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Hetzner, Hostinger, OHV

Hetzner

Der alteingesessene deutsche Hoster, der für seine günstigen Preise bekannt ist, scheint aktuell mit erheblichen Kapazitätsproblemen zu kämpfen. Der einzige "Cost-Optimized"-VPS, ist die Basiskonfiguration CX23 mit 2 vCPUs, 4 GB RAM und 40 GB SSD – und selbst die ist nur im Rechenzentrum in Helsinki verfügbar. Zusammen mit einer IPv4-Adresse kostet das rund 6 Euro im Monat.

Dafür bekommt man einen eher gemächlichen Intel Xeon aus der Skylake-Ära von 2015, der im Geekbench 692 Punkte im Single-Core- und 1.262 Punkte im Multi-Core-Test erreicht(öffnet im neuen Fenster).

In der High-Roller-Kategorie entscheide ich mich für die Konfiguration CPX22. Sie bietet 2 vCPUs, 4 GB RAM und 80 GB SSD für 19,99 Euro im Monat. Auf den ersten Blick sieht das sehr nach der günstigeren Variante aus – tatsächlich ist es aber ein gutes Beispiel, wie irreführend die reine Zahl der vCPUs sein kann.

Beim CPX22 kommt ein AMD EPYC der vierten Generation zum Einsatz, der mehr als doppelt so schnell ist wie die CPU im Budget-System. Im Geekbench erreichte er 1.701 Punkte im Single-Core- und 3.218 Punkte im Multi-Core-Test.

Beide Instanzen ließen sich über Hetzners solide Benutzeroberfläche sofort erstellen. Beide verfügten über eine recht schnelle Gigabit-Anbindung und über Hetzners bekannt großzügiges Traffic-Kontingent von 20 TB.

Object Storage gibt es ab 6,48 Euro im Monat. Darin enthalten sind 1 TB Speicherplatz und 1 TB ausgehender Datenverkehr. Wenn man das Kontingent ausschöpft, ist das ziemlich großzügig – andernfalls ist es deutlich mehr als man braucht.

Hostinger

Hostinger ist ein Webhoster aus Litauen, den es seit 2004 gibt. Das Angebot richtet sich offenbar vor allem an kleinere Unternehmen, denen nicht unbedingt wichtig ist, wo ihre Dienste laufen – etwa bei Wordpress-Hosting, E-Mail oder verwaltetem Woocommerce. Server bietet Hostinger allerdings ebenfalls an.

Die Website von Hostinger ist etwas chaotisch: So lässt sich nicht unabhängig voneinander auswählen, in welcher Sprache die Seite angezeigt und welche Währung verwendet werden soll – obwohl Hostinger ganz offensichtlich beides unterstützt. Also kämpfte ich mich mit meinen eher mäßigen Niederländischkenntnissen durch die Website und wehrte gleichzeitig ein hartnäckiges "Agent"-Chatfenster ab.

Standardmäßig wird ein Vertrag über zwei Jahre abgeschlossen: Der Tarif KVM 2 mit 2 vCPUs, 8 GB RAM und 100 GB NVMe-SSD kostet dann 191,76 Euro. Im Bestellvorgang kann man sich aber auch für eine monatliche Laufzeit entscheiden. Für diese Konfiguration wären 21,99 Euro pro Monat fällig, wobei der erste Monat nur 9,99 Euro kostet.

Da es keine Möglichkeit gibt, den Dienst mit stundenweiser Abrechnung auszuprobieren, habe ich von einem Kauf abgesehen. (Das wird noch öfter vorkommen.)

OHV

OVH muss nicht weiter vorgestellt werden. Es ist quasi der Carrefour zu Hetzners Aldi und einer der Vorreiter der europäischen Cloud. OVH bietet zahlreiche Optionen für Rechenleistung, den Betrieb von Containern und Datenbanken sowie eine Daten- und AI/ML-Plattform. Sogar echte Quantencomputer lassen sich nutzen – allerdings zu Preisen, die einem die Tränen in die Augen treiben.

Bei OVH gibt es zwei Möglichkeiten, eine VM auf der eigenen Infrastruktur zu betreiben: das VPS-Angebot, bei dem man für 8,49 Euro im Monat (bei monatlicher Abrechnung) eine Instanz mit 4 vCPUs, 8 GB RAM und 75 GB NVMe-SSD bekommt. Wer für ein Jahr bestellt, zahlt 7,21 Euro.

Die andere Möglichkeit ist, ein Cloud Project anzulegen. Damit bekommt man die Art von Benutzeroberfläche, die man von einem Public-Cloudanbieter erwarten würde. Leider sind die Instanzen dort deutlich teurer: Die d2-2 mit 1 vCPU, 2 GB RAM und 25 GB SSD kostet 5,71 Euro pro Monat, für die d2-4 mit 2 vCPUs, 4 GB RAM und 50 GB SSD sind es 11,44 Euro. Da diese Instanzen stundenweise abgerechnet werden, habe ich sie ausprobiert.

Ich richtete also ein Projekt ein, konfigurierte eine Instanz und bekam den Ladekringel mit der Meldung "Ihre Instanz wird erstellt" zu sehen. Er kreiselte etwa zehn Minuten, dann wurde die Seite neu geladen und teilte mir fröhlich mit, dass ... ich keine Instanz erstellt hätte.

Vielleicht ist OVH die Mittagspause sehr wichtig? Wie auch immer: Meine VM bekam ich nicht.

Die nächsten 20 Minuten verbrachte ich damit, das "vRack" zu löschen, das OVH für mich angelegt hatte. Das hinderte mich nämlich daran, meine Zahlungsmethode zu entfernen und mein Konto zu schließen. Ich wusste nicht mal, was dieser Dienst kostet, den ich nie bestellt hatte – und jeder Versuch, ihn zu löschen, endete mit einem internen Serverfehler.

Zur Sicherheit machte ich ein paar Screenshots, falls ich Amex später würde bitten müssen, eine Abbuchung rückgängig zu machen. Aber was kann man schon von einem Unternehmen erwarten, das seine Rechenzentren zeitweise in Schiffscontainern unterbrachte(öffnet im neuen Fenster).


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