Datalix, Oping, bunny.net, Takehost.biz
Datalix
Datalix ist ein Anbieter aus Frankfurt, der in seinem dortigen Rechenzentrum verdächtig günstige Instanzen und Object Storage anbietet. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass die Infrastruktur offenbar in Rechenzentren von Equinix untergebracht ist.
Das ist grundsätzlich kein Problem – allerdings ist man so wieder darauf angewiesen, dass ein US-Unternehmen im Hintergrund den Betrieb am Laufen hält. Das widerspricht ein Stück weit dem Gedanken hinter diesem Vergleich.
Als ich einen Server buchen wollte, waren außerdem sämtliche Varianten in allen Leistungsklassen ausverkauft. Tja.
Oping
0ping ist ein weiterer Cloudanbieter, der seine Hardware in den Frankfurter Rechenzentren von Equinix unterbringt. Dort muss man sich mindestens für einen Monat verpflichten.
bunny.net
Bunny.net ist ein slowenischer CDN-Anbieter mit mehr als 119 Standorten weltweit. Obwohl der Dienst auf zahlreichen Listen europäischer Cloudanbieter auftaucht, bietet Bunny.net keine klassischen Server an, sondern ein CDN, Object Storage, eine verteilte Datenbank, bei der nicht pro Instanz, sondern nach Lese- und Schreibzugriffen abgerechnet wird, und eine Container-Runtime.
Über Preis und Leistung habe ich bislang nur Gutes gehört. Der Object Storage könnte sich besonders gut als Ergänzung zu einem der zuvor genannten Anbieter eignen. Einen Mindestumsatz gibt es nicht und mit dem Volume-Netzwerk lassen sich die Kosten für ausgehenden Datenverkehr sogar halbieren.
Da Bunny.net kein VPS-Produkt anbietet, kann ich den Dienst hier nicht direkt mit den anderen Anbietern vergleichen. Ich habe mich trotzdem angemeldet und 50 US-Dollar Testguthaben bekommen, mit denen ich herumspielen kann. Gut möglich also, dass ich den flexiblen Object Storage von Bunny.net mit der Rechenleistung eines anderen Anbieters kombiniere.
Takehost.biz
Takehost ist ein estnischer Anbieter, der angeblich die leistungsstärksten VPS auf dem Markt anbietet. Takehost wirbt außerdem stolz mit einer Verfügbarkeit von 99,97 Prozent. Das entspricht immerhin rund 15 Minuten Ausfallzeit pro Monat – ich bin nicht ganz sicher, ob das so beeindruckend ist, wie es offenbar klingen soll.
Um mir selbst ein Bild zu machen, musste ich mich zunächst durch eine ziemlich schwindelerregende, offensichtlich vibegecodete Startseite kämpfen. Weder meine Systemeinstellung "Bewegung reduzieren" noch das Spulenfiepen meiner Grafikkarte schienen die Animationen sonderlich zu beeindrucken.
Beim Scrollen übernahm die Seite die Kontrolle und zwang mich durch eine Reihe von 3D-Animationen, für mich irrelevanten Statistiken, CLI-Befehlen und die vollmundige Aussage "The hardware is real!" – was ich doch sehr hoffe -, gefolgt von "Now pick yours." Anschließend legte sich noch eine animierte Rauschtextur über den restlichen Inhalt, während ich versuchte, die Seite zu lesen.
Nach mehreren weiteren nervtötend animierten Formularen landete ich in einem weiteren offensichtlich vibecodeten Dashboard. Dort drängte sich ein KI-Agent auf und schlug vor, ihn nach den verfügbaren Angeboten zu fragen.
Eine der vorgegebenen Optionen lautete "Günstiger VPS zum Lernen und Experimentieren", also klickte ich darauf. Daraufhin erklärte mir der Agent, für 6 Euro im Monat bekäme ich einen Server mit 2 vCPUs (Ryzen 9 7900X), 4 GB RAM und 40 GB NVMe-SSD.
Über den praktischerweise gleich mitgelieferten Button gelangte ich anschließend zur Bestellseite – wo der Preis plötzlich 15 Euro betrug, also mehr als doppelt so viel wie vom Agenten behauptet.
Beim Herumklicken in dem nervtötenden Karussell, das mich bei jedem Klick mit einem grellen animierten Hinweis geradezu blendete, zeigte sich, dass Takehost offenbar mit denselben Kapazitätsengpässen zu kämpfen hat wie einige der anderen Anbieter. Die Instanz für 15 Euro im deutschen Rechenzentrum war die einzige verfügbare – entsprechend unauffällig wurde ich genau dorthin geschoben. Da ich ohnehin keine Lust hatte, mich gleich für einen ganzen Monat zu binden, wollte ich mein Konto wieder löschen, nur um festzustellen, dass es dafür überhaupt keine Option gibt. Immerhin konnte ich die offenbar fehlende Eingabevalidierung nutzen und die meisten "Pflichtfelder", etwa Adresse und Telefonnummer, einfach leeren.
Auch wenn sich "The hardware is real!" am Ende nicht so recht bewahrheitete, kann ich nur jedem empfehlen, einmal durch die Startseite zu scrollen. Sie ist ein wunderbares Beispiel, warum man Drogen und Claude niemals gleichzeitig benutzen sollte.