Hitzewelle: Portasplit-Klimageräte in Deutschland nahezu vergriffen
Das Midea Portasplit, eine mobile Split-Klimaanlage zur Selbstmontage ohne Bohrarbeiten, gilt seit Jahren als eine der wenigen mieterfreundlichen Alternativen zur fest installierten Splitanlage.
Seit Mitte Juni 2026 ist das Gerät in Deutschland kaum noch zu bekommen. Der Entwickler Adrian Kübel hat unter Braucheklima.de(öffnet im neuen Fenster) eine Karte veröffentlicht, die Echtzeit-Bestände der großen Baumarktketten auswertet. Das Ergebnis am Dienstag: Von über 1.100 erfassten Filialen meldeten nur drei noch Restbestände. Teilweise gibt es nur noch Halterungen für das Außenteil. Amazon, Ebay und Ali Express listen das Gerät zwar, liefern aber keine Geräte mehr, sondern allenfalls Ersatzfilter und die erwähnte Halterung.
Scalper und Mietangebote treiben Preise
Wer auf Kleinanzeigen sucht, findet Geräte, deren Neupreis unter 1.000 Euro liegt, mittlerweile für deutlich höhere Summen. Mietangebote kursieren für rund 350 Euro pro Woche. Laut dem Heise-Autor Christopher Kunz(öffnet im neuen Fenster), der die Entwicklung verfolgt, gibt es Hinweise darauf, dass Scalper automatisierte Methoden einsetzen sollen, um Restbestände zu sichern.
Fake-Klimaanlagen auf dem Vormarsch
Wer auf Social-Media-Plattformen oder bei Youtube nach Alternativen sucht, gerät schnell in das Umfeld dubioser Anbieter. Dort werden sogenannte Mini-Klimaanlagen für 50 bis 130 Euro beworben. Dabei werden Werte angegeben, die sowohl was Kühlleistung als auch den Stromverbrauch angeht so nicht zusammenpassen. Die Geräte sind teilweise einfache chinesische Ventilatoren, die per Dropshipping vertrieben werden.
Was kostet der Betrieb? – Stromrechnung als zweite Überraschung
Wer auf ein Monoblock-Gerät ausweicht, sollte die laufenden Kosten einkalkulieren. Eine Analyse von Verivox und Testberichte.de, die im Vorjahr 247 Modelle untersuchte, zeigt: Bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde und einer jährlichen Laufzeit von 350 Stunden verursachen kleinere Geräte für Räume bis 30 Quadratmeter rund 109 Euro Stromkosten im Jahr.
Größere Geräte für bis zu 45 Quadratmeter kommen auf etwa 133 Euro jährlich. Wer drei Jahre lang regelmäßig kühlt, zahlt damit insgesamt ungefähr so viel für den Strom wie für das Gerät selbst. Monoblocks gelten dabei als weniger effizient als Splitanlagen, weil sie Außenluft durch den Raum ziehen und damit einen Teil der Kühlleistung wieder zunichtemachen.