sind bereits seit einer Weile ein ebenso merkwürdiges wie spaßiges Hobby von mir.

Inhalt:
  1. Golem.de-Hobbys fürs Social Distancing: Nerf-Gun-Basteleien erfreuen auch große Kinder
  2. Coole Projekte mit Baumarktutensilien

Aber Moment. Was kann an 20 Euro teuren Plastikblastern, die Pfeile verschießen, denn so spannend sein - vor allem für Menschen, die nicht acht Jahre alt sind? Auf das Innere kommt es an, dachte ich mir, als ich das erste Mal ein solches Spielzeug auseinandergebaut habe. Die in Nerf-Guns enthaltenen Bauteile bieten Technikinteressierten wie mir eine knallorange Lehrstunde in Mechanik und zum Teil auch Elektronik. Die Kunststoffteile mögen in ihrer Summe preisgünstig sein, sind aber ausgefallener als zunächst angenommen.

Das habe ich zum ersten Mal festgestellt, als ich den Kreuzschlitzschraubendreher gezückt und meine erste Nerf-Gun - eine N-Strike Elite Retaliator - auseinandergebaut habe. Zunächst kamen mir viele Kleinteile der Mechanik entgegen und ich dachte mir: Hätte ich mal mehr Sorgfalt walten lassen. Was macht dieser Zylinder hier? Wo kommt die Feder hin? Zum Glück gibt es eine relativ aktive Community rund um das Modding der Spielzeugblaster von Hasbro. Auf Youtube konnte ich mir Hilfe holen.

  • Vorsicht ist beim Öffnen von Nerf-Guns geboten. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Feder wird gespannt. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Luftdruck aus dem Zylinder schießt den Dart nach vorn. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Teile aus dem 3D-Drucker sind recht fragil. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Mittlerweile sieht diese Zombiestrike Hammershot etwas mitgenommen aus. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Filigrane Teile können leicht verloren gehen. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die Weyland-Rifle besteht fast ausschließlich aus MDF-Platten. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Innen befindet sich eine simple LED-Schaltung. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das Leder ist einfach aufgeklebt. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das Logo ist händisch aufgemalt. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Unter den grauen Knauf passen die Batterien. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Der Lauf besteht aus einem Kunststoffrohr. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Durch die Schlitze sieht man die LED-Schaltung. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Langsam fällt das Leder ab. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Das Konzept der Weyland-Rifle (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Vorsicht ist beim Öffnen von Nerf-Guns geboten. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Die Technik ist sehr interessant: Mechanische Nerf-Guns werden von Hand gespannt, indem Nutzer eine Art Hebel anziehen. Das kann ein Griff am Unterlauf sein oder der Schlitten an der Oberseite des Spielzeugs. Damit wird in eigentlich jeder Nerf-Gun eine Feder gespannt und arretiert, die beim Drücken des Abzuges wieder gelöst wird. Die Feder bewegt wiederum einen Kolben in einem Kunststoffzylinder, der Luft durch ein kleines, schaumstoffdartgroßes Ventil presst. Dieser Luftdruck ist es, der den Pfeil etwa 20 Meter weit schießt.

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Zunächst hätte ich niemals gedacht, dass mechanische Nerf-Blaster so funktionieren. Ich hätte mir einen direkten Mechanismus vorgestellt, bei dem die Feder das Geschoss selbst schleudert - ähnlich wie die Sehne einer Armbrust den Bolzen bewegt. Allerdings hätte dies etwa den Nachteil, dass die Mechanik sich durch die schiere Wucht des Aufpralls nach einiger Zeit selbst zerstört. Diesen Fehler habe ich ebenfalls einmal begangen.

Fehler sind nicht teuer

Ich war experimentierfreudig und wollte schauen: Was passiert, wenn ich das Luftventil permanent öffne? Ich habe meine Heißklebepistole gezückt und die Abdeckung festgeklebt. Dadurch fliegen Darts etwas weiter, allerdings klapperte und rasselte es nach einigen Schüssen in meinem Blaster. Beim Öffnen rieselten kleine Kunststoffstücke aus dem Gehäuse - nicht gut.

Das ist aber das, was am Modding von Nerf-Guns so viel Spaß macht. Ich kann einfach Dinge ausprobieren, ohne mir zu große Sorgen über den Schaden machen zu müssen. Schließlich kosten die Spielzeuge selten mehr als 30 Euro. Zudem braucht es für die ersten Moddingversuche nicht mehr als einen Schraubendreher und eine Heißklebepistole. So habe ich auch meine erste Nerf-Gun, die erwähnte Retaliator, verbessert, indem ich einen Griff an den unhandlichen Aufziehmechanismus geschraubt habe. Im Handumdrehen entstand ein schneller Repetierblaster, der viele Schaumstoffpfeile auf einmal versprühte.

Wenn es um Schnelligkeit geht, führt allerdings an elektrischen Nerf-Guns nichts vorbei. Im Gegensatz zu den Federdruck-Modellen werden sie mit Batterien betrieben. Zwei kleine Elektromotoren treiben zwei gegenüberliegende Kunststoffräder an, sogenannte Flywheels. Diese drehen auf Knopfdruck schnell an. Der Abzug drückt einen Schaumstoffdart in die drehenden Räder hinein, welche ihn mit Kraft nach vorn schleudern. Das Prinzip erinnert an Ballwurfmaschinen, wie sie etwa Tennisspieler zum Trainieren nutzen.

Ein Besuch im Baumarkt reicht aus, um mit dem Modden zu beginnen.

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Coole Projekte mit Baumarktutensilien 
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