Abo
  • Services:
Anzeige
Senior mit Rollator
Senior mit Rollator (Bild: Topro)

Hilfsmittel-Paradoxon: Smarter Rollator soll Sturzrisiko verringern

Senior mit Rollator
Senior mit Rollator (Bild: Topro)

Bis Ende 2019 soll ein Rollator entwickelt werden, der eine falsche Handhabung oder Haltung verhindert. Distanzsensoren sollen Korrektur-Feedback geben. Das vom Bundesforschungsministerium mit knapp einer Million Euro geförderte Projekt richtet sich vor allem an Senioren.

Ältere Menschen haben oft große Angst davor hinzufallen, und das zu Recht. Bei über 65-Jährigen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie binnen eines Jahres mindestens ein Mal fallen, bei 30 Prozent. "Pro Lebensjahrzehnt erhöht sich die Wahrscheinlichkeit um je zehn Prozent. Das ist viel", sagt Amit Choudhury, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation am Klinikum Bremen-Nord. Ein Rollator schafft oft Stabilität und Bewegungssicherheit, aber nicht immer.

Anzeige

Es gibt ein sogenanntes Hilfsmittel-Paradoxon, auf das der Arzt hinweist. Das heißt: Obwohl Rollatoren als Hilfsmittel die Sturzgefahr verringern sollen, kann bei ihrer Benutzung das Sturzrisiko steigen. Hintergründe sind meist falsche Haltung und/oder falsche Handhabung. Häufig beugt sich der Nutzer zu weit vor, wodurch der Schwerpunkt nach vorne kippt und der 'Rollator-User' nicht mehr hinterherkommt. Auch ist die Distanz zum Rollator oft zu groß.

Der Rollator soll Korrektur-Feedback geben

Im optimalen Fall wird das richtige Handling den Senioren bei der Schulung durch Physiotherapeuten vermittelt. Aber oft werden die Tipps schnell vergessen, und es schleichen sich wieder Haltungsfehler ein. Genau hier setzt das Forschungsprojekt ModESt an. Informatiker, Mediziner, Physiotherapeuten, ein Rollatorhersteller und ein Elektronikunternehmen wollen einen Rollator entwickeln, der die Ganghaltung des Nutzers per Distanzsensoren konstant analysiert und ein Korrektur-Feedback gibt.

"Es geht um die Sturzprävention", sagt Projektleiter Serge Autexier vom Bremer Forschungsbereich Cyber-Physical Systems (CPS) des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz gGmbH (DFKI). Zur Analyse sollen sechs oder acht virtuelle Distanzsensoren den Abstand zwischen Schultern, Becken, Ober- und Unterschenkeln messen und mit softwarebasierten Algorithmen feststellen. "Das ist komplex, aber nur der erste Schritt", so der Informatiker Autexier.

Wie der Rollator kommuniziert, ist noch offen

Der zweite Schritt heißt Interaktion. Der Rollator muss seinem Nutzer klarmachen, dass er gerade eine Fehlhaltung einnimmt, die möglicherweise zum Sturz führen kann. Autexier: "Der Rollator muss kommunizieren. Aber wie macht er das? Es muss einfach sein und intuitiv, und es darf nicht ablenken". Ein Display würde vermutlich zu viel Aufmerksamkeit brauchen. Summ- und Brummtöne eignen sich in lauter Umgebung oder bei Schwerhörigkeit nicht wirklich. Knifflige Fragen. Aber das bis Ende 2019 angelegte Projekt steht noch am Anfang.

Rollatoren sind für die Mobilität vieler Menschen unabdingbar geworden. Branchenexperten gehen davon aus, dass seit etwa drei bis vier Jahren jährlich etwa 550.000 Rollatoren neu verkauft werden. Der Markt habe eine sehr interessante Entwicklung genommen, sagt Markus Hammer, Vertriebsleiter beim Hersteller Topro, der zu den Partnern des vom Bundesforschungsministerium mit mehr als 900.000 Euro geförderten Projekts gehört (PDF). Hammer: "Während Rollatoren in der Vergangenheit noch eher ungeliebte, lästige Hilfsmittel waren, sind sie heute vielerorts bereits zum Lifestyle-Produkt geworden."

Wann und ob ein Rollator notwendig ist, muss aus Sicht des Arztes Choudhury letztlich individuell entschieden werden. Hilfreich können sie bei Arthrosen in Hüft- oder Kniegelenken sein, bei aktiver Muskelinsuffizienz oder Nervenstörungen. Sie sollen den Bewegungsraum erweitern, Lebensqualität verbessern und eben: Stürzen vorbeugen. Denn solche Stürze sind gerade im Alter gefährlich.

Der gefürchtete Klassiker der Altersfrakturen ist der Oberschenkelhalsbruch. Aber auch schulternahe Oberarmbrüche, Beckenringfrakturen und - gerade bei begleitender Osteoporose (Knochenschwund) - Wirbelkörperfrakturen sind Alltag in Geriatrie-Kliniken. Für die Patienten ist das oft eine absolute Zäsur, die nicht zwingend, aber oft ins Pflegeheim führt, wie Choudhury weiß: "Etwa ein Viertel der Patienten ist nach einer Schenkelhalsfraktur dauerhaft auf pflegerische Unterstützung angewiesen."


eye home zur Startseite
plutoniumsulfat 03. Mai 2017

http://www.der-postillon.com/2013/09/nach-cars-und-planes-disney-kundigt.html

Themenstart

Bouncy 02. Mai 2017

Nachtmodus. Speed-Step. Rückentrainingsprogramme. Gibt sicherlich zehntausende dieser...

Themenstart

NoLabel 02. Mai 2017

... dann wird es gehackt und wehe dem Nutzer so eines Geräts. Auch toll für die...

Themenstart

Eheran 02. Mai 2017

Ich weiß schon, warum ich solche Begriffe nicht bei Google eingebe. Die Seite ist ja...

Themenstart

Apfelbrot 02. Mai 2017

Wenn das als Hilfsmittel zugelassen wird, zahlt das eh die Kasse bei Bedarf. Wie auch...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. GALERIA Kaufhof GmbH, Köln
  2. twocream, Wuppertal
  3. Hornetsecurity GmbH, Hannover
  4. Robert Bosch GmbH, Leonberg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Revenant 7,97€, James Bond Spectre 7,97€, Der Marsianer 7,97€)
  2. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 16,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€ Einkauf + 3€ Versand)

Folgen Sie uns
       


  1. Wemo

    Belkin erweitert Smart-Home-System um Homekit-Bridge

  2. Digital Paper DPT-RP1

    Sonys neuer E-Paper-Notizblock wird 700 US-Dollar kosten

  3. USB Typ C Alternate Mode

    Thunderbolt-3-Docks von Belkin und Elgato ab Juni

  4. Sphero Lightning McQueen

    Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

  5. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  6. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  7. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  8. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  9. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  10. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google I/O: Google verzückt die Entwickler
Google I/O
Google verzückt die Entwickler
  1. Neue Version im Hands On Android TV bekommt eine vernünftige Kanalübersicht
  2. Play Store Google nimmt sich Apps mit schlechten Bewertungen vor
  3. Daydream Standalone-Headsets auf Preisniveau von Vive und Oculus Rift

Panasonic Lumix GH5 im Test: Die Kamera, auf die wir gewartet haben
Panasonic Lumix GH5 im Test
Die Kamera, auf die wir gewartet haben
  1. Die Woche im Video Scharfes Video, spartanisches Windows, spaßige Switch

Asus B9440 im Test: Leichtes Geschäftsnotebook liefert zu wenig Business
Asus B9440 im Test
Leichtes Geschäftsnotebook liefert zu wenig Business
  1. ROG-Event in Berlin Asus zeigt gekrümmtes 165-Hz-Quantum-Dot-Display und mehr

  1. Re: Bessere Variante, da mit Android: Onyx Boox...

    cyberdynesystems | 05:43

  2. Re: Ich werd es mir wohl kaufen oder gibt es...

    cyberdynesystems | 05:39

  3. Re: Die cryengine ist nichts besonderes mehr.

    R3VO | 04:33

  4. Re: Alternativen?

    Gandalf2210 | 04:31

  5. Re: Warum überhaupt VLC nutzen

    ve2000 | 01:26


  1. 18:10

  2. 10:10

  3. 09:59

  4. 09:00

  5. 18:58

  6. 18:20

  7. 17:59

  8. 17:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel