Contabo, Stackit, Exoscale – und Fazit
Contabo
Contabo ist ein deutscher Anbieter, der hauptsächlich VPS und dedizierte Server im Programm hat. In bester deutscher Tradition muss man sich mindestens für einen Monat vertraglich binden, gefolgt von einer Kündigungsfrist von vier Wochen – es sei denn, man zahlt den gesamten Betrag im Voraus.
Klickt man auf einen günstigen VPS, landet man zunächst auf einer Seite, die einem ein teureres Angebot schmackhaft machen will – schließlich hätten die eigenen Projekte etwas Besseres verdient (nein, haben sie nicht). Lehnt man das Upgrade ab, wird man auf eine deutschsprachige Bestellseite weitergeleitet. Vermutlich ist das die Strafe dafür, dass man sich nicht zum teureren Angebot hat überreden lassen.
Ich spreche kein Deutsch und hatte nicht vor, einen rechtsverbindlichen Vertrag in einer Sprache abzuschließen, die ich nicht verstehe. Also war ich raus.
Stackit
Stackit bezeichnet sich selbst als "souveräne Cloud für Unternehmen" und die Startseite passt dazu: Sie richtet sich ganz offensichtlich an die Einkaufsabteilungen europäischer Unternehmen – also eher an bürokratische Beschaffungsprozesse als an einzelne Entscheider. An Technikbegeisterte richtet sich das Angebot ohnehin kaum noch; gefühlt tut das inzwischen niemand mehr.
Auch die niederländische Regierung(öffnet im neuen Fenster) hat vor Kurzem einen Vertrag mit Stackit geschlossen, der die Nutzung der Dienste innerhalb der Verwaltung ermöglicht. Das verleiht dem Anbieter zusätzliche Glaubwürdigkeit.
Die Registrierung verlief recht unkompliziert und ohne dass dabei unnötig viele Informationen abgefragt wurden. Kurz darauf landete ich in einer angenehm aufgeräumten Bedienoberfläche, die mich durch die Einrichtung meines Projekts führte.
Genau dort war allerdings Schluss: Mit "für Unternehmen" meint Stackit es tatsächlich wörtlich. Um den Dienst nutzen zu können, muss man ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden sein. Oder, wie Stackit selbst schreibt: "Eine private Nutzung ist nicht möglich."
Meine Euros sind offenbar nicht gut genug, solange sie nicht den Segen einer Buchhaltung und fünf Ebenen Management-Freigabe erhalten haben.
Exoscale
Zum Schluss schaue ich mir noch ein Schweizer Unternehmen an. Die Schweiz gehört zwar nicht zur EU, bietet aber ähnlich starke oder sogar stärkere Datenschutzgarantien – und ist bekannt dafür, Geheimnisse sehr lange für sich zu behalten, wenn man sich das leisten kann(öffnet im neuen Fenster).
Exoscale ist also ein Schweizer Anbieter, der nach eigener Aussage großen Wert auf Verfügbarkeit und Datenschutz legt. Die Plattform wirkt gut ausgestattet und bietet alles, was man grundsätzlich erwarten würde: Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, GPUs und so weiter.
Die Registrierung war schnell und unkompliziert, die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und flott, obendrein gab es noch 20 Euro Testguthaben zum Ausprobieren.
Die erste Instanz mit mindestens 2 GB RAM ist die "SMALL"-Variante mit 2 vCPUs und 2 GB RAM für 16,80 Euro im Monat. Speicher kostet zusätzlich; 20 GB schlagen mit weiteren 2 Euro pro Monat zu Buche.
Zur Auswahl stehen acht Rechenzentren von Exoscale, wobei der Preis unabhängig vom Standort gleich zu sein scheint. IPv6 ist standardmäßig deaktiviert, lässt sich aber kostenlos einschalten. Pro Monat ist 1 TB Datenverkehr inklusive. Besonders großzügig fällt die Bandbreite aus: Mit 10 Gbit/s liegt Exoscale hier vor allen anderen Anbietern in unserem Vergleich.
Für die CPUs gilt das allerdings nicht. Zum Einsatz kommen die gleichen, eher schwachbrüstigen Skylake-Xeons wie in Hetzners günstigster Klasse. Entsprechend ähnlich fallen die Benchmark-Ergebnisse aus: 860 Punkte im Single-Core- und 1.190 Punkte im Multi-Core-Test(öffnet im neuen Fenster) bei mehr als dem Dreifachen des Preises.
Fazit
Von zwölf Anbietern – Bunny.net nicht mitgerechnet – konnte ich am Ende nur bei acht ein brauchbares Angebot finden, und die Hälfte davon verlangte eine Mindestlaufzeit von einem Monat.
Bei zwei bekannten Anbietern waren die Systeme praktisch unbenutzbar, ein weiterer wollte mich nicht als Kunden haben. Eigentlich hatte ich mit einem deutlich härteren Wettbewerb gerechnet. Am Ende bleiben Hetzner, Upcloud, Leafcloud und Exoscale.
Mein Fazit: Exoscale ist im unteren Preissegment zu teuer für das, was geboten wird. Bei Hetzner sind die günstigen Instanzen praktisch nicht verfügbar und bei den teureren Servern schwindet der Preisvorteil ziemlich schnell.
Leafcloud würde ich gern mögen, und ich verstehe auch, warum die Preise dort so ausfallen, wie sie ausfallen. Ich verstehe, warum Leafcloud so teuer ist – aber dadurch wird es für mich eben nicht billiger.
Damit ist Upcloud klarer Favorit. Dort scheint vieles richtig zu laufen: Die Preise der Starter-Stufe liegen sogar unter denen der US-Anbieter, die ich am Anfang genannt habe. Dafür bekommt man eine Maschine, die bei Vultr als "aktuelle Generation" und bei Digitalocean als "Premium" durchgehen würde.
Ich bin ein wenig überrascht, dass mir Upcloud vor diesem Vergleich noch nie begegnet ist. Andererseits war ich schon (zu) oft in Finnland, als dass mich das wirklich wundern würde – die Finnen neigen schließlich dazu, viele gute Dinge für sich zu behalten.
Ich werde Upcloud also in den nächsten Monaten eine Chance geben. Wenn ihr mich in den nächsten Monaten nicht auf Bluesky über Upcloud schimpfen seht, könnt ihr davon ausgehen, dass alles gut gelaufen ist.
PS: Bitte schickt mir keine Marketing-Mails im Namen eines Anbieters, den ich hier erwähnt oder ausgelassen habe. Fürs Erste habe ich von dem Thema genug – und werde solche Mails ganz sicher ignorieren.
Übersetzt von Jennifer Fraczek, unterstützt von DeepL