Militärhilfe aus den USA

Auch die Ukraine wird demnächst "Herumlungermunition" einsetzen. Nach einem Beschluss des Kongresses wollen die Vereinigten Staaten 100 Switchblade-Systeme mit je zehn Drohnen in die Ukraine exportieren.

Die von der Firma Aerovision hergestellten Switchblades werden in den Varianten 300 und 600 hergestellt. Die leichten 300er haben die Größe eines Baguettes und dienen für Angriffe auf Personen, die größeren 600er können Panzer bekämpfen. Mit über 22 Kilogramm können sie aber nur schwer im Marschgepäck von Soldaten transportiert werden, als militärischer Vorteil gilt indes ihre Reichweite von 40 Kilometern. Die kleinere Switchblade 300 kostet günstige 6.000 Dollar, ihre Reichweite beträgt jedoch nur wenige Kilometer.

Russland könnte auf die US-Kamikaze-Drohnen in der Ukraine mit seiner ebenfalls von Kalaschnikow hergestellten Lancet-3 reagieren, deren Entwicklung der Hersteller erst kürzlich beendet hat. Sie ist größer als die Switchblades und soll ebenfalls in Syrien erprobt worden sein.

Womöglich tauchen bald auch Loitering-Drohnen aus Polen in der Ukraine auf, meint der Drohnenexperte Wim Zwijnenburg von der niederländischen Nichtregierungsorganisation Pax. Gemeint ist das System Warmate, das über ähnliche Eigenschaften verfügt wie die Switchblade und laut Zwijnenburg bereits in die Ukraine ausgeführt worden sein könnte.

Warnung vor "Herumlungermunition" auf dem Schwarzmarkt

Zur Steuerung größerer Drohnen wird schwere und kompliziert zu bedienende Technik benötigt, anders ist dies bei Loitering-Munition, die ähnlich wie Panzerfäuste eingesetzt wird. Beobachter warnen deshalb vor der Gefahr, dass die Waffen bald auch auf dem Schwarzmarkt erhältlich sein könnten.

Sie eigneten sich besonders gut für Attentate, erklärte der US-Militärberater Rob Lee der Washington Post. Angriffe wie auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch zwei mit Sprengstoff bestückte DJI-Drohnen könnten von Kamikaze-Drohnen mit automatischer Zielverfolgung perfektioniert werden.

DJI am Pranger

Auch DJI sieht sich derweil am deutschen Ladentisch mit einem "Drohnenkrieg" konfrontiert. Die Elektronikhändler Media Markt und Saturn nehmen sämtliche Produkte des chinesischen Herstellers aus dem Programm, weil die Firma ihre in Russland gekauften Drohnen nicht - wie von einzelnen Nutzern gefordert - deaktiviert. Laut DJI ist dies aber technisch gar nicht möglich.

Ein komplettes Geofencing der DJI-Drohnen in der Ukraine würde zudem die dortige Verteidigung gegen den russischen Angriff schwächen. Die aus rund 30 Angehörigen bestehende Freiwilligen-Miliz "Aerorozvidka" beobachtet russische Truppen mithilfe von Quadro- oder Oktokoptern aus der Luft und wirft auch kleinere Sprengkörper über Fahrzeugen ab.

Die Einheit will vor allem bei der Bekämpfung des russischen Militärkonvois zum Sturm auf die Hauptstadt Kyjiw geholfen haben. Ihre senkrecht startenden, kleinen Drohnen sollen dabei von dem Satellitendienst Starlink profitiert haben, den der Tech-Milliardär Elon Musk für ein dezentrales, unabhängiges Internet nach Kriegsausbruch in der Ukraine installiert hat.

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 Später Einsatz russischer Kampfdrohnen
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John2k 14. Jun 2022

Da gab es mal eine Folge bei Stargate. Ferngesteuerte Drohnen im Einsatz gegen den Feind...

ashahaghdsa 11. Apr 2022

Hier ein kurzes teardown der Orlan Drohne: https://old.reddit.com/r/ukraine/comments...

486dx4-160 10. Apr 2022

Quatsch mit Soße. Wenn die USA mit dem Land, in dem sie "gezielte Tötungen von...

Bart Bart 02. Apr 2022

als in den völkerrechtswidrigen Einsätzen der Bayraktar TB2 im von der Türkei...



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