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Hitzewelle: Rekordwert für Börsenstrompreis erwartet

Stromkunden mit dynamischen Strompreisen sollten ihren Verbrauch am Abend drosseln. Der Höchstwert des Vorjahres soll stark übertroffen werden.
/ Friedhelm Greis
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Der Betrieb von Klimaanlagen könnte für manche Verbraucher teuer werden. (Symbolbild). (Bild: Quentin de Groeve/Hans Lucas/Reuters)
Der Betrieb von Klimaanlagen könnte für manche Verbraucher teuer werden. (Symbolbild). Bild: Quentin de Groeve/Hans Lucas/Reuters

Die Energiewirtschaft rechnet mit einem neuen Jahreshöchstwert des Börsenstrompreises am Abend des 24. Juni 2026. Um 20:30 Uhr koste eine Megawattstunde (MWh) im Großhandel 747,10 Euro, womit der höchste Preis des Vorjahres um 28 Prozent übertroffen werde, teilte der Energieanbieter 1Komma5° mit. Das entspreche einem Preis von etwa 75 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

Ursache für den hohen Preis seien die Wetterbedingungen. "Gegen Abend sinkt die Stromerzeugung durch Photovoltaik deutlich, während der Wind fast vollständig abflaut", heißt es zur Begründung. Gleichzeitig steige der Stromverbrauch beispielsweise durch Klimaanlagen und Ventilatoren aufgrund der anhaltenden Hitze. Wegen des Strombedarfs müssten teure Gaskraftwerke hochgefahren werden.

Der Anbieter weist Haushalte mit einem dynamischen Stromtarif darauf hin, in diesem Zeitraum auf ihren Verbrauch zu achten und Großverbraucher wie Klimaanlagen zu pausieren. Das gelte jedoch nicht für Haushalte mit intelligenter und automatisierter Energiesteuerung.

Mehr Batteriespeicher gefordert

Nach Ansicht von Produktchef Jannik Schall ist die Preisspitze "ein Symptom für die fehlende Flexibilität in unserem Stromnetz". Er forderte einen schnelleren Ausbau von Batteriespeichern und intelligenten Steuerungssystemen. "Nur wenn wir Systeme wie E-Autos und Heimspeicher künftig flächendeckend und netzdienlich einsetzen, glättet das die Preise und entlastet unsere Infrastruktur dauerhaft", sagte Schall.

Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW)(öffnet im neuen Fenster) wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 etwa 225.000 Speicher mit einer Kapazität von 3,4 Gigawattstunden (GWh) installiert. Darunter waren 0,23 GWh an Kleinstspeichern (unter 5 kWh), 1,41 GWh an privaten Heimspeichern (5 bis 20 kWh), 0,29 GWh an Gewerbespeichern (20 bis 1.000 kWh) und 1,47 GWh an Großspeichern (mehr als 1.000 kWh). Bei den Großspeichern habe sich die installierte Kapazität im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr als vervierfacht.

Parallel dazu planen Energieversorger inzwischen den Ausbau mit günstigen Eisen-Luft-Speichern, die längerfristige Erzeugungslücken bei Wind und Sonne überbrücken sollen. So wollen die niederländischen Unternehmen Ore Energy und Budget Thuis zusammen einen Eisen-Luft-Akku mit einer Kapazität von 1 GWh errichten.

In den Jahren 2024 (936,28 Euro) und 2022 (871,00 Euro) wurden laut 1Komma5° höhere Spitzenwerte an der Strombörse registriert. In den anderen Jahren dieses Jahrzehnts lagen die Spitzenwerte jedoch unter demjenigen des am Abend erwarteten. Die hohe Produktion von Solarstrom führt an manchen Tagen dieses Jahres aber schon zu negativen Strompreisen, von denen im Grunde nicht nur Haushalte mit dynamischen Tarifen profitieren können.


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