Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Henna Virkkunen: EU nimmt Meta und Tiktok wegen Ceuta-Krise ins Visier

Falschinformationen sollen zum massenhaften Grenzübertritt nach Ceuta beigetragen haben, sagt EU-Kommissarin Henna Virkkunen.
/ Peter Steinlechner
4 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen (Bild: Magali Cohen / Hans Lucas / AFP via Getty Images)
EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen Bild: Magali Cohen / Hans Lucas / AFP via Getty Images

Die EU-Kommission nimmt Meta und Tiktok wegen ihrer Rolle bei der jüngsten Migrationskrise in Ceuta ins Visier. Nach einem Treffen mit Vertretern der beiden Unternehmen forderte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen die Plattformbetreiber auf, stärker gegen Falschinformationen vorzugehen.

Hintergrund: Ende Juli 2026 waren innerhalb weniger Tage über 70.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta gelangt. Die Stadt hat selbst nur etwas mehr als 80.000 Einwohner. Viele der Migranten kehrten anschließend wieder nach Marokko zurück. Bei den Ereignissen kamen Dutzende Menschen ums Leben.

Zur schnellen Verbreitung der Gerüchte trugen offenbar vor allem soziale Netzwerke bei. Dort verbreiteten sich Videos und Nachrichten, wonach die normalerweise streng kontrollierte Grenze geöffnet sei.

Teilweise wurde der Eindruck erweckt, Migranten könnten nach der Einreise in Ceuta bleiben oder auf das spanische Festland weiterreisen. Offenbar beruhte ein Teil dieser Behauptungen auf einer irreführenden Interpretation eines Urteils des spanischen Obersten Gerichtshofs. Belege für eine zentral gesteuerte Desinformationskampagne gibt es bislang nicht.

EU will soziale Netzwerke stärker beobachten

Die EU sieht die Plattformbetreiber in der Pflicht. Nach Gesprächen mit Meta und Tiktok schrieb Virkkunen auf X(öffnet im neuen Fenster), Plattformen müssten insbesondere in Krisensituationen "entschlossen handeln". Die Überwachung müsse verstärkt und die Zusammenarbeit mit Faktenprüfern ausgebaut werden.

Gerade algorithmisch verbreitete Videos können Meldungen innerhalb kurzer Zeit einem Millionenpublikum zugänglich machen – unabhängig davon, ob die darin enthaltenen Behauptungen stimmen.

Die EU will deshalb laut Spiegel Online(öffnet im neuen Fenster) auch ihre eigenen Möglichkeiten zur Früherkennung verbessern. Nach Beratungen der Mitgliedstaaten stehe unter anderem eine intensivere Beobachtung sozialer Medien im Raum.


Relevante Themen