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Higgs-Teilchen: Cern-Entdeckung kostet Stephen Hawking 100 US-Dollar

Der britische Physiker Stephen Hawking hat durch die Entdeckung eines neuen Elementarteilchens am LHC eine Wette und 100 US-Dollar verloren. US-Physiker trauern der verlorenen Chance nach, diesen Nachweis selbst gemacht zu haben. Der Bau des dafür vorgesehenen Beschleunigers wurde eingestellt.
/ Werner Pluta
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Stephen Hawking (2010): Nobelpreis für Peter Higgs? (Bild: Sheryl Nadler/Reuters)
Stephen Hawking (2010): Nobelpreis für Peter Higgs? Bild: Sheryl Nadler/Reuters

Die Eröffnung von Wissenschaftlern des europäischen Kernforschungszentrums Cern, am Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider(öffnet im neuen Fenster) (LHC) ein neues Elementarteilchen entdeckt zu haben, hat die wissenschaftliche Welt in Euphorie versetzt. Einige Wissenschaftler in Texas bedauern den Fund. Stephen Hawking hat er gar Geld gekostet.

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Video: Stephen Hawking on Higgs

Er habe mit Gordon Kane, einem renommierten Teilchenphysiker von der Michigan University, gewettet, dass das Higgs-Boson nicht gefunden würde, berichtete Hawking in einem Interview mit der BBC(öffnet im neuen Fenster) . "Es sieht so aus, als habe ich gerade 100 US-Dollar verloren" , sagte der britische Physiker und grinste.

Nobelpreisverdächtig

Es gebe starke Hinweise, dass es sich bei der Entdeckung der Experimente Atlas und CMS um das Higgs-Teilchen handele. Dessen experimenteller Nachweis bestätigte das Standardmodell der Teilchenphysik. "Das sollte Peter Higgs den Nobelpreis bescheren" , sagte Hawking.

Higgs und andere Physiker über das Higgs-Boson
Higgs und andere Physiker über das Higgs-Boson (07:59)

Er bedauerte, dass das Teilchen nach einer intensiven Suchaktion gefunden worden sei. Das sei "in gewisser Hinsicht schade, weil die größten Fortschritte in der Physik durch Experimente kamen, die Resultate lieferten, die wir nicht erwartet hatten."

Trauer in Texas

Wehmütig betrachteten auch Wissenschaftler aus Texas die Entdeckung am Cern: Sie hatten eigentlich das Higgs-Teilchen nachweisen wollen, am Superconducting Super Collider(öffnet im neuen Fenster) (SSC). Der Teilchenbeschleuniger sollte in Waxahachie, rund 50 Kilometer südlich von Dallas, gebaut werden.

Die Planungen für den SSC begannen in den frühen 1980er Jahren. Der Beschleuniger wäre ein 87 Kilometer langer Ringtunnel geworden, in dem Teilchen mit einer Kollisionsenergie von 40 Teraelektronenvolt (TeV ) aufeinanderprallen sollten. Der Tunnel des LHC ist 27 Kilometer lang. Der europäische Beschleuniger ist für eine Kollisionsenergie von 14 TeV ausgelegt. Die Kollisionen, die zu der jetzigen Entdeckung führten, wurden mit 7 und 8 TeV durchgeführt.

Bauruine

Allerdings blieb der Beschleuniger in Texas eine Bauruine: 1991 begannen die Bauarbeiten. Aber schon zwei Jahre später – es waren knapp 23 Kilometer fertiggestellt – strich das US-Parlament die Finanzierung. Das Projekt wurde eingestellt.

Entsprechend ambivalent waren die Gefühle der US-Physiker: Am SSC wäre das Higgs-Teilchen nachgewiesen worden, und das schon vor zehn Jahren, sagte Roy Schwitters, ehemals Leiter des Beschleunigers und heute an der Universität in Austin, der Tageszeitung Texas Tribune(öffnet im neuen Fenster) . Sie betrachteten diese großartige Entdeckung des Cern mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte sein Kollege, der theoretische Physiker Steven Weinberg, KUT, dem Radiosender der Universität(öffnet im neuen Fenster) . "Diese Entdeckung hätte in Amerika gemacht werden können und sollen."


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