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Scaleway, Upcloud, Leafcloud

Scaleway

Scaleway ist ein weiterer französischer Cloudanbieter mit einer breiten Produktpalette: klassische Server, GPUs, Speicher, Container-Runtimes, Serverless Functions, Datenbanken, Data Warehouses, IAM und sogar Quantencomputing. Besonders attraktiv wirkt das Angebot an Entwicklungsinstanzen – hier vor allem eine Instanz mit 1 vCPU und 1 GB RAM (STARDUST1-S) für gerade einmal 0,43 Euro im Monat. Das ist perfekt für schnelle Experimente oder Tests.

Ich hätte das Angebot von Scaleway gern ausprobiert. Leider kam der Bestätigungscode meiner Registrierung, der angeblich an meine niederländische Telefonnummer geschickt wurde, nie an. Ich scheiterte also schon an der obligatorischen Verifizierung per Telefon.

Als ich nach ein paar Minuten erneut auf "Code senden" klickte, erschien eine Meldung, dass ich es zu oft versucht hätte. Vielleicht arbeitet Scaleway sonntags nicht? Jedenfalls war mein Scaleway-Experiment damit beendet.

Upcloud

Upcloud ist ein finnischer Cloudanbieter, über den ich außer auf der eigenen Website nur wenig finden konnte. Sympathisch fand ich, dass auf jeder Seite einer der eigenen Mitarbeiter in sogenanntem Bisexual Lighting(öffnet im neuen Fenster) zu sehen ist – statt irgendeines austauschbaren Stockfotos, das man erhält, wenn man bei Google Bilder nach "Synergie" sucht. Ich weiß, dass das Marketing ist, trotzdem hat es Charme.

Upcloud bietet eine Reihe von "Starter"-Servern mit "AMD-CPUs der vorigen Generation" sowie Premium- und Cloud-Native-Instanzen mit "Premium-AMD-CPUs" an – wobei Cloud Native natürlich bedeutet, dass kein lokaler Speicher enthalten ist. Daneben gibt es die übliche Auswahl an Basis-Clouddiensten wie Object Storage, verwaltete Datenbanken, GPUs, Kubernetes und Load Balancer.

Die Registrierung ging schnell und unkompliziert, kurz darauf landete ich in einer angenehmen Konsole. Dort wurde mir mitgeteilt, dass mir für zwei Wochen satte 500 Euro zur Verfügung stehen, um die Plattform auszuprobieren.

Bei der Budget-Variante entschied ich mich für die Starter-Instanz für 10 Euro. Sie bietet 1 vCPU, 4 GB RAM und 30 GB SSD, ist in allen Rechenzentren von Upcloud verfügbar und läuft auf einem AMD EPYC 7542 aus dem Jahr 2019.

Die Bandbreite ist auf 250 Mbit/s begrenzt, wobei ich diesen Wert in meinen Tests ohne besondere Anstrengung deutlich überschritt. Der Single-Core-Wert in Geekbench lag mit 1.287 Punkten(öffnet im neuen Fenster) zwischen den beiden Hetzner-Servern – was ich von der teureren Option erwartet hätte.

Für die High-Roller-Variante wählte ich eine Premium-Instanz für 16 Euro. Sie bietet 2 vCPUs, 2 GB RAM und 50 GB SSD und ist ebenfalls in allen Rechenzentren von Upcloud verfügbar. Die VM läuft auf einem AMD EPYC 9575F auf Basis von AMDs aktueller Zen-5-Architektur, dazu gibt es Gigabit-Bandbreite. Geekbench lieferte respektable 2.153 Punkte im Single-Core- und 2.610 Punkte im Multi-Core-Test(öffnet im neuen Fenster) mit einer 4-GB-Swapdatei.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Upcloud mit der Starter-Stufe für 12 Euro pro Monat: Für 2 Euro mehr bekommt man die doppelte Bandbreite und einen zusätzlichen CPU-Kern.

Damit ist sie zwar doppelt so teuer wie Hetzners günstigeres Angebot, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Sie ist tatsächlich verfügbar. Außerdem sind die eingesetzten CPUs neuer und schneller.

Das Premium-Angebot liefert zwar die schnellste und modernste CPU in diesem Vergleich, wird allerdings durch die DDR5-RAM-Knappheit und die damit verbundenen hohen Speicherpreise deutlich unattraktiver.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Umgang mit dem Traffic: Überschreitet man das enthaltene Kontingent für ausgehenden Traffic, wird die Verbindung nicht gekappt. Vielmehr reduziert Upcloud die Bandbreite für den Rest des Monats auf 100 Mbit/s, bis man die Sache mit dem Anbieter geklärt hat.

Es gibt also weder überraschende Zusatzkosten noch eine plötzliche Abschaltung.

Leafcloud

Leafcloud ist ein niederländisches Start-up, das viel Wert auf seine Umweltfreundlichkeit legt. Laut eigener Website wird die überschüssige Wärme seiner Rechenzentren genutzt, um Wasser in Amsterdamer Gebäuden zu erwärmen. Das Unternehmen behauptet sogar(öffnet im neuen Fenster), dass dieses Verfahren unter dem Strich zu negativen CO2-Emissionen führe.

Wobei der Begriff "Rechenzentrum" hier etwas großzügig ausgelegt ist: Nach Angaben von Leafcloud stehen die Server direkt in den Gebäuden, die anschließend auch die erzeugte Wärme nutzen. Dadurch ist die Infrastruktur weniger zentralisiert und nutzt den vorhandenen Raum effizienter – ein sehr interessantes und lobenswertes Konzept.

Für die Registrierung werden 2 Euro fällig – oder 25, wenn man GPUs nutzen will. Das eingezahlte Geld steht anschließend direkt als Guthaben zur Verfügung.

Laut Website basieren alle VMs auf AMD-EPYC-9755-CPUs mit DDR5-RAM und NVMe-SSDs. Da die Prozessoren angeblich ohnehin identisch sind (Achtung, das wird noch wichtig!), teste ich nur die 4-GB-Variante von en1.small, die 18,56 Euro im Monat kostet. Die Version mit 2 GB RAM gibt es für 9,28 Euro im Monat.

Speicher kostet extra, und zwar 0,096 Euro pro GB und Monat. Ein Volume mit 20 GB schlägt damit mit rund 2 Euro zu Buche. Ausgehender Datenverkehr ist außerdem nur bis 100 GB pro Monat kostenlos; darüber hinaus gilt eine nicht näher bezifferte "Fair Use"-Regelung.

Bei einem ersten Test über die etwas kryptische, aber solide Openstack-Oberfläche stellte ich überrascht fest, dass IPv6 nicht verfügbar ist und die Netzwerkgeschwindigkeit bei dieser Instanz offenbar bei rund 500 Mbit/s gedeckelt ist.

Eine echte Überraschung lieferte allerdings lscpu: Statt des versprochenen EPYC 9755 lief meine Instanz auf einem AMD EPYC 7742 – einem sechs Jahre älteren Prozessor. Der ist zwar immer noch leistungsfähig und schlägt mit 1.849 Punkten im Single-Core-Test sogar Hetzners teureres Angebot. Es macht trotzdem keinen guten Eindruck, wenn einem etwas anderes verkauft wird als man letztlich bekommt.

Und da man nur einen Kern bekommt, wird selbst eine ältere CPU besser abschneiden, sobald mehr als ein Workload auf der Maschine läuft.

Ich würde Leafcloud wirklich, wirklich gern mögen. Schon die Idee dahinter finde ich toll: Die technische Herausforderung, viele kleine, verteilte Rechenzentren zu betreiben, muss wahnsinnig spannend sein – ganz zu schweigen von der Aufgabe, jeden Server an seine jeweilige Umgebung anzupassen.

Ich wäre durchaus bereit, einen angemessenen Aufpreis zu zahlen, um meine Workloads bei einem nachhaltigen Anbieter laufen zu lassen, der für die Gesellschaft und Umwelt einen positiven Beitrag leistet.

Leider trüben der Etikettenschwindel bei der CPU, die Unklarheit darüber, was bei mehr als 100 GB ausgehendem Traffic passiert – dafür reicht schließlich schon ein einziger außer Kontrolle geratener Crawler – und das Fehlen jeglicher Multi-Core-Angebote unter 20 Euro das Bild. Ich hoffe sehr, dass sich das Konzept durchsetzt. Für Privatnutzer ist das Angebot derzeit allerdings noch nicht besonders attraktiv.


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