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Heimkino-Raumklang von oben: Dolby Atmos klingt gut, Auro 3D klingt besser

CES 2015
DTS und Dolby arbeiten mit Ton-Objekten, Auro Technologies mit Auro 3D hingegen weiter mit Sound-Kanälen. Wir haben mit Auro-Chef Wilfried Van Baelen gesprochen und uns die beeindruckende Demo für Raumklang von oben ohne die Deckenlautsprecher von Dolby Atmos angehört.
/ Andreas Sebayang
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Auro 3D arbeitet mit Raumklangebenen. (Bild: Auro Technologies)
Auro 3D arbeitet mit Raumklangebenen. Bild: Auro Technologies

Im Bereich Heimkino hat es schon lange keine großen Audio-Neuerungen mehr gegeben. Zwar wurde die Anzahl der Kanäle kontinuierlich gesteigert und mehr und mehr A/V-Receiver können beispielsweise dank Zonen zwei unterschiedliche Räume mit voneinander unabhängigen Tönen beschallen. Doch eigentlich war der Raumklang weitgehend ausgereift. Die Töne kamen von der Seite, von hinten, von vorne und mit einem kräftigen Subwoofer auch durchaus von unten mit einem gefühlt bebenden Boden. Nur ein Bereich fehlte bisher: Der Himmel, der dem Zuhörer bisher nicht auf den Kopf fallen konnte. Dolby Laboratories, Auro Technologies und DTS wollen das ändern – und zwar mit ihren Formaten Dolby Atmos(öffnet im neuen Fenster) , Auro 3D(öffnet im neuen Fenster) respektive DTS:X.

Letzteres ist noch nicht ganz fertig und soll erst im März 2015 richtig vorgestellt werden. Wir konnten DTS:X zwar schon Probe hören , wollen das System aber ob des unfertigen Status nur am Rande behandeln und uns hauptsächlich Auro 3D und ein wenig dem bereits bekannten Dolby Atmos widmen.

3D-Ton mit zwei Ohren

Alle drei Systeme versuchen, Klang so zu gestalten, dass es sich anhört, als würde er von oben kommen. Zwar hört der Mensch nur mit zwei Ohren (und bei sehr tiefen Frequenzen mit dem ganzen Körper), trotzdem ist es möglich, Töne aus mehr als nur zwei Richtungen wahrzunehmen. Nachdenken muss der Mensch bei natürlichen Geräuschen nicht, um die Richtung zu ermitteln, aus der Klang kommt: Dank Reflexionen und Zeitverzögerungen vermag das Gehirn die Position sehr genau zu verorten – ein Grund dafür, dass weit verbreitete Raumklangsysteme in Kopfhörern nicht ganz so gut funktioniert. Zudem fehlt die Möglichkeit der Darstellung eines Subwoofers.

Lautsprecherkonstruktionen versuchen dies zu imitieren und damit – wie es neuerdings heißt – immersiven Sound zu erzeugen. Der Begriff des immersiven Tons wird zur Betonung der Verbesserung gegenüber dem Raumklang verwendet, der offenbar vorher nicht existierte, wenn man aktuellen Marketing-Aussagen glaubt. Tatsächlich ist bisheriger Raumklang den neuen Formaten unterlegen. Die Simulation des neuen Raumklangs passiert dennoch mit begrenzten Mitteln, entweder mit Kanälen oder mit Objekten.

Beides gibt es in der Natur in enormer Zahl. Zu den objektbasierten Tonsystemen gehören Dolby Atmos, das wir uns auf der Ifa 2014 als Heimkino-Variante schon näher angeschaut haben , und das noch nicht fertige DTS:X. Hier sollen theoretisch Sound-Objekte über die fixe Heimkino-Lautsprecherinstallation flitzen.

Ein flatternder Vogel wandert beispielsweise als einzelnes Objekt von der Center-Box über die rechte Box hin zur vorderen rechten Deckenbox zur hinteren Deckenbox und schließlich zu einer der rückseitigen Boxen. Auro 3D arbeitet hingegen im Heim- und Kinobereich kanalbasiert. Das Flattern besagten Vogels wird auf mehrere Lautsprecher verteilt, jedoch – und das bestimmt der Kanal – mit unterschiedlichen Intensitäten, je nachdem, wo er gerade flattert.

Auro 11.1 in Barco-Installationen
Auro 11.1 in Barco-Installationen (01:06)

Auro 3D ist ein vergleichsweise altes System, das in einigen Kinos von Barco weltweit als Auro 11.1(öffnet im neuen Fenster) installiert wird und sogar bis zu 13.1-Konfigurationen möglich macht. Im deutschsprachigen Raum wird es allerdings sehr selten eingesetzt. In Berlin gibt es etwa im Cinestar Original eine Installation, die vorwiegend für Filme im englischen Originalton verwendet wird. Ein Film in deutscher Synchronisation wird dort so gut wie nie abgespielt. In Wien gibt es das Format im Cineplexx Village, und in Genf gibt es im Centre Commercial La Praille (Arena Cinema) ebenfalls eine Installation von Barco. Wer nach weiteren Kinos weltweit sucht, dem sei ein Blick in die Weltkarte von Barco empfohlen(öffnet im neuen Fenster) .

Viele US-Kinos konnte Barco bereits überzeugen. In Deutschland hatte Dolby mehr Erfolg. Allein in Berlin gibt es mehrere Kinos, die Dolbys neues Raumklangsystem nutzen. Dazu gehört auch der große Saal des Zoo Palasts, der Dolby Atmos unterstützt .

Auro 3D arbeitet mit einer anderen Lautsprecherkonfiguration als Atmos

Was Auro 3D allerdings von Atmos und DTS:X unterscheidet, ist die Lautsprecherkonfiguration. Auro Technologies, ein Ableger der belgischen Galaxy Studios(öffnet im neuen Fenster) , deren Ko-Chef Wilfried Van Baelen auch der Chef von Auro ist, verzichtet ganz bewusst auf Deckenlautsprecher. Sie sind nur eine Option in Form eines einzelnen "Voice of God"-Lautsprechers.

Das klingt zunächst unlogisch. Denn wenn der Ton von oben kommen soll, muss er doch auch von oben abgestrahlt werden. Doch Van Baelen widerspricht dem im Gespräch auf der CES in Las Vegas. Der Mensch hat kein Ohr oben auf seinem Kopf und nimmt daher auch Töne von oben seitlich wahr – und das nutzt Auro 3D in den meisten Fällen. Van Baelen hält nebenbei auch nichts von objektbasierten Tönen im Heimbereich. Es kommt allerdings auf die Installation an, denn Van Baelen arbeitet auch an einem objektbasierten Tonsystem, zu dem er noch keine Details nannte.

Immersiver Ton bedeutet aber nicht, dass Deckenlautsprecher und objektbasierter Ton notwendig sind. Im Gegenteil, Van Baelen bemängelt an Mono-Soundobjekten, die über Deckenlautsprecher wandern, die mangelnden Reflexionen. Diese sind aber Teil der Ton-Wahrnehmung. Zwar wandern über die Deckenlautsprecher lauter kleine Mono-Objekte, und diese können Nutzer auch orten. Doch realistisch klingt dies nicht, wie er sagt. Denn natürliche Töne von oben verortet der Mensch zusätzlich durch die verzögerte Wiedergabe von Reflexionen. Bei Atmos kommt der Klang zwar von oben, natürliche Reflexionen fehlen aber und können laut Van Baelen durch objektbasierten Ton nicht dargestellt werden. Dass der Ton von Objekten wie dem Kinosessel reflektiert wird, reicht nicht für einen natürlichen Klang.

Tonebenen sind für Raumklang wichtig

Für van Baelen sind Tonebenen entscheidend. Diese ließen sich auch einfacher aufnehmen und für Filme verarbeiten, sagt er, da sie mit einfachen Mikrofon-Konstruktionen aufgenommen würden. Im Heimbereich werden meist zwei Tonebenen verwendet: eine in Bodennähe und Ohrenhöhe wie eine normale 5.1-Surround-Anlage sowie eine darüber. Bei etwas besseren Installationen sind es drei. Für die oberen Ebenen können Regallautsprecher verwendet werden, die mit einem genügend hohen Ständer oberhalb der Hauptboxen positioniert werden. Die uns vorgeführte 9.1-Demo-Anlage von Auro war auf der CES genau so aufgebaut und verwendete zwei Ebenen. Der optionale "Voice of God"-Lautsprecher (10.1) fehlte.

Für größere Installationen oder anspruchsvollere Anwender wäre auch noch eine dritte Tonebene darüber möglich, hier wieder ohne "Voice of God"-Lautsprecher. Laut Van Baelen ist der Raumklang dann noch einmal etwas besser. Unbedingt notwendig ist das aber nicht. Ob der Anwender zwei oder drei Klangebenen aufbaut, hängt letztendlich vom Budget und dem Anspruch ab.

Beeindruckende Auro-Demonstration mit dem einfachen System

Die Deckenhöhe spielt laut dem Auro-Chef keine Rolle. Bei Atmos ist das anders: Die Installation an der Decke ist aufwendiger. Und bei sogenannten Dolby-Atmos-Enabled-Lautsprechern, die vorne stehen, aber ihren Schall über zusätzliche Lautsprecher erst an die Decke strahlen und so indirekt einen Deckenton entstehen lassen, kann eine für die Tonreflexionen ungeeignete Decke Nachteile haben.

Die Demokonstruktion nutzte zwei Tonebenen ohne Reflexionen: ein 5.1-System auf dem Boden mit 3-Wege-Boxen in der Front sowie vier 2-Wege-Boxen, die etwa in einer Höhe von 2 Metern darüber montiert waren und schräg nach unten in Richtung der Zuhörer strahlten. Dieses 9.1-System ist nicht die volle Ausbaustufe von Auro 3D, aber sie genügte bereits für einen vollen Klang.

Bedrohliche Traktoren von hinten

Was wir dann hörten, war trotz des vergleichsweise einfachen Aufbaus beeindruckend realistisch. Das lag auch an den Demos: von vorne über den Kopf fliegende Großraumjets, von hinten kommende militärische Hubschrauber und – besonders bedrohlich – der Traktor, der sich von hinten dem Zuschauer nähert und uns beinahe umzufahren schien. Wir mussten uns zusammenreißen, um nicht den Instinkten nachzugeben und einen Schulterblick zu wagen.

Dabei war in allen Fällen die obere Tonebene entscheidend, wie einzelne Demos zeigten, in denen mal die obere und mal die untere Ebene abgeschaltet wurde. Ohne scheint es nicht zu gehen, auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten Raumklang auch ohne Deckenlautsprecher oder Auros Ebenensystem funktionierte. Der Hörer ist mittendrin statt nur dabei.

Obwohl Auro auf einen Lautsprecher in der Decke direkt über uns verzichtete, waren selbst bei den Demos Objekte, die oben in die Mitte positioniert waren, exakt zu verorten. Nach einigen Demos waren wir überzeugt von Auro 3D als Heimkinosystem. Das gilt auch für eine reine raumfüllende Darbietung von Musik. Ein Chor in einer Kathedrale konnte hervorragend imitiert werden. Hier ist die Verortung gar nicht so wichtig. Auch ein Besucher einer Kirche schaut nicht nach oben, weil er Teile des Tons von dort über Reflexionen empfängt. Sehr wohl erkennt er aber den charakteristischen Klang, den bestimmte Raumkonstruktionen mit sich bringen. Diesen kann Auro 3D sehr gut simulieren. Es eignet sich also auch für Klassikfans. Solche Demos vermissten wir übrigens bisher bei Dolby Atmos, das sich mehr an Kinoliebhabern und kaum an Musikliebhabern orientiert.

Auro 3D entwickelte sich vom Klassik-System 2+2+2

Auro 3D erinnert nicht von ungefähr an ein exotisches, in der Klassik aber verbreitetes Tonformat: das 2+2+2-System. Das wird beispielsweise auf der Blu-ray Pure Audio verwendet, die wir während der Musikmesse Classical Next 2013 per Zufall kennenlernten und ausprobierten . 2+2+2 und das damit verwandte 2222+-System (auf Dabringhaus-Datenträgern zusätzlich Auro 3D genannt) wurde von Werner Dabringhaus entwickelt und war vor langer Zeit Vorbild für Auro 3D, wie uns Van Baelen erklärte. Seit 2005 arbeitet er an Auro 3D, dessen erste Installation 2011 in Betrieb ging.

Auch bei 2+2+2 werden je zwei Boxen rechts und links vorne übereinander und hinten zwei weitere Boxen positioniert. Die Kanäle werden dementsprechend umgewidmet. Der Nachteil einer 2+2+2-Installation ist allerdings gravierend: Beim Anschauen von Filmen werden bestimmte Kanäle von der falschen Position abgespielt. Auro 3D löst dieses Problem durch die zusätzlichen, dedizierten Kanäle für die Höhenlautsprecher und damit eine Abwärtskompatibilität zu 5.1- und 7.1-Systemen.Van Baelen hat das für die Klassik optimierte System nicht einfach übernommen, sondern weiterentwickelt und so auch für andere Typen des Tons verfügbar gemacht.

Deswegen ist Auro 3D auch in Kinos verbreitet, schon länger als das vergleichsweise junge Dolby-Atmos-System. Van Baelen erzählte uns sogar von einer Querkompatibilität: Dolby Atmos soll sich auf einer Auro-3D-Konfiguration gut anhören. Andersrum soll Auro 3D aber nicht in einer Atmos-Konfiguration funktionieren. Probe hören konnten wir allerdings weder das eine noch das andere und müssen die Frage offen lassen, ob der Heimkinofan nun je nach Film seine Boxen umräumen muss oder nicht.

Dolby zeigt auf der CES Altbekanntes

Auch Dolby versuchte mit einer erstaunlich aufwendigen Installation, den Atmos-Raumklang zu präsentieren – in einem speziellen Raum, der nicht gerade der Wohnzimmeratmosphäre der Auro-Demo entsprach, sondern fast wie ein Kino wirkte. In einem schwarzen, abgedunkelten Raum mit mutmaßlich tontechnisch idealen Wänden und Decken stellte Dolby zwei 7.1.4-Systeme fürs Heimkino vor. Im Unterschied dazu baute Auro seine Anlage in einer Suite des Venetian-Hotels auf, ohne diese tontechnisch zu modifizieren. Einzig die Sitzpositionen waren bei Auro strikt in der Mitte – wie bei Dolby. Dolby ließ uns sein System mal als Dolby Atmos und mal als Dolby Atmos Enabled Probe hören – und das auch mit Filmen wie Transformers oder Star Trek: Into Darkness.

Ausgerechnet die Filmdemos enttäuschten uns. Zwar war der Raumklang raumfüllend. Doch verortbare Effekte nahmen wir nicht wahr oder sie lagen überwiegend in der horizontalen Ebene. Der Ton kam einfach nur zusätzlich von oben. Wir hätten uns am liebsten eine Demo von Oblivion angehört – diesen Film sahen wir 2013 in einem Dolby-Atmos-Kino, und in einzelnen Szenen war Dolby Atmos beeindruckend. Doch die Demo gab es nur für Dolby Vision. Ohne Ton. Auch im Zoo Palast haben wir zur Eröffnung schon bessere Filmdemos mit Atmos gehört . Ob dies an der Heimkino-Atmos-Konfiguration lag oder an den Filmen, können wir daher noch nicht sagen, denn wir haben weder Into Darkness noch den aktuellen Transformers-Teil in einem Atmos-Kino gesehen.

Wie gehabt gut funktionierten hingegen die von Dolby selbst erstellten Demotrailer. Hier gab es eine Verortbarkeit, wenn auch nicht so gut wie im Kino. Allerdings war der Ton teilweise zu direkt im Vergleich zu Auro 3D. Dafür war in Bodennähe das 7.1.4-System Auros Demo mit einem 5.1.4-System überlegen. Die Auro-Demo war sehr einfach realisiert und begeisterte uns doch mehr als die aufwendigen Demonstrationen von Dolby, insbesondere da nicht so sehr auf platzierte Ton-Effekte gesetzt wurde.

DTS:X muss erst fertig werden

DTS:X einzuordnen ist noch schwer. Zwar haben wir auf der CES das System mit Deckenlautsprechern ebenfalls Probe hören können . Aber es fehlen noch Details und ausreichendes Tonmaterial abseits der durchaus funktionierenden Demos, um den bisherigen, positiven Eindruck mit den finalen Systemen von Auro und Dolby vergleichen zu können.

Die Güte des Raumklang-Systems ist für den Erfolg nicht entscheidend

Wie meist bei konkurrierenden Formaten entscheidet die Software über Erfolg und Misserfolg. Neben DTS und Dolby hatte es schon Sonys SDDS als Tonsystem schwer und hat mittlerweile an Bedeutung im Kinobereich verloren. Selbst die SDDS-Webseite(öffnet im neuen Fenster) ist mittlerweile nicht mehr erreichbar. Im Heimbereich sind ohnehin DTS und Dolby vorherrschend. Hier hat Auro allerdings schon einige Partner gewonnen, und Verstärker mit Auro 3D sind fertig.

Die Software allerdings ist ein Problem. Was nützt der schöne Immersiv-Raumklang-Verstärker, wenn keine Filme oder Musik dafür existieren? Die Liste von Auro-3D-Blu-ray-Discs(öffnet im neuen Fenster) ist kurz und sehr speziell. Eigentlich müssten noch zahlreiche Veröffentlichungen auf Blu ray Pure Audio mit 2222+-Ton hinzugefügt werden. Aber auch diese Software richtet sich nicht an den Kinogänger. Filme mit Auro 3D gibt es jedoch genug. Bei Kinofilmen sieht es recht gut aus: Mit Kung Fu Panda 3 und American Sniper sind zwei potenzielle kommende Blockbuster mit Auro 3D dabei. Für Dolby sieht die Situation besser aus, aber der Start kurz vor Weihnachten 2014 verlief für das Atmos-Raumklang-Format alles andere als ideal .

Der Kunde wird Veröffentlichungen mit modernem Raumklang nur schwer entdecken können

Wir haben bei Dolby nachgefragt, wie weit die Marketing-Unterstützung geht und ob etwa Logos zur besseren Kenntlichkeit vorgesehen sind. Das sei Sache der Softwareanbieter, lautete die Antwort. Dolby könne den Partnern nicht vorschreiben, wie sehr Atmos als Alleinstellungsmerkmal einer Blu ray sichtbar sein soll. Das heißt aber auch, dass der Kunde wenig Chancen hat, ohne Fachwissen auf derartige Formate zu stoßen. Egal ob nun Dolby Atmos, DTS:X oder das vielversprechende Auro 3D: Software gibt es theoretisch genug in Form von Kinofilmen. Die müssen nur erst einmal beim Kunden ankommen. Doch der muss davon erfahren, wenn sich auch im Heimkino Formate durchsetzen sollen, die bisher selbst in Kinos nur selten zu finden sind.

Größen der Industrie wie Dolby und DTS haben es da etwas leichter, ihre Formate an den Kunden zu bringen als der Pionier Auro Technologies. Obwohl Dolby erst seit Mitte 2012 mit Atmos aktiv ist und DTS erst im März 2015 Details zu seinem Format verkünden will, kennen viele Kinogänger die beiden Unternehmen – und sei es nur wegen der brachialen Ton-Trailer. Die Firma Auro hat zwar eine lange Geschichte, ist jedoch eher unbekannt, und die Mutterfirma Galaxy Studios ist eher Personen vertraut, die sich in der Musik- und Filmindustrie gut auskennen.

Umso beeindruckender sind die erreichten Erfolge sowohl in Kinos als auch dabei, große Hersteller von Verstärkern zu überzeugen. Es sieht danach aus, als würde sich Auro im Heimbereich neben DTS und Dolby positionieren können und zukünftige Hardware einfach beide Formate unterstützen, Auro 3D und Dolby Atmos. Sollte DTS:X im Heimbereich ebenfalls erfolgreich werden, könnten es sogar drei Systeme werden.

Ob das nun bedeutet, dass der Nutzer für verschiedene Filme seine Boxen ummontieren muss, ist noch unklar. Manches dürfte jedenfalls nicht funktionieren. Dazu gehören vermutlich die Dolby-Atmos-Enabled-Lautsprecher, die über Reflexionen den Ton von unten über die Decke zum Nutzer spiegeln. Die haben uns allerdings schon bei der Atmos-Demo während der Ifa 2014 nicht besonders gut gefallen und werden mit Auro-3D-Material kaum besser klingen.


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