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Hermit: Apple widerruft Zertifikat für italienischen Staatstrojaner

Der Staatstrojaner Hermit hat Apples Appstore über das Enterprise-Programm umgangen. Damit ist nun Schluss.
/ Sebastian Grüner
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Ein Einsiedlerkrebs (englisch: hermit crab) (Bild: Pixabay)
Ein Einsiedlerkrebs (englisch: hermit crab) Bild: Pixabay

Nach der Analyse des italienischen Staatstrojaners durch Google bestätigt nun das Magazin 9to5Mac(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Apple, dass das Unternehmen ein Zertifikat widerrufen hat, das der auch Hermit genannte Trojaner genutzt hat. Apple sagte demnach, dass "alle bekannten Konten und Zertifikate, die mit der Spyware verbunden sind, widerrufen wurden, so dass die bösartige App nicht mehr außerhalb des App Stores verbreitet werden kann." In der Untersuchung von Hermit durch Google hat das Unternehmen beschrieben, dass sich die Spyware über sogenannte Drive-by-Downloads auf den Geräten der Betroffenen installiert. Unter Android, auf dem der Staatstrojaner ebenfalls läuft, ist dies vergleichsweise einfach, da das Betriebssystem einen Download von Apps neben dem Playstore standardmäßig vorsieht. Dazu muss lediglich eine Option aktiviert werden.

Die üblichen iOS-Regeln und des Appstores sollen eine Installation einer App am Appstore vorbei eigentlich verhindern. Davon gibt es aber eine wichtige Ausnahme. So setzt Hermit laut Google für das Side-Loading unter iOS auf die Signatur eines Unternehmens in Apples Developer-Programm. Die Spyware nutzt darüber hinaus jenen Mechanismus, mit dem Unternehmen eigene interne Apps an ihre Angestellten verteilen können. Durch das Zurückrufen des Zertifikats ist das nun nicht mehr möglich.

Der Vorteil dieses Vorgehens seitens des Trojanerherstellers ist es dabei, dass Apple die Enterprise-Apps, anders als die Apps aus dem Appstore, nicht überprüft. So ist es vermutlich leichter, bestehende und bereits bekannte Sicherheitslücken auszunutzen, sofern diese auf den betroffenen Geräten noch nicht geschlossen worden wurden.


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