Henrique de Castro: Marissa Mayer feuert Yahoo-Vizechef
Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat den Chief Operating Officer (COO) des Internetunternehmens, Henrique de Castro, entlassen. Das geht aus einer vertraulichen E-Mail an Mitarbeiter hervor, die das IT-Onlinemagazin Recode veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) hat. De Castro war nur 15 Monate in der Führungsposition.
In der E-Mail heißt es: "Der Beginn eines neuen Jahres bietet immer Zeit für Reflexion. Während meiner eigenen Reflexion habe ich die schwierige Entscheidung getroffen, dass unser COO, Henrique de Castro, das Unternehmen verlassen sollte. Ich schätze Henriques Beiträge und wünsche ihm alles Gute für seine Zukunft." Laut Informationen der New York Times(öffnet im neuen Fenster) war Mayer mit der Entwicklung der Werbeeinnahmen unzufrieden, wofür sie de Castro verantwortlich machte.
De Castro war der erste wirklich hochrangige Google-Manager, den Mayer von Google, wo beide zusammengearbeitet hatten, zu Yahoo holen konnte. Der in Portugal geborene de Castro war bei Google Vice President der Partner Business Solutions Group und verantwortet hier Googles Werbeplattformen und Dienste für Googles Publishing- und Geschäftspartner. Zuvor arbeitete er für Dell und McKinsey.
Der Rauswurf dürfte für Yahoo teuer werden: De Castro erhielt bei Yahoo ein Basisgehalt von 600.000 US-Dollar pro Jahr zuzüglich Boni. Mit seiner Unterschrift unter den Vertrag wurde zudem eine Einmalzahlung von 1 Million US-Dollar fällig. Hinzu kamen zwei Aktienpakete: eines im Wert von 36 Millionen US-Dollar, das andere im Wert von 20 Millionen US-Dollar. Das ging aus dem von Yahoo von der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) veröffentlichten Arbeitsvertrag von Henrique de Castro hervor. Über vier Jahre ergab sich damit ein Gesamtgehalt von 61,56 Millionen US-Dollar.