Helpdesk: IBM AIWS baut 80 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland ab

IBM hat einen massiven Stellenabbau bei zwei Gesellschaften in Deutschland angekündigt. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 9. Juni 2020 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Beschäftigten der IBM AIWS (Aviation Industry Workplace Services) und der IBM AIS (Aviation Industry Services) wurden über eine massive Stellenstreichung in den IBM-Tochtergesellschaften informiert.
AIWS ist ein Helpdesk für Lufthansa und ihre Töchter Swiss, Brussels oder Austrian, der rund um die Uhr besetzt ist. Im Jahr 2015 kaufte IBM Deutschland den Bereich von der Lufthansa. IBM Deutschland Aviation Industry Services in Kelsterbach im hessischen Kreis Groß-Gerau übernimmt Entwicklung, Unterstützung und Betrieb der Infrastruktur, Netze und Anwendungen für die Luftfahrtindustrie.
200 Arbeitsplätze sollen dort abgebaut werden. Das entspricht bei der AIWS rund 80 Prozent und bei der AIS circa 20 Prozent er Beschäftigten. Betriebsbedingte Kündigungen werden nicht ausgeschlossen. Der IBM-Standort Flensburg soll komplett geschlossen werden. Abbau und Schließungen sollen bis zum 31. März 2021 umgesetzt sein. Im Jahr 2018 hatte IBM noch erklärt , der Standort werde nicht geschlossen, sondern im Bereich Service Desk nun Technologien wie Watson eingesetzt.
Noch vor wenigen Tagen gab es für die Beschäftigten bei AIWS und AIS für ihre erfolgreiche Arbeit in der Corona-Krise großes Lob von der Konzernführung, erklärte Verdi. Mit viel Engagement sei ein großer Kunde für das Homeoffice arbeitsfähig gemacht worden.
"Die IBM baut seit Jahren Personal ab und erzielt in Deutschland weiterhin gute Gewinne. Wir fordern ein Ende der Streichungen" , sagte Bert Stach, Verdi-Tarifsekretär für IBM. Der US-Konzern hat in der Zeit von 2007 bis 2017 nach Informationen der Wirtschaftswoche rund 7.100 Stellen in Deutschland abgebaut. Das entspricht 34 Prozent, also mehr als einem Drittel der Belegschaft. Im Jahr 2007 hatte IBM in Deutschland noch 20.600 Beschäftigte.