Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Herbert Diess: VW-Chef kritisiert Ionity-Lader als "traurige Angelegenheit"

Defekte und zu wenige Ladesäulen - und kein Kaffee: Schön ist das Ladeerlebnis bei Ionity laut VW-Chef Herbert Diess nicht.
/ Andreas Donath
124 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ionity-Ladesäule (Bild: Ionity)
Ionity-Ladesäule Bild: Ionity

Volkswagen-Chef Herbert Diess geht mit dem Schnelllade-Angebot von Ionity auf LinkedIn(öffnet im neuen Fenster) hart ins Gericht. Auf seiner Urlaubsfahrt mit einem ID.3 vom Bodensee an den Gardasee stoppte der Manager wie im vergangenen Jahr an öffentlichen Ladesäulen - und berichtete anschließend von seinen Erfahrungen.

Der ID.3 Pro S wäre zwar auch ohne Ladestopp vom Bodensee an den Gardasee gekommen, schrieb Diess. Am Brenner wollte er trotzdem nachladen, fand jedoch keine freien Ladesäulen vor, weil sich dort nur vier Stück befinden. Da ein Einkaufszentrum in der Nähe sei, seien die Säulen besetzt gewesen, interpretierte Diess.

In Trento hatte Diess schon 2020 bei Ionity Halt gemacht, auch diesmal fand er dort weder ein WC noch eine Möglichkeit vor, einen Kaffee zu kaufen. Zudem sei noch eine Säule defekt gewesen. Diess schrieb dazu auf LinkedIn: "Traurige Angelegenheit. Das ist alles andere als ein Premium-Ladeerlebnis, Ionity!"

Das Ladenetzwerk Ionity wurde von BMW, Daimler, Ford, Volkswagen, Audi und Porsche 2017 ins Leben gerufen. Eigentlich sollten bis Ende 2020 insgesamt 400 Lademöglichkeiten entlang europäischer Fernstraßen gebaut werden, doch dieses Ziel wurde nicht erreicht.

Diess' Kritik an vielen Ladesäulen trifft auch auf Teslas Supercharger-Netzwerk zu: Oft sind die Ladesäulen an unattraktiven Orten aufgebaut.

Ionitys Chief Operations Officer Marcus Groll reagierte umgehend und betonte via LinkedIn(öffnet im neuen Fenster) , der Ladepark am Brenner werde ausgebaut. An der Station in Trento sei der defekte Lader bereits repariert worden.

Diess könnte mit seiner Kritik auch auf das kommende Ladenetzwerk von Audi und Porsche vorbereiten. Statt im Auto sollen die Fahrer in einer Lounge sitzen, die zur Ladestation Audi Charging Hub gehört. Beim Audi Charging Hub handelt es sich um einen quaderförmigen Bau mit einer Lounge im Obergeschoss, in der sich Fahrer ausruhen können, während ihre Autos laden.

Die Ladestationen stehen jedem Nutzer offen, die VIP-Lounge nur Audi-Fahrern. Diese können zudem Ladepunkte vorab reservieren, die dann nicht von anderen Autos blockiert werden können.

Reklame

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Wie die Automobilwoche unter Berufung auf Händlerkreise berichtete, will Porsche bis 2025 rund 100 Schnellladestationen in Europa aufbauen, die nicht bei den Autohäusern angesiedelt sind. Es soll mehrere Stufen geben, die Premium-Ladestationen haben ein Restaurant, in dem die Zeit überbrückt werden kann, bis der Akku wieder voll ist.


Relevante Themen