Abo
  • IT-Karriere:

Hiroshi Yamauchi: Nachruf: Der Mann, der Nintendo groß machte

Der frühere Nintendo-Chef und Computerspielepionier Hiroshi Yamauchi ist tot. Yamauchi war über 50 Jahre lang Chef von Nintendo. In der Zeit machte er aus dem Familienunternehmen einen Weltkonzern.

Artikel veröffentlicht am ,
Hiroshi Yamauchi (Bild aus dem Jahr 1999): Computerspiele mobil gemacht
Hiroshi Yamauchi (Bild aus dem Jahr 1999): Computerspiele mobil gemacht (Bild: Reuters)

Die Spielebranche hat einen wichtigen Vorreiter verloren: Hiroshi Yamauchi, der langjährige Chef des japanischen Computerspielekonzerns Nintendo, ist in seiner Heimatstadt Kyoto gestorben.

Stellenmarkt
  1. EnBW Energie Baden-Württemberg AG Holding, Karlsruhe
  2. ATCP Management GmbH, Berlin

Yamauchi wurde am 7. November 1927 in Kyoto geboren und war von 1949 bis 2002 Chef von Nintendo. Unter seiner Ägide wurde aus einem kleinen Familienunternehmen einer der größten und wichtigsten Konzerne der Computerspielebranche.

1889 hatte Fusajiro Yamauchi Nintendo gegründet. Das Unternehmen stellte traditionelle Spielkarten, die sogenannten Hanafuda, her. 60 Jahre später übernahm Urenkel Hiroshi Yamauchi das Familienunternehmen. Nicht ganz freiwillig, wie er später bekannte: Er übernahm den Posten von seinem Großvater, der einen Schlaganfall erlitten hatte. Hiroshi Yamauchi war zu dem Zeitpunkt gerade mal 22 Jahre alt und verließ deswegen die Universität.

Disney-Karten

Zunächst führte Yamauchi das Geschäft mit den Spielkarten fort. Er erweiterte es, indem er westliche Spielkarten mit Disney-Motiven in Lizenz in Japan druckte. Mitte der 1950er Jahre begann Nintendo, auch Spielsachen zu produzieren. Im folgenden Jahrzehnt brachte Yamauchi Nintendo an die Börse. Es gab aber auch Fehlentscheidungen bei den Produkten - dazu gehörte auch ein verpatzter Einstieg in die Nahrungsmittelbranche -, die Ende der 1960er Jahre beinahe das Aus für das Unternehmen bedeutet hätten.

Die Wende leitete Yamauchi ein, als er sich in den 1970er Jahren entschied, es mit Videospielen zu versuchen. Anfangs verkaufte das Unternehmen noch eine Konsole aus den USA. Später produzierte Nintendo Geräte und Spiele selbst - für daheim ebenso wie für Spielhallen.

Glücksgriff Shigeru Miyamoto

1977 gelang Yamauchi der entscheidende Glücksgriff: Er engagierte Shigeru Miyamoto, der in der Folge die Spiele entwickelte, die den Aufstieg Nintendos in die Topränge der Branche begründeten: Super Mario, Donkey Kong oder die Legende von Zelda. In den 1980er Jahren brachte Nintendo mehrere Spielekonsolen auf den Markt, die sehr erfolgreich wurden. Im darauf folgenden Jahrzehnt machten die Japaner Videospiele mobil: Statt auf einem Computer konnte mit dem Game Boy auch unterwegs gespielt werden.

2006 gelang Nintendo ein weiterer Coup: Mit der Wii präsentierte das Unternehmen die erste Spielekonsole, die mit Bewegungen gesteuert wurde. Zu dem Zeitpunkt stand Yamauchi aber schon nicht mehr an der Spitze des Konzerns. Er hatte seinen Posten 2002 an Satoru Iwata abgegeben, fungierte aber immer noch als Berater, wenn auch mit den Jahren immer weniger.

Anteile an US-Baseballverein gekauft

Er galt als einer der reichsten Männer Japans. Ihm gehörten zeitweise Anteile des Baseball-Vereins Seattle Mariners, der in der US-Profiliga spielt. Yamauchi hatte diese 1992 gekauft, um die M's vor dem Konkurs zu bewahren. Er hatte wenig Interesse an Baseball. Der Verein war an ihn herangetreten, weil die US-Zentrale von Nintendo ihren Sitz im US-Bundesstaat Washington hat. 2004 übernahm Nintendo USA seine Anteile.

Hiroshi Yamauchi starb am 19. September 2013 in einem Krankenhaus in Kyoto an einer Lungenentzündung. Er wurde 85 Jahre alt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (u. a. Ryzen 5-2600X für 184,90€ oder Sapphire Radeon RX 570 Pulse für 149,00€)

xxNxx 24. Sep 2013

seh ich ganz genauso.. und es gab ja schonmal ein entsprechendes konzept. von sony.. das...

irata 22. Sep 2013

Welchen Diebstahl? Gerettet? Nordamerika oder die ganze Welt? Vom Crash war ja...

Falkentavio 22. Sep 2013

Nintendo hat ja bereits vorher Videospiele entwickelt. Miyamoto hat als erste Aufgabe...

Anonymer Nutzer 21. Sep 2013

Er hat wohl für viele,mich zb,einige der schönsten Videospiel-Momente aller zeiten...


Folgen Sie uns
       


Katamaran Energy Observer angesehen

Die Energy Observer ist ein Schiff, das ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben wird und seinen Treibstoff zum Teil selbst produziert. Wir haben es in Hamburg besucht.

Katamaran Energy Observer angesehen Video aufrufen
Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

Mobile-Games-Auslese: Games-Kunstwerke für die Hosentasche
Mobile-Games-Auslese
Games-Kunstwerke für die Hosentasche

Cultist Simulator, Photographs, Dungeon Warfare 2 und mehr: Diesen Monat lockt eine besonders hochkarätige Auswahl an kniffligen, gruseligen und komplexen Games an die mobilen Spielgeräte.
Von Rainer Sigl

  1. Spielebranche Auch buntes Spieleblut ist in China künftig verboten
  2. Remake Agent XIII kämpft wieder um seine Identität
  3. Workers & Resources im Test Vorwärts immer, rückwärts nimmer

Zulassung autonomer Autos: Der Mensch fährt besser als gedacht
Zulassung autonomer Autos
Der Mensch fährt besser als gedacht

Mehrere Jahre haben Wissenschaftler und Autokonzerne an Testverfahren für einen Autobahnpiloten geforscht. Die Ergebnisse sprechen für den umfangreichen Einsatz von Simulation. Und gegen den schnellen Einsatz der Technik.
Von Friedhelm Greis

  1. Mercedes-Sicherheitsstudie Wenn das Warndreieck autonom aus dem Auto fährt
  2. Einride T-Pod Autonomer Lkw fährt in Schweden Waren aus
  3. Ingolstadt Audi vernetzt Autos mit Ampeln

    •  /