HEG Electronics: Samsungs Auftragshersteller soll Minderjährige beschäftigen

China Labor Watch hat Ermittler in die Fabriken eines Auftragsherstellers in China geschickt, der für Samsung Mobiltelefone montiert. Die Minderjährigen müssen Überstunden leisten. Manager und Vorarbeiter schlagen die Arbeiter, wenn sie Fehler machen.

Artikel veröffentlicht am ,
Titelbild des Reports von China Labor Watch
Titelbild des Reports von China Labor Watch (Bild: China Labor Watch)

Der chinesische Auftragshersteller HEG Electronics soll wissentlich Minderjährige beschäftigen. Das berichtet die US-Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch. In zwei Fabriken arbeiteten laut einem Bericht (PDF), der am 7. August 2012 veröffentlicht wurde, Menschen unter 16, darunter auch ein Mädchen ohne Ausweis, das erklärte, 14 Jahre alt zu sein. Das Unternehmen ist hauptsächlich für Samsung Electronics, aber auch für Motorola und LG Electronics tätig. Für Samsung werden Mobiltelefone montiert.

In der Zeit von Juni bis Juli 2012 schickte China Labor Watch als Arbeiter getarnte Ermittler in die zwei Fabriken von HEG Electronics in Huizhou in der südchinesischen Provinz Guangdong. China Labor Watch schätzt, dass von den über 2.000 Arbeitern von HEG Electronics 50 bis 100 minderjährig sind. Sie verrichteten die gleiche Arbeit wie ihre erwachsenen Kollegen, erhielten aber nur 70 Prozent des Lohns.

Laut China Labor Watch kannte das Unternehmen das Alter der Jugendlichen. Um vor Entdeckung zu schützen, wurden die Jugendlichen in abgelegenen Wohnheimen untergebracht. Die 14-Jährige sei schließlich entlassen worden, weil der Manager fürchtete, dass sie bei einer Inspektion entdeckt würde. Die Lehrer an der Hunan Yuandong Vocational and Technical School würden HEG Electronics Minderjährige vermitteln, wobei auch mit falschen Ausweisen gearbeitet werde, so China Labor Watch.

Überstunden sind bei HEG Electronics Pflicht. In den beiden Fabriken arbeiten die Beschäftigten laut China Labor Watch meist elf Stunden am Tag, an 26 bis 28 Tagen im Monat. Die Arbeiter bekommen ihre Verträge nicht ausgehändigt und werden beim geringsten Fehler entlassen. Am 29. Juni 2012 wurde der Organisation zufolge ein Arbeiter, der einen Fehler bei einem Qualitätstest machte, körperlich bestraft. Er durfte sich den ganzen Tag nicht hinsetzen, musste umgerechnet 47,60 US-Dollar zahlen und wurde schließlich entlassen. Der Grundlohn in der Fabrik lag im Mai 2010 bei 119 US-Dollar im Monat und damit unter dem Mindestlohn in Huizhou von 148,40 US-Dollar. Arbeiter würden bei Fehlern von Vorarbeitern auch angeschrien und geschlagen, so der Bericht.

Mitarbeiter von Intertek, der Auditing-Firma, die für Samsung die sozialen Standards in der Fabrik überprüfen sollte, hätten Bestechungsgelder angenommen und Berichte gefälscht, berichtete China Labor Watch.

Samsung erklärte der Nachrichtenagentur Bloomberg, die Arbeitsbedingungen bei HEG Electronics würden eingehend überprüft.

Nachtrag vom 10. August 2012, 16:11 Uhr

"Entgegen der Aussage im Bericht von China Labor Watch unterhält LG Electronics keinerlei Geschäftsbeziehungen zur Firma HEG Electronics (Huizhou) in China und hat diese auch nie unterhalten. Wir haben die Firma HEG aufgefordert, den Namen von LG von ihrer Website zu entfernen, zudem haben wir China Labor Watch darüber in Kenntnis gesetzt, dass die veröffentlichten Informationen unzutreffend sind", erklärte das Unternehmen Golem.de. Als erstes südkoreanisches Unternehmen, das dem UN Global Compact beigetreten sei, unterstütze LG nachdrücklich die Bestrebungen zur Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Diskriminierung in Bezug auf Beschäftigung und Beruf.

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Eheran 09. Aug 2012

Den Vogel hat diese ganze "Hysterie" aber mit den stehenden Lagerarbeitern neulich...

goldzahn 09. Aug 2012

um mal conan o brien zum 5. Geburtstag des iPhones zu zitieren: "The iPhone has become 5...

Amüsierter Leser 08. Aug 2012

Derzeit ist Autofahren teuer. Aber es war auch schon teurer. Also kein Grund sich...

Cidfreak 08. Aug 2012

Zu sagen, dass Sie zwar die Standards erfüllen wollen, sie aber dann doch nicht erfüllen...



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