HEDT: Intel zeigt aus Versehen 34-Core Raptor-Lake-Prozessoren

Auf der Innovation hat Intel offenbar unfreiwillig den Nachfolger von Cascade-Lake präsentiert. Ein Wafer enthielt statt der Raptor-Lake-Desktop-Chips augenscheinlich Workstation-Prozessoren.

Artikel veröffentlicht am , Martin Böckmann
Ein Wafer von Intel mit Prozessoren
Ein Wafer von Intel mit Prozessoren (Bild: Intel)

Auf der Innovation 2022 hat Dr. Ian Cutress einen Wafer genauer angeschaut und dabei festgestellt, dass es sich nicht, wie ursprünglich gedacht, um 24-Core-Dies für die kommenden 13.-Generation-Intel-Core-Prozessoren handelt.

Zuerst stand die Vermutung im Raum, dass es sich gar nicht um Raptor-Lake handelt, da zu viele Kerne pro Prozessor zu sehen waren. Auch ließen sich keine E-Cores erkennen, obwohl Raptor-Lake eigentlich gleich 16 davon haben sollte. Es war jedoch schlussendlich kein Ice-Lake-Wafer, sondern tatsächlich Raptor-Lake. Offenbar ist jemandem ein Fehler unterlaufen und es wurde ein Wafer für das Event herausgegeben, dessen Inhalt noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Durch den offenbar aus Versehen präsentierten Wafer gibt es nun aber die Vermutung, dass eine neue HEDT-Linie von Intel auf den Markt gebracht wird. Seit der X299-Plattform gibt es bisher keinen Nachfolger. Mit 24-Kernen im Mainstream-Bereich ist selbst das Topmodell Core-i9-10980XE in der puren Rechenleistung mittlerweile überholt. Die Cores auf dem Wafer sind allem Anschein nach Raptor-Cove, kommen also mit der verbesserten Sprungvorhersage sowie dem größeren L2-Cache daher, welche auch im diesen Monat erscheinenden Desktop-Line-up enthalten sind.

Intel braucht eine neue HEDT-Plattform

Aus Intel-nahen Kreisen haben wir erfahren, dass Intel auch für High-Performance-Aufgaben weiterhin einen Bedarf für sehr leistungsfähige Chips direkt beim Kunden sieht. Beispielsweise ist ein Umzug in die Cloud für Grafik, Video und CAD-Aufgaben schon allein deshalb schwierig, weil ständig immense Datenmengen übertragen werden müssen. Dass eine neue Plattform angeboten werden wird, ist also ohnehin sehr wahrscheinlich.

Der Wafer auf der Innovation war ein weitgehend fertig produzierter Wafer. Daraus lässt sich ableiten, dass mindestens eine Vorserienproduktion dieser Prozessoren stattfindet. Für PR-Veranstaltungen sowie als Geschenke für leitende Mitarbeiter ist es durchaus üblich, einen Wafer direkt aus der laufenden Produktion zu nehmen.

Intel hat in diese Richtung bislang keine konkreten Produkte angekündigt. Offenbar handelte es sich tatsächlich um ein Versehen, statt der Desktop-Chips mit 24-Kernen (8P-16E) einen Wafer mit deutlich mehr Kernen zu zeigen. Wann und in welcher Form wir fertige Produkte dazu sehen werden, ist unklar. Fertig produzierte Wafer lassen aber darauf schließen, das es zumindest nicht mehr Jahre dauern wird.

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