Hensoldt: Deutsche Jammer sollen russische Luftabwehr stören können

Die Bundeswehr modernisiert ihre Fähigkeiten zur elektronischen Kampfführung. Ein neues System soll nach seiner Entwicklung an Eurofighter montiert werden.

Artikel veröffentlicht am , Matthias Monroy
Kalaetron Attack soll die Grundlage für neue elektronische Kampffähigkeiten des Eurofighters bilden.
Kalaetron Attack soll die Grundlage für neue elektronische Kampffähigkeiten des Eurofighters bilden. (Bild: Hensoldt AG / Stefan Petersen)

Die auf Sensortechnik spezialisierte Firma Hensoldt hat mit Kalaetron Attack ein System zur elektronischen Kampfführung entwickelt. Jüngst durchgeführte Bodentests hätten dessen "Wirksamkeit in aktuellen Bedrohungsszenarien unter Beweis gestellt", schreibt der deutsche Rüstungskonzern in einer Pressemitteilung. Demnach könnte die Plattform selbst neueste russische Radare stören.

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Kalaetron Attack besteht aus verschiedenen Komponenten zur Täuschung, Unterdrückung und Störung gegnerischer Fähigkeiten in der Luft, an Land und auf See. Dasselbe System soll auch passiv als Aufklärungssensor eingesetzt werden können. So soll die Plattform die "Bewegungsfreiheit in einer umkämpften elektromagnetischen Umgebung" ermöglichen und dadurch die Wirksamkeit der eigenen Streitkräfte erhöhen.

Hohe Verdichtung durch metallischen 3D-Druck

Hensoldt beschreibt Kalaetron Attack als eine "Kombination aus künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und aktiver elektronischer Abtastungstechnologie". Als Schlüsseltechnologien nennt der Hersteller breitbandige Sensoren und "Effektoren" sowie die hohe Verdichtung der elektronischen Komponenten durch metallischen 3D-Druck.

Einsätze können laut Hensoldt als "Begleit- und Abstandsstörer" erfolgen. Dies meint Störungen in unmittelbarer Nähe zu feindlichen Luftabwehrsystemen oder auch außerhalb der eigenen Waffeneinsatzzone aus großer Entfernung. Kalaetron Attack ist skalierbar und kann auf bestimmte gegnerische Fahrzeuge gerichtet werden.

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Im Sommer soll das System in einem Flugzeug erprobt werden. Hintergrund ist der geplante Einsatz in Eurofightern der deutschen Luftwaffe. Für diesen Zweck wird die Technik in einem sogenannten Pod untergebracht, der an das Kampfflugzeug montiert wird. Im März kündigte die Bundesregierung an, als Ersatz für die Tornado-Flotte weitere Eurofighter für den elektronischen Kampf zu beschaffen.

Bundesregierung hat Sperrminorität

Für die Entwicklung von Kalaetron Attack ist die Abteilung "Spektrum-Dominanz" bei Hensoldt zuständig. Laut deren Leiterin favorisiert der Konzern eine Serienproduktion des Systems unter "nationaler Hoheit".

Hensoldt ist eine Ausgründung verschiedener Bereiche des Rüstungskonzerns Airbus. Als Firma von herausragender sicherheitspolitischer Bedeutung hat sich die Bundesregierung hier vor zwei Jahren eine Sperrminorität gesichert. Ein weiterer großer Anteilseigner ist der italienische Rüstungskonzern Leonardo.

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