High Bandwidth Memory: SK Hynix liefert schnelleren Grafikkartenspeicher aus

Der Speicherhersteller SK Hynix hat die erste Generation des High Bandwidth Memory in sein Produktfolio aufgenommen ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ). Der für Grafikkarten oder GPUs von Systems-on-a-Chip gedachte Videospeicher bietet eine ähnliche Geschwindigkeit wie der flotteste GDDR5-Speicher, ohne dessen Leistungsaufnahme zu erreichen.
Die von SK Hynik gelisteten HBM-Bausteine bestehen aus vier gestapelten Chips: Jede Lage bietet 2 GBit (256 MByte) Kapazität, ein Stapel fasst also 1 GByte an Daten. Pro HBM-Schicht sind zwei Speicherkanäle mit 128 Bit verbaut, was ein 1.024 Bit breites Interface ergibt. Die Taktrate verrät SK Hynix nicht, ältere Präsentationen nennen 1 GHz.






Für eine aktuelle High-End-Grafikkarte sollten es 4 GByte sein, wodurch die GPU mit einem 4.096-Bit-Interface ausgestattet sein müsste. Rechnerisch erreichen vier Stapel mit 1 GHz eine Datentransferrate von 512 GByte pro Sekunde und damit so viel wie derzeit mit dem schnellsten GDDR5-Speicher machbar ist.
SK Hynix hat beispielsweise GDDR5-Speicher mit sehr hohen 4 GHz im Angebot, mit einem 512-Bit-Interface ergibt das ebenfalls 512 GByte pro Sekunde. Ein noch breiterer Speicherbus ist theoretisch denkbar, würde aber die GPU und die Platine extrem aufwendig – sprich teuer – werden lassen. Die Leistungsaufnahme der Grafikkarte wäre obendrein sehr hoch.






High Bandwidth Memory wiederum erfordert aufgrund sehr kurzer Signalwege kein solch komplexes PCB, die Die-Fläche für den Speichercontroller ist viel geringer, und das Konzept unter anderem durch nur 1,2 statt 1,55 Volt deutlich sparsamer. SK Hynix gibt unter 30 statt über 80 Watt für Chips und den Controller an (512 Bit mit 4 GHz verglichen mit vier HBM-Stapeln mit 1 GHz).
Die niedrigere Leistungsaufnahme und die kleinere Die-Fläche könnten Grafikkartenhersteller nutzen, um mehr Funktionseinheiten mit höherem Takt zu verbauen oder schlicht effizientere Modelle zu entwickeln.






AMD soll High Bandwidth Memory auf der Radeon R9 390X einsetzen, angeblich zusätzlich zu einem GDDR5-Interface. Nvidia wird seine Pascal genannte Grafikkarten-Architektur mit High Bandwidth Memory ausstatten , erste Modelle sind für 2016 geplant.