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Geisterbeschwörung per Roboter: räumliche und zeitliche Diskrepanz
Geisterbeschwörung per Roboter: räumliche und zeitliche Diskrepanz (Bild: EPFL/Screnshot: Golem.de)

Hirnforschung: Roboter beschwört Geister

Geisterbeschwörung per Roboter: räumliche und zeitliche Diskrepanz
Geisterbeschwörung per Roboter: räumliche und zeitliche Diskrepanz (Bild: EPFL/Screnshot: Golem.de)

Gibt es Geister? Natürlich nicht, werden die meisten sagen. Doch, werden andere entgegnen, sie könnten Geister fühlen. Schweizer Wissenschaftler haben einen Roboter entwickelt, der Geistern auf die Spur kommt. Das Ergebnis ist anders als erwartet - aber nicht weniger gruselig.

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Hier scheint kein Vollmond, kein Vorhang bläht sich im Wind und in der Ferne schlägt auch keine Kirchturmuhr. Es wird auch kein Tisch gerückt. Olaf Blanke beschwört Geister in seinem Labor - und dafür aktiviert er einen Roboter.

Einen Geist, eine nicht-materielle Erscheinung neben sich, glauben viele Menschen schon wahrgenommen zu haben. Reinhold Messner ist einer von ihnen. Der Bergsteiger ist nicht gerade der Spökenkiekerei verdächtig - und doch hat er einmal beim Abstieg vom Nanga Parbat, einem über 8.000 Meter hohen Berg im Himalaja, einen unsichtbaren Kletterer neben sich gespürt. Auch andere Menschen in Extremsituationen berichten von solchen Erscheinungen. Ebenso Patienten, die unter bestimmten neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen leiden, wie Schizophrenie oder Epilepsie.

Roboter beschwört Geister

Anwesenheit oder Feeling of Presence nennen Forscher dieses Phänomen, und die EPFL-Neurowissenschaftler um Blank sind ihm auf der Spur, wie sie in der Fachzeitschrift Current Biology schreiben. Mit Hilfe eines Roboters, den sie gebaut haben, können sie das Phänomen auch bei solchen Menschen hervorrufen, die das bisher nicht kennen. Mit Erfolg: Die Probanden gruselten sich reichlich.

Die Geisterbeschwörung besteht in einem Dissonanz-Experiment, bei dem man dem Gehirn der Testperson die Anwesenheit von jemandem oder etwas vorgaukelt. Der Proband steht mit verbundenen Augen vor einem kleinen Roboter und hält dessen Arm in seinen Händen, die er bewegt. Der Roboterarm erfasst die Bewegungen und gibt sie an eine zweiten Roboterarm weiter, der hinter dem Probanden angebracht ist und dessen Rücken berührt.

Der Geist zeigt sich erstmal nicht

Er nimmt die Bewegungen des Menschen auf und führt diese simultan aus. Es gibt zwar eine räumliche Diskrepanz zwischen der eigenen Bewegung des Probanden und der, die auf ihm ausgeführt wird. Aber weil beide synchron sind, kommt das Gehirn damit klar. Kein Geist bis hierher.

Dann führten die Forscher eine zweite Dissonanz ein: Plötzlich führte der Roboter seine Bewegungen nicht mehr synchron aus, sondern zeitlich versetzt. Das brachte die räumliche und zeitliche Wahrnehmung gehörig durcheinander: Der Geist erschien. Nach etwa drei Minuten der verzögerten Berührung hätten sie die Testpersonen gefragt, wie es ihnen ginge, sagt Projektleiter Giulio Rognini. Einige hätten das Gefühl einer Anwesenheit gehabt - und nicht nur einer: Bis zu vier Geister zählten die Probanden um sich herum. "Für einige war das Gefühl so stark, dass sie darum baten, das Experiment abzubrechen."

Das Gehirn wird ausgetrickst

Die Anwesenheit resultiert aus einer Veränderung der sensomotorischen Hirnsignale, die an der Konstitution des Selbstbewusstseins beteiligt sind, indem sie Informationen über Bewegungen und die Position des Körpers im Raum einbeziehen. Normalerweise gibt es bei diesen Wahrnehmungen keine Diskrepanz: Wird eine Bewegung initiiert, sendet das Bewegungszentrum des Gehirns eine Information an das sensorische Zentrum.

Ist der Roboter aber im Verzögerungsmodus, kommt es zu einer Diskrepanz zwischen den Signalen: Dem Signal bei der Bewegung des Roboterarms folgt kein sensorisches Signal, weil die Berührung ausbleibt. Im normalen Leben gibt es eine solche Diskrepanz nicht. Das Gehirn, so vermuten die Forscher, versuche, diesen Widerspruch aufzulösen, indem es jemanden oder etwas erschaffe, der oder das diese Leere fülle, die Person berühre: eine Anwesenheit, einen Geist.

Ich oder jemand Anderer

"Unser Gehirn hat mehrere Repräsentationen unseres Körpers im Raum", sagt Rognini. "Unter normalen Bedingungen ist es in der Lage, daraus eine einheitliche Selbstwahrnehmung zu schaffen. Aber wenn es Fehlfunktionen aufgrund von Krankheit - oder in diesem Fall einem Roboter - gibt, dann kann es manchmal zu einer zweiten Darstellung des eigenen Körpers kommen, die nicht mehr als 'ich' wahrgenommen wird, sondern als jemand Anderer, als eine 'Anwesenheit'."

Mutmaßlich sind drei Regionen im Gehirn für diese Erlebnisse verantwortlich: die Inselrinde, der parietale-frontale Kortex und der temporo-parietale Kortex. Diese Hirnbereiche sind für die Selbstwahrnehmung, die Bewegung sowie die Wahrnehmung im Raum mit verantwortlich. Sie sind an der multisensorischen Signalverarbeitung beteiligt, die letztlich die Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers ausmacht.

Forscher untersuchen Gehirne

Um herauszubekommen, welche Hirnregionen beteiligt sind, hatten die Forscher zuvor die Gehirne von zwölf Neuro-Patienten per Magnetresonanztomographie untersucht. Die Patienten, meist Epileptiker, hatten bereits Anwesenheiten wahrgenommen.

Für die Forscher um Blank und Rognini ist damit klar, dass Geister nur in der Einbildung derer existieren, die sie sehen. Allerdings seien sie sich auch im Klaren darüber, dass ihre Arbeit kaum einen der Geistergläubigen von seinem Glauben abbringe, sagen sie.


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svendeng 28. Sep 2015

Hi, da gibt es eine interessante Seite a-Palindrom.npage. de wenn man die mp3-Files...

Zwangsangemeldet 11. Nov 2014

Und doch geht die Wissenschaft davon aus, dass es eine objektiv beobachtbare...

Anonymer Nutzer 10. Nov 2014

Troll...

Niaxa 10. Nov 2014

Roboter haben etwas mit Technik zu tun und man sollte differenzieren können, worüber...

Niaxa 10. Nov 2014

Ja so ist es. Immer nur in Angespannten Situationen in denen das Gehirn irgendwelche...



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