Hintertüren: Cisco offen für Quellcode-Einblick bei 5G

Cisco legt seinen 5G-Quellcode zu Prüfzwecken in seinen eigenen Zentren offen. Doch das BSI äußert sich bisher nicht dazu, ob Cisco damit in Deutschland ausreichend Transparenz schafft.

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5G-Antennen von Huawei im Netz von Vodafone in Barcelona
5G-Antennen von Huawei im Netz von Vodafone in Barcelona (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Cisco zeigt sich offen für die in Deutschland diskutierte Quellcode-Prüfung von 5G-Technik, jedoch nicht in Prüfzentren des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik). "Transparenz ist die Grundlage von Vertrauen. Daher bietet Cisco bereits seit 2015 auf eigene Initiative den Technology Verification Service an", sagte Cisco Deutschland-Sprecher Lars Gurow Golem.de auf Anfrage.

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Im Rahmen dieses Programms könnten Kunden Hardware, Software, Firmware und andere Cisco Intellectual Property testen. Dies umfasse Zugang, Prüfung und Test von Quellcode. Dies geschehe an bestimmten, besonders geschützten Cisco-Einrichtungen in Europa und Nordamerika. "Die Prüfung und Einsichtnahme erfolgt immer nur in diesen Prüfzentren. Cisco gewährt also Einblick in Quellcode, jedoch gelangt keine Organisation oder Regierung in den Besitz des Codes", erklärte Gurow.

Das BSI hat eine Anfrage von Golem.de zu laufenden Prüfprozessen von 5G-Produkten von Cisco bei der Behörde nicht beantwortet.

Cisco arbeitet mit Samsung zusammen und präsentierte auf dem Mobile World Congress in Barcelona, wie das WiFi-6-Gerät - das Samsung Galaxy S10 - in Cisco WiFi-6-Netzwerken funktioniert. Zudem wurde der neue Cisco Ultra Cloud Core mit CUPS (Control User Plane Separation) vorgestellt. Dies ist eine Packet-Core-Plattform, die 3G-, 4G-, 5G-, IoT- und WiFi-basierte Dienste vereinen soll.

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Weitere Produkte und Services aus den Bereichen Intent-based Networking, Router, Automatisierung und Sicherheit wurden gezeigt. Im Bereich Radio hat Cisco keine Produkte. Anders als Huawei oder Nokia verfügt Cisco nicht über End-To-End-Technologie für 5G.

Beim IT-Branchenverband Bitkom war man irritiert, dass sich die Debatte ausschließlich auf Huawei konzentriere. "Huawei bemüht sich in Sicherheitsfragen sehr um Transparenz", sagte Bitkom-Präsident Bernhard Rohleder. Andere Unternehmen wehrten sich kategorisch dagegen, ihre Software offenzulegen. "Wenn die Regierung dies jetzt gesetzlich festschreiben will, könnte ein Kollateralschaden sein, dass sie damit die Anbieter in Amerika und Europa trifft."

Huawei hatte im November im Beisein des BSI-Präsidenten Arne Schönbohm sein Security Lab in Bonn eröffnet, in dem deutsche Kunden unter anderem den Quellcode von Huawei-Produkten prüfen können. Ähnliche Einrichtungen, erklärte Schönbohm, wünsche er sich auch von anderen Herstellern. Später sagte er dem Wall Street Journal, man ermutige "alle Ausrüster, Laboratorien zur Verifizierung von Technologien in Bonn zu eröffnen". Sie sollten so beschaffen sein wie das Lab von Huawei.

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