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Helios-System: Statt Intel wird AMD ein wichtiger Partner von HPE

Die Kooperation vereint Helios von AMD mit einem neuen Tomahawk Ultra Switch von Juniper (HPE). Es geht um eine starke KI -Plattform im Rack-Format.
/ Achim Sawall
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KI-Plattform im Rack-Format mit Ultra Switch von HPE (Bild: HPE)
KI-Plattform im Rack-Format mit Ultra Switch von HPE Bild: HPE

HPE wird seine Zusammenarbeit mit AMD mit dem Helios-System stark ausweiten. Das gab der US-Serverhersteller am 2. Dezember 2025 auf seiner Hausmesse HPE Discover in Barcelona bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Als einer der ersten OEMs wird Hewlett Packard Enterprise (HPE) AMDs GPU-KI-Server-Rack einsetzen, das ab dem nächsten Jahr mit Nvidias Vera-Rubin-Plattform konkurrieren soll.

Der Ausrüster aus Houston im US-Bundesstaat Texas wird Cloudbetreibern die AMD-Rack-Scale-Plattform Helios mit 72 Instinct MI455X GPUs für große KI-Workloads zur Verfügung stellen. Man verkauft aber nicht nur KI-Systeme von AMD weiter, sondern entwickelte dafür einen sehr speziellen Netzwerk-Switch.

Die neue HPE-Tochterfirma Juniper Networks wird dazu gemeinsam mit Broadcom einen skalierbaren Netzwerk-Switch speziell für Helios Produkte bauen. Der Switch basiert auf Broadcoms Tomahawk-6-Netzwerk-Chip und nutzt den Ultra Accelerator Link over Ethernet, der als Alternative zu Nvidias NVLink entwickelt wurde. Dies soll extrem schnelle Verbindungen zwischen den 72 GPUs des Racks ermöglichen. Der Switch HPE Juniper Networking QFX5250 verspricht eine Datenrate von 102,4 Terabit pro Sekunde. Er nutzt Junipers Netzwerk-Betriebssystem Junos, wird mit Flüssigkeit gekühlt und mit AIOps verwaltet.

In einem herkömmlichen Rechenzentrum verbindet ein Switch einfach die Server. In einem KI-Cluster hat der Switch die spezialisierte Aufgabe, zu ermöglichen, dass sich die vielen GPUs fast wie ein einziger riesiger Chip verhalten.

Weitere Zusammenarbeit von HPE und AMD in Stuttgart

In der europäischen Supercomputing-Initiative arbeiten AMD und HPE zudem an Herder, einem neuen Supercomputer für das Hochleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) in Deutschland. Der Rechner basiert auf der HPE-Cray-GX5000-Plattform und verfügt über AMD Instinct MI430X-GPUs sowie neue AMD EPYC-CPUs.

Die Auslieferung des Supercomputers Herder(öffnet im neuen Fenster) ist aber erst für die zweite Hälfte des Jahres 2027 geplant, die Inbetriebnahme voraussichtlich für Ende 2027.

HPE übernahm Juniper Networks am 2. Juli 2025 für 14 Milliarden US-Dollar. Seitdem ist Juniper eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Hewlett Packard Enterprise. Der Kauf war erstmals am 9. Januar 2024 angekündigt worden.

HPE stärkt sich regelmäßig mit Zukäufen

Juniper war der drittgrößte Anbieter für Router und Switches für ISPs und Telekommunikationskonzerne. HPE bündelt seit der Aufspaltung IT-Infrastruktur, Software und Services für Großunternehmen und Regierungsstellen. In der Firma HP Inc. laufen alle Druck- und PC-Produkte unter dem alten Firmenlogo. Mit Juniper bekam HPE Zugriff auf ein umfassendes Angebot von Routern, Switches, Security-Produkten wie Firewalls und Artificial Intelligence. Konkurrent in den USA ist Cisco, weltweit ist es Huawei.

HPE kaufte bereits im Jahr 2015 für rund 3 Milliarden US-Dollar Aruba Networks. Seit November 2015 firmiert das Unternehmen als Intelligent-Edge-Geschäftsbereich von HPE. Zu den Produkten gehören Netzwerk-Switches, Access Points, Hotspots und Wireless-Controller.


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