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Heizkosten: Eine Thermoskanne für Fassaden

Eine flache Konstruktion aus Edelstahl erreicht die Isolierleistung einer dicken Dämmschicht. Das Prinzip gleicht einer Isolierflasche.
/ Mario Petzold
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Durch die flache Bauweise können auch Container oder Maschinenteile isoliert werden. (Bild: V21)
Durch die flache Bauweise können auch Container oder Maschinenteile isoliert werden. Bild: V21

Das Start-up V21(öffnet im neuen Fenster) aus Hamburg hat Elemente zur Wärmeisolierung entwickelt, die aus zwei voneinander getrennten Schichten aus Edelstahl bestehen. Dazwischen herrscht ein fast vollständiges Vakuum, wodurch die Dämmleistung auf dem Niveau der üblichen Fassadendämmung liegt.

Kopiert wurde dabei im Grunde die Thermoskanne, die dank zweier ineinandergesteckter Gefäße aus Stahl oder Glas und einem evakuierten Zwischenraum sowie einer minimalen Kontaktfläche zwischen Innen- und Außenschicht kaum Wärmeübertragung zulässt. Die Schwierigkeit dürfte bei großen Platten vor allem darin gelegen haben, ohne stützende Konstruktion im Inneren auszukommen. Mit gewellten Platten wurde dies gelöst.

Lange Reihe an Vorteilen

Die tatsächliche Dämmleistung des Systems wurde am Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme geprüft. Die Angaben des Start-ups konnten bestätigt werden, wobei eine große Abhängigkeit vom Design und Profil festgestellt wurde, schließlich besitzen die Plattenränder so gut wie keine Isolierleistung.

Eine mit den Edelstahlplatten isolierte Containerwand hat demnach bei einer Stärke von 5 cm einen U-Wert(öffnet im neuen Fenster) auf dem Niveau einer Ziegelwand mit aufgebrachtem Dämmmaterial mit 20 cm Stärke. Damit wird der Wärmeverlust pro Fläche beschrieben.

Allein dank der Platzeinsparungen sind neben Fassaden auch weitere Einsatzmöglichkeiten denkbar. Batterien in Elektroautos oder Wohncontainer nennt V21 hierzu beispielhaft.

Die lange Lebensdauer von Edelstahl und der Verzicht auf Kunststoffe sprechen ebenfalls für die Technik. Das System kann komplett recycelt werden und ist im Gegensatz zu vielen Materialien für die Wärmeisolierung nicht brennbar.

Technische und finanzielle Fragezeichen

Kaufen kann man die Platten noch nicht. Dem Unternehmen zufolge soll in den nächsten anderthalb Jahren eine Produktion aufgebaut werden. Unter anderem sollen isolierte Containermodule entstehen. Dann wird sich zeigen, ob es gelingt, die Kontaktflächen rund um einen kompletten Container oder sogar ein ganzes Gebäude zu minimieren.

Auch der Preis dürfte entscheidend sein, zu dem es bisher noch keine Informationen gibt. Eine Dämmung mit geschäumten Kunststoffen liegt laut Verbraucherzentrale(öffnet im neuen Fenster) inklusive der nötigen Arbeiten bei unter 200 Euro je Quadratmeter.


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