Hera: Esa startet Projekt zur Abwehr von Asteroiden

Die Frage ist nicht ob, sondern wann wieder ein großer Asteroid auf Kollisionskurs zur Erde sein wird. Esa und Nasa wollen ihn dann wegschubsen.

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Künstlerische Darstellung von Hera über dem Einschlagkrater von Dart: Wird der Aufprall Dimorphos ablenken?
Künstlerische Darstellung von Hera über dem Einschlagkrater von Dart: Wird der Aufprall Dimorphos ablenken? (Bild: Esa - Science Office)

Didymos, wir kommen: Die Europäische Raumfahrtagentur Esa hat den Bau der Raumsonde Hera in Auftrag gegeben. Sie ist Teil der Mission Aida, deren Ziel es ist, den Asteroiden Didymos von seiner Bahn abzulenken. Auf diese Weise sollen Asteroiden von einem Kollisionskurs auf die Erde abgebracht werden.

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Die Sonde wird in Bremen von OHB gebaut. Dafür erhält das Raumfahrtunternehmen knapp 130 Millionen Euro von der Esa. OHB arbeitet bereits seit zwei Jahren an dem Projekt. Im Oktober 2024 soll Hera starten und Ende 2026 ihr Ziel, den (65803) Didymos erreichen. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet Zwilling: Das System besteht aus dem etwa 780 Meter großen Asteroiden, um den der 160 Meter große Mond Dimorphos in einer Entfernung von rund einem Kilometer kreist.

Hera wird Daten über Didymos sammeln

Die Sonde ist laut Esa "Schreibtisch-groß". Sie soll mindestens ein halbes Jahr lang Daten über das System sammeln, um die Zusammensetzung und Struktur von Asteroiden besser kennenzulernen.

Die Esa will mit Hera zudem weitere Technologien demonstrieren, beispielsweise eine autonome Navigation um den Asteroiden. Zudem soll Hera zwei Cubesats aussetzen, die den Asteroiden aus nächster Nähe vermessen sollen.

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Im Juli kommenden Jahres soll der erste Teil der Mission starten: das Raumfahrzeug Double Asteroid Redirection Test (Dart). Das ist ein Impaktor, den die Nasa baut. Er soll mit einer Geschwindigkeit von etwa 23.000 Kilometern pro Stunde auf Dimorphos treffen. Dadurch soll ein Impuls auf den Himmelskörper übertragen und so seine Geschwindigkeit - und damit dessen Bahn - leicht verändert werden. Durch den Aufprall wird Material von der Oberfläche ausgeschleudert, was einen zusätzlichen Impuls ergibt, der den Effekt verstärkt. Zu Heras Aufgaben wird es gehören, die Auswirkungen des Einschlags zu untersuchen.

Mit dem Projekt wollen Esa und Nasa eine mögliche Strategie zum Schutz der Erde vor Asteroiden testen. Immer wieder geraten kleinere und größere Himmelskörper auf Kollisionskurs mit der Erde. Erst Anfang dieses Monats passierte ein etwa 10 Meter großer Asteroid die Erde in nur 120.000 Kilometern Entfernung. Anfang 2013 ging nahe der russischen Stadt Tscheljabinsk ein etwa 19 Meter großer Meteor nieder. Bei seiner Explosion wurden etwa 7.000 Gebäude beschädigt und rund 1.500 Menschen verletzt.

Bei größeren Einschlägen können die Auswirkungen verheerend sein. Die Gefahr ist durchaus real: "Die Frage ist überhaupt nicht, ob wir wieder getroffen werden", sagte Stephan Ulamec vor einiger Zeit im Gespräch mit Golem.de. "Die Frage ist, wann wir wieder getroffen werden." Ulamec ist Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und hat an dem Projekt mitgearbeitet. Bekanntgeworden ist er als Leiter der Philae-Mission, bei der das gleichnamige Landefahrzeug 2014 auf dem Kometen 67P Tschurjumow-Gerassimenko aufgesetzt war.

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