Hitchbot: Trampender Roboter ist jetzt auf dem Weg nach Westen

Zum ersten Mal versucht ein Roboter, per Anhalter zu reisen - von der Ostküste Kanadas bis an die Westküste. Im Netz protokolliert der Hitchbot, wie es ihm dabei ergeht.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
Hitchbot: Menschen sind weitgehend harmlos.
Hitchbot: Menschen sind weitgehend harmlos. (Bild: Hitchbot/Screenshot: Golem.de)

Nun ist er also unterwegs, der Hitchbot. Seine Reise quer durch Kanada hat am Sonntag in Halifax, Nova Scotia, begonnen. Ein "reizendes Paar" nahm den kleinen Roboter als Erstes mit, wie er auf Twitter schrieb. Derzeit ist er auf dem Weg nach Nordwesten, sein erstes Etappenziel ist New Brunswick. Bis nach Victoria auf Vancouver Island will er in den kommenden Wochen kommen - und zwar ausschließlich per Anhalter.

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Einen trampenden Roboter, der ohne menschliche Beschützer auf Reisen geht, gab es noch nie. Gedacht war das Projekt der deutschen Robotikforscherin Frauke Zeller von der Ryerson University in Toronto und ihres Teams als Experiment: Können Roboter den Menschen vertrauen?

Nun ist das auch ein Medienereignis geworden. Die Berichterstattung im Vorfeld hat den Hitchbot bereits so bekannt gemacht, dass er zum einen von sehr vielen Autofahrern erkannt werden könnte und zum anderen von noch viel mehr Menschen auf seinem Weg beobachtet werden wird.

Aktiv ist der Hitchbot in allen großen sozialen Netzwerken, veröffentlicht dort Fotos und zeigt, wo er gerade ist. Tausende verfolgen seinen Weg auf Twitter und Facebook. Er bekommt dort auch schon seit Tagen und Wochen Einladungen von den Nutzern. Einer von ihnen will den Roboter sogar mit zum Fallschirmspringen nehmen.

Der Roboter redet

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Wer ihn an der Straße aufgabelt, kann während der Fahrt mit ihm reden. Er hat eine Spracherkennungssoftware und eine Schnittstelle zur Wikipedia, also ein ziemlich umfassendes Allgemeinwissen. "Aufgrund des hohen Aufkommens an Hintergrundgeräuschen im Auto mussten wir Hitchbot aber 'beibringen' den Menschen zu sagen, dass sie bitte auf Radio und Musik verzichten sollen, wenn sie mit ihm sprechen wollen", schreibt Frauke Zeller in einer E-Mail. "Auch sollten die Fenster geschlossen sein."

In diesem Video ist zu sehen, wie der Roboter aussieht und wie es klingt, wenn er drauflosquasselt. "Es gab nicht so viele unterschiedliche Stimmen zur Auswahl - und eine ganze Reihe hatte auch Akzente, zum Beispiel einen britischen", schreibt seine Schöpferin. "Wir wollten aber, dass Hitchbot ein kanadisches Produkt ist, und haben uns daher für diese Stimme entschieden."

Hat Zeller Angst um den Roboter, nun, da er alleine klarkommen muss? Angst, dass ihn jemand stiehlt, auseinandernimmt, überfährt? "Natürlich macht man sich auch Sorgen - aber das ist eben Teil des Experiments", antwortet Zeller. Helfen kann sie ihm nicht mehr.

Sie hofft, dass die Menschen wirklich so sind, wie erfahrene Tramper sagen: größtenteils harmlos.

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