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Was tatsächlich funktionieren kann

Das Eis in der Flasche hat jedoch den entscheidenden Vorteil, dass es die Luftfeuchtigkeit nicht steigen lässt. In Summe lässt sich mit nur einem Liter aber kaum etwas erreichen. Wird eine solche Flasche auf einen Schrank oder ein Regal gestellt – Untersetzer wegen des Kondenswassers nicht vergessen -, kühlt sich der Raum trotzdem erst einmal ab.

Mit 20 Flaschen ließe sich der Effekt sogar auf die Zimmerwände erweitern. Dabei gibt es zwei Probleme: Selbst ein größerer Gefrierschrank kann eine solche Wassermenge innerhalb von 24 Stunden nicht ausreichend herunterkühlen. Parallel muss das Gerät permanent auf voller Leistung laufen. Der Raum mit dem Gefrierschrank heizt sich somit spürbar auf. Das gilt auch schon bei kleineren Mengen Eis.

Klimaanlage, aber richtig

Wer eine Gefriertruhe im Keller stehen hat, kann also mit gefrorenem Wasser in Flaschen tatsächlich etwas erreichen. Wirkliche Abkühlung verschafft in der Regel aber nur eine Klimaanlage, und hier haben die mobilen Geräte eine Unmenge an Nachteilen, auch wenn sie in Mietwohnungen zumeist die einzige Option bleiben.

Anders als bei einer fest installierten Klimaanlage mit getrennten Kreisläufen lässt es sich bei mobilen Geräten kaum verhindern, dass warme Luft in den Raum strömt. Selbst bei einer guten Abdichtung des Abluftschlauchs am Fenster oder an der Balkontür lässt der leichte Unterdruck an anderer Stelle erwärmte Luft ins Zimmer einströmen.

Dennoch dürfte die Maßnahme ausreichend sein, um zumindest einen Raum der Wohnung, vermutlich das Schlafzimmer, um wenigstens 5 °C abzukühlen. Geräuschkulisse und der Stromverbrauch im Bereich von 1.000 Watt je nach Alter der Anlage müssen dafür in Kauf genommen werden. Ein zweigeteiltes System kühlt dagegen besser und verbraucht nur halb so viel Strom. Übertreiben sollte man es aber nicht: 5 °C weniger in einem Raum reichen vollkommen aus.

Vorausplanen, vorausplanen, vorausplanen

Ohne Klimaanlage und leistungsstarke Gefriertechnik bleibt nur Vorausschau. Kündigen sich heiße Tage an, sollten schon nach der erwartbar letzten kühlen Nacht morgens alle Fenster geschlossen werden, spätestens gegen 10 Uhr. Die Jalousien, noch besser Außenrollos, bleiben bis zum Abend geschlossen und durchgelüftet wird erst, wenn es draußen kühler ist als drinnen.

Diese Strategie hat ebenfalls ein paar Haken: Wer das konsequent durchzieht, stellt schnell fest, dass in heißen Nächten frische Luft erst irgendwann nach Mitternacht Einlass bekommen darf.

Auch den Luxus von Außenrollläden weist nicht jede Wohnung auf. Wenn doch, dann dürfen diese nie ganz geschlossen sein, sondern ein paar kleine Spalte sollten tagsüber den Luftaustausch ermöglichen.

Profitipp zum Abschluss

Gibt es keine Außenjalousien, dann hilft immer noch eine Rettungsdecke(öffnet im neuen Fenster). Dieses Utensil, das sich jedem Erste-Hilfe-Kasten findet und in Baumärkten für knapp 1 Euro verkauft wird, kann insbesondere Infrarotstrahlung und somit jenen Teil des Lichts, der die Erwärmung bewirkt, sehr effektiv fernhalten.

Die extrem dünne Folie lässt sich von außen über die Fenster spannen und blockt die Wärmestrahlung bereits vor dem Auftreffen auf der Fensterscheibe ab, vergleichbar mit einem Rollladen. Allerdings dringt sichtbares Licht weiterhin durch, so dass der Blick nach außen mit leichten Einschränkungen des Spektrums frei bleibt.

Üblicherweise gehört die goldene Seite nach innen und die silberne Seite nach außen. So soll zusätzlich Wärme von innen nach außen geleitet werden. In praktischen Versuchen konnte der Effekt aber nicht nachgewiesen werden. Dass die Decke aber zuverlässig die Infrarotstrahlung aussperrt, kann jeder bei der nächsten Hitzewelle selbst testen.


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