Später Einsatz russischer Kampfdrohnen

Auch Russland verfügt über ein größeres Arsenal von Kampfdrohnen, darunter etwa die Orion. Sie ist deutlich größer als die türkische TB2 und verfügt über eine höhere Nutzlast. Etwas kleiner und damit vergleichbar mit der TB2 ist die Forpost-R, die Russland als Derivat der israelischen Searcher-Drohne in Lizenz produziert.

Russische Drohneneinsätze erfolgten erst in einer späteren Phase des Krieges. Acht Tage nach dem Einmarsch twitterte das russische Verteidigungsministerium das erste Video einer Orion-Drohne, angeblich bei einem Luftangriff in der Region Donezk. Mittlerweile setzt auch die russische Propaganda auf vermehrte Aufnahmen von Zerstörungen gegnerischer Fahrzeuge und Stellungen aus der Luft.

Viele Videos aus russischen Kampfeinsätzen stammen von kleineren Drohnen wie der Orlan-10 oder der Eleron-3, die lediglich zur Überwachung eingesetzt werden können. Mit anderen Drohnen der Orlan-Baureihe kann das Militär auch Ziele für Angriffe durch Bodentruppen markieren.

Russland schickt Kamikaze-Drohnen

Jetzt hält ein neues unbemanntes Waffensystem Einzug auf dem Schlachtfeld. Russische Truppen setzen vermehrt auf sogenannte herumlungernde Munition (Loitering Munition) des Typs KUB. Dabei handelt es sich um panzerbrechende Gefechtsköpfe, die bis zu einer halben Stunde in der Luft bleiben können und sich auf Befehl eines Drohnenpiloten ins Ziel stürzen. Der Aufprall zerstört das komplette System, deshalb wird es auch als Kamikaze-Drohne bezeichnet.

Loitering Munition füllt die militärische Lücke zwischen Raketen, die nach ihrem Abschuss unaufhaltsam auf ihr Ziel zufliegen, und größeren Kampfdrohnen, die viele Stunden über einer Region kreisen. Ihr Potenzial entfaltet sie vor allem dann, wenn die genaue Position eines Ziels noch unbekannt ist. Taucht dieses dann auf dem Monitor auf, kann der Angriff sofort und bei manchen Modellen ohne menschliche Beteiligung ausgelöst werden.

Damit können die Loitering-Drohnen in die Kategorie autonomer Waffensysteme fallen. Ein solches System aus der Türkei, das diese Kill-Entscheidungen angeblich mit künstlicher Intelligenz treffen kann, wurde im Kampfeinsatz erstmals im Bürgerkrieg in Libyen festgestellt. Ob es auch zum Einsatz kam, ist aber unklar.

Auffällig viele Abstürze

Die russischen KUB-Drohnen werden von der Firma Zala Aero hergestellt, diese gehört zur Kalaschnikow-Gruppe. Kalaschnikow gibt die Flugzeit der Drohne mit 30 Minuten an, ihre Nutzlast beträgt vermutlich drei Kilogramm. Angeblich wird die KUB vom russischen Militär bereits seit 2015 in Syrien eingesetzt, auch der Flug als Drohnenschwarm ist möglich.

Dieses Jahr sollen die KUB erstmals exportiert werden, Verkäufe zu einem Stückpreis von 160.000 Dollar könnten laut Militäranalysten an Armenien, Belarus, Syrien sowie weitere Partner Russlands im Nahen Osten und Nordafrika erfolgen.

Allerdings erweist sich die Kalaschnikow-Drohne im Ukrainekrieg als leichte Beute für die ukrainischen Truppen. Einige fallen offenbar von selbst vom Himmel; immer wieder tauchen im Internet Bilder von zerstörten KUB auf, die demnach abstürzen ohne zu explodieren. Manche Beobachter vermuten, dass die russischen Drohnen auch von Abwehrwaffen gestört und zu Fall gebracht worden sein könnten, die dem ukrainischen Militär von westlichen Staaten verdeckt geliefert wurden.

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 Herumlungernde Gefechtsköpfe: Neuer Drohnenkrieg in der UkraineMilitärhilfe aus den USA 
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John2k 14. Jun 2022

Da gab es mal eine Folge bei Stargate. Ferngesteuerte Drohnen im Einsatz gegen den Feind...

ashahaghdsa 11. Apr 2022

Hier ein kurzes teardown der Orlan Drohne: https://old.reddit.com/r/ukraine/comments...

486dx4-160 10. Apr 2022

Quatsch mit Soße. Wenn die USA mit dem Land, in dem sie "gezielte Tötungen von...

Bart Bart 02. Apr 2022

als in den völkerrechtswidrigen Einsätzen der Bayraktar TB2 im von der Türkei...



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