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Herbert Diess: Volkswagen-Chef fordert Akkuzellenfabrik in Deutschland

Ohne eigene Akkuzellenproduktion könnte Deutschland bei Elektroautos ins Abseits geraten, warnt Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess. VW will allerdings den Bau einer solchen Fabrik der Zulieferindustrie überlassen und hat dafür gute Gründe.

Artikel veröffentlicht am ,
VW-Chef Herbert Diess im Mai 2018
VW-Chef Herbert Diess im Mai 2018 (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat sich für den Aufbau einer eigenen deutschen Fertigung von Akkuzellen ausgesprochen. "Ich finde es erschreckend, dass wir in diese große Abhängigkeit geraten sind", sagte Diess dem Handelsblatt. Die drei großen Autohersteller in Deutschland beziehen ihre Akkuzellen derzeit aus Japan und Südkorea. Diess sagt, dass Deutschland in den 70er-Jahren den Anschluss bei der Batterietechnik und damit bei der industriellen Massenfertigung verloren habe.

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Dies solle aber so nicht bleiben, fordert der VW-Chef. Mit dem Entstehen der E-Mobilität sollte Deutschland nicht auf die eigene Zellfertigung verzichten. Jeder Akku für ein Elektroauto koste zwischen 5.000 und 6.000 Euro, was ein Umsatzpotenzial von 50 und 60 Milliarden Euro ausmache, sagte Diess. Er schätzt, dass im Jahr 2025 mit 10 Millionen Elektroautos auf den Straßen zu rechnen ist.

Zwar bauen die Autohersteller Akkufabriken, doch dort werden die importierten Zellen nur zu Akkus verbunden. VW will Diess zufolge die Zellen nicht selbst fertigen, sondern dies den Zulieferern überlassen - ein Autohersteller könne wohl kaum seiner Konkurrenz Zellen verkaufen. Eine markenübergreifende Fertigung bei den Zulieferern sei deshalb die bessere Lösung.

Allerdings hat ein großer Zulieferer bereits abgewunken. Bosch entschloss sich Anfang 2018, keine eigenen Akkuzellen zu bauen, sondern sich auf die Produktion von Schlüsselkomponenten des elektrischen Antriebs wie Elektromotor, Leistungselektronik und Batteriesysteme zu konzentrieren. Das Unternehmen gab für die Entscheidung wirtschaftliche Gründe an. Bosch zufolge belaufen sich allein die Anfangsinvestitionen in eine wettbewerbsfähige und marktrelevante Zellfertigung auf rund 20 Milliarden Euro. Dies sei zu risikoreich, zumal Betriebskosten in Milliardenhöhe dazukämen.

Continental zögert noch, könnte aber unter Umständen auf staatliche Hilfen bauen, die seitens der CDU bereits avisiert wurden. Der US-Elektroautohersteller Tesla erwägt schon seit längerem, eine Akkufabrik diesseits des Atlantiks zu bauen. Ende Juni 2018 wurde darüber berichtet, dass auch Deutschland als Standort in die engere Wahl fällt.

Der Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht forderte Anfang August 2018 die deutsche Zuliefererbranche auf, eine eigene Akkuzellproduktion zu errichten und sich damit gegen die Vorherrschaft asiatischer Hersteller zu positionieren. Auch Daimler bezieht die Zellen für seine Elektroautos aus Asien.



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SanderK 31. Aug 2018

Das wäre eine düstere Zukunft! Gut das es so nicht ist ;-)

M.P. 23. Aug 2018

Man scheint als Ölproduzent auch den Autoherstellern viel Geld bezahlen zu müssen, um...

JackIsBlack 23. Aug 2018

Nein, daran ist nichts unglaubwürdig. Das Auto war von 93 und hat mich alle 2 Jahre...

JackIsBlack 22. Aug 2018

China ist natürlich das beste Beispiel. Auch in Sachen Immobilien waren die ganz weit...

SanderK 22. Aug 2018

Würde ich sogar, also die neue Version :-) Ging leider nicht in Serie...


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