• IT-Karriere:
  • Services:

Hisilicon: Vielzahl kritischer Lücken in Geräten mit Huawei-Encodern

Standardpasswort, Telnet-Zugang und weitere kritische Lücken finden sich in den Video-Geräten. Huawei sieht seine Kunden verantwortlich.

Artikel veröffentlicht am ,
Geräte wie diese von URayTech sollen verwundbar sein.
Geräte wie diese von URayTech sollen verwundbar sein. (Bild: URayTech)

Der Sicherheitsforscher Alexei Kojenov hat eine Vielzahl teils kritischer Sicherheitslücken in Video-Encodern gefunden. Die Lücken finden sich dem Bericht zufolge alle in Video-Over-IP-Geräten, die auf dem HI3520D-Chipset der Huawei-Tochter Hisilicon basieren und Videodaten in H.264 oder H.265 kodieren, um diese als Netzwerkstreams bereitzustellen. Huawei dementiert, selbst für die Lücken verantwortlich zu sein, und verweist auf seine Kunden beziehungsweise Zulieferer.

Stellenmarkt
  1. Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG, Gerlingen (bei Stuttgart)
  2. Carl Zeiss AG, Oberkochen

Laut Kojenov, der die Geräte unter anderem per Reverese Engineering untersucht hat, verfügt ein Teil der Software über ein nicht dokumentiertes Standardpasswort zur Administration, was der Sicherheitsforscher als Backdoor bezeichnet (CVE-2020-24215). Per Telnet ist auf einigen der untersuchten Geräte mit diesem Passwort außerdem ein Root-Zugriff auf das Linux-System möglich (CVE-2020-24218).

In dem Bericht werden darüber hinaus weitere kritische Lücken aufgezählt, die beispielsweise nicht authentifizierte Dateiuploads ermöglichen, das Ausführen von Code oder auch ein nicht authentifiziertes Ableiten des Videostreams per RTSP. Zwar lassen sich die Angriffe mit diesen Lücken theoretisch vergleichsweise einfach durch eine Firewall oder ähnliche Netzwerkregeln verhindern, laut Kojenov habe er jedoch mehrere Hundert verwundbare Geräte im Internet gefunden.

Die Auswirkung der Lücken sollte dementsprechend klein ausfallen und sollten sich eigentlich auch vergleichsweise schnell schließen lassen. Auch sind Standardpasswörter leider keine Seltenheit bei IoT-Geräten. Huawei weist jedoch darauf hin, dass sich die beschriebenen Lücken so nicht in dem von dem Hersteller zu dem Chip angebotenen SDK finden. Diese müssten demnach vielmehr von Kunden beziehungsweise Zulieferern stammen, so Huawei.

Die komplizierte Lieferkette von Geräten des Internet-of-Things macht das Nachvollziehen der Herkunft der Lücken hier aber eher schwierig. Gleiches gilt natürlich für das Verteilen von Patches. So habe Kojenov auch Probleme gehabt, mit Hilfe des Cert die betroffenen Hersteller zu erreichen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

sg (Golem.de) 21. Sep 2020 / Themenstart

Wir haben die Headline am Wochenende angepasst und diese macht nun deutlich, dass es sich...

gunterkoenigsmann 21. Sep 2020 / Themenstart

Mich nervt diese Einstellung: Erstens sind wir nur ein Reseller. Also keinesfalls für...

Diabolarius 19. Sep 2020 / Themenstart

Kommt schon, disqualifizierend genug, dass auf golem so eine Überschrift bei dem...

946ben 19. Sep 2020 / Themenstart

Ich hab letztens mal in einem Kommentar auf einen Link geklickt. Von dort wurde ich auf...

Der Agent 19. Sep 2020 / Themenstart

Wenn man einen offenen Telnet Port findet sollte man ganz prinzipiell mal hinterfragen ob...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Die Entstehung von Unix (Golem Geschichte)

Zwei Programmierer entwarfen nahezu im Alleingang eines der wichtigsten Betriebssysteme.

Die Entstehung von Unix (Golem Geschichte) Video aufrufen
5G: Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung
5G
Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung

Nokia und Ericsson betreiben viel Forschung und Entwicklung zu 5G in China. Ein enger Partner Ericssons liefert an das chinesische Militär.
Eine Recherche von Achim Sawall

  1. Quartalsbericht Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China
  2. Cradlepoint Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus
  3. Neben Huawei Telekom wählt Ericsson als zweiten 5G-Ausrüster

Ausprobiert: Meine erste Strafgebühr bei Free Now
Ausprobiert
Meine erste Strafgebühr bei Free Now

Storniert habe ich bei Free Now noch nie. Doch diesmal wurde meine Geduld hart auf die Probe gestellt.
Ein Praxistest von Achim Sawall

  1. Gesetzentwurf Weitergabepflicht für Mobilitätsdaten geplant
  2. Personenbeförderung Taxibranche und Uber kritisieren Reformpläne

Energiewende: Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte
Energiewende
Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte

Vor einem Jahrzehnt suchte die europäische Stahlindustrie nach Technologien, um ihren hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren, doch umgesetzt wurde fast nichts.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Wetter Warum die Klimakrise so deprimierend ist

    •  /