Bio-Bike vs. Pedelec

Der nächste Tag beginnt mit einem ungleichen Duell. Ein Freund und passionierter Bio-Biker wird mich auf seinem Rennrad nach Berlin-Mitte begleiten. Wer wird das Gelbe Trikot tragen? Diese Frage beantwortet sich recht schnell. Er zieht schon auf den ersten Kilometern gnadenlos davon. Er fährt einen 30er-Schnitt, während ich mit 27 km/h hinterherzuckele, lediglich am Berg und beim Anfahren bin ich im Vorteil. Bei einer Kaffeepause erzähle ich ihm von den verschiedenen Stufen der Motorunterstützung. "Dann schmeiß doch mal den Turbomodus an!", schlägt er vor. Mach ich ja! Aber das Rad geht eben nur bis 25 km/h mit. "Dann müssen wir es hacken."

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Auf diese Idee sind findige Bastler natürlich auch schon gekommen und bieten Tuning-Bausätze im Internet zum Kauf an. Davon ist allerdings aus verschiedenen Gründen abzuraten. Der offensichtlichste: Es ist illegal. Ab einer unterstützten Geschwindigkeit von über 25 km/h gilt das Pedelec als Kleinkraftrad und ist zulassungs- und versicherungspflichtig. Des Weiteren sind im Zweifelsfall weder Motor noch Bremsen oder andere Komponenten auf die konstant erhöhte Belastung ausgelegt und können zum Sicherheitsrisiko werden. Bosch reagiert bei seinen Motoren mit einer Anti-Tuning-Lösung, die den Motor im Fall einer vermuteten Manipulation herunterregelt. Passiert das drei Mal, lässt er sich nur in einer Vertragswerkstatt wieder aktivieren. Der Hersteller begründet dies mit der EU-Norm 15194:2017.

Am Abend dieses dritten Tages bin ich um 22 Uhr todmüde und schlafe ein - die frische Luft und die Bewegung der letzten Tage fordern ihren Tribut. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Tag: Es ist Regen angekündigt, das klingt nach Härtetest!

Eierblumensuppe im Regen

Die Fahrt ins Büro erscheint mir inzwischen leicht, ich fange an, die Umgebung zu genießen. Im Tiergarten sind Sprenger aufgestellt, die die Strecke mit ihrem Sprühnebel in ein zauberhaftes Licht tauchen. Selbst der morgendliche Berliner Radverkehr kommt mir inzwischen vertraut vor - ich bin jetzt einer von ihnen. Mein Rad sieht wenig nach Pedelec aus, vielleicht ist das auch besser so. Viele Radfahrer haben eben doch noch Vorurteile gegen die E-Räder - andererseits sind sie in der Stadt inzwischen ein gewohntes Bild. Die Statistik zeigt seit Jahren einen Aufwärtstrend, die Absatzzahlen sind von 150.000 im Jahr 2009 auf fast eine Million im Jahr 2018 gestiegen und die Hersteller weiten ihre Zielgruppe inzwischen auch in Richtung Lasten- und Sporträder aus.

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Vor meiner Heimfahrt am Nachmittag kommt der versprochene Regen. Genauer: Es schüttet kurzzeitig wie aus Kannen. Soll mir nur recht sein. Ich habe extra Kleidung für dieses Wetter eingepackt. Auf der Rückfahrt macht sich der Niederschlag der letzten Stunden auf den Straßen bemerkbar. Aber Pfützen und Nieselregen machen weder mir noch dem Rad etwas aus. Pedelecs sind wetterfest, lediglich sehr tiefe Wasserlachen oder Bäche, die Radnabe und Kurbelwelle übersteigen, sind zu meiden. Auch auf eine Reinigung mit Wasserhochdruck sollte man verzichten.

Nach 20 Kilometern Strecke gibt es einen weiteren Wolkenbruch. Ich kann beim besten Willen nicht weiterfahren, weil ich durch die Regenwand die Fahrbahn nicht mehr erkenne. Also kehre ich in einem chinesischen Restaurant ein und nehme ein frühes Abendbrot zu mir.

  • Das SD1 Urban sieht auf den ersten Blick nicht nach Pedelec aus. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die verbauten Komponenten wie die Supernova-Leuchte ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... und die Ledergriffe sind hochwertig. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bordcomputer ist fest installiert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die 8-Gang-Nabenschaltung ist eine konventionelle Shimano Alfine. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bosch Active Plus Gen3 ist definitiv das Highlight des Rades. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Er wird von einem wechselbaren Bosch-Intube-Akkupack mit 500 Wh gespeist. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Magura-MT4-Bremsen sind zuverlässig. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wartungsarm: Der Gates Carbon Drive Belt 122T hält wesentlich länger als jede Kette. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch das Rücklicht ist von Supernova. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wir fanden den Brooks-Sattel bei schlechtem Wetter eher unpraktisch, aber gut aussehen tut er trotzdem. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf beiden Seiten des Hinterrades ist Platz für Fahrradtaschen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Abgesehen von den Lederelementen ist das SD1 Urban komplett wetterfest. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Abgesehen von den Lederelementen ist das SD1 Urban komplett wetterfest. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Kellnerin kommt an meinen Tisch, an dem das Pedelec lehnt, und sagt schnippisch: "Elektrorad? Bist du zu faul zum Treten?" Meine Erklärung über den weiten Fahrweg stimmt sie etwas versöhnlicher, dennoch erkennt sie zielsicher einen Malus von E-Rädern: "Das ist so teuer, das kann man nicht im Keller oder draußen stehen lassen. Man muss es immer reinnehmen." Tue ich auch. Jeden Tag. Zum Glück ist unsere Wohnung ebenerdig.

Ich komme an diesem Tag mit ordentlicher Verspätung zu Hause an, aber mit vollem Magen. Morgen geht das Rad zurück, Zeit für ein Fazit.

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bla 20. Jul 2019

ist es viel entspannter, wenn man den Bremer Weg nimmt. Die Fahrbahn ist dort auch viel...

plutoniumsulfat 12. Jul 2019

Man siehts doch oben in der Statistik schon: In zwei Drittel der Fälle legt sich der...

Skaarah 09. Jul 2019

Wie kein Stau? Wenn du von Motorrad sprichst, dann meinst du mit Sicherheit eines mit...

weberjn 09. Jul 2019

Wir testen den neuen Server schließlich auch nicht im idle-Betrieb.

0xDEADC0DE 08. Jul 2019

Üblicherweise sind das unter 2 kg an Mehrgewicht, nicht der Rede wert. Wenn man den...



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