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Hector 9000 nachgebaut: Der automatische Cocktail-Mixer aus dem 3D-Drucker

Er war der heimliche Star des Chaos Communication Congress in Leipzig. Der selbstgebaute Cocktail-Mixer Hector 9000 serviert Mixgetränke auf Tastendruck. Doch der Nachbau mit dem 3D-Drucker hat seine Tücken.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Der Hector 9000 mixte fleißig auf dem 35C3 in Leipzig.
Der Hector 9000 mixte fleißig auf dem 35C3 in Leipzig. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Wer auf dem jüngsten Chaos Communication Congress zum Vortrag in den Saal Borg wollte, kam an einer bunt leuchtenden, ziemlich spacig aussehenden Maschine kaum vorbei. "Hector 9000" war stilecht im Lazenby-Computer-Font auf dem Alublech zu lesen. "Open Source Hardware" stand über einer sehr altmodisch aussehenden Klingel. Das machte viele Besucher des Hackertreffens neugierig. Was kann diese schicke Kiste mit den vielen Schläuchen und Flaschen wohl? Und warum heißt sie eigentlich Hector?

Inhalt:
  1. Hector 9000 nachgebaut: Der automatische Cocktail-Mixer aus dem 3D-Drucker
  2. Einfache Drucker bereiten Probleme

Die Kombination von Minicomputern wie dem Raspberry Pi und erschwinglichen 3D-Druckern eröffnet Bastlern ganz neue Möglichkeiten. Zudem lassen sich viele elektronische Bauteile, Motoren und Sensoren günstig im Internet bestellen. "Was könnte man damit eigentlich bauen?", fragte sich der Produktingenieur Stefan alias Cadmium, als er bei Amazon auf eine billige Wägezelle für ein Arduino-Board stieß. Aus der Idee, damit Füllstände von Flüssigkeiten zu messen, entwickelte er zusammen mit dem Chaostreff Recklinghausen (C3RE) am Ende den vollautomatischen Cocktail-Mixer. Doch lässt sich dieser coole Party-Spaß tatsächlich so leicht nachbauen, wenn die Bauteile Open Source sind?

Günstiger als Peristaltikpumpen

Für das heimische Bastelprojekt spricht zunächst der niedrige Preis. Denn das Konzept ist recht simpel und kommt ohne teure Geräte wie Peristaltikpumpen aus. Solche Schlauchpumpen, wie sie beispielsweise in der Medizin verwendet werden, sind recht teuer. Da pro Flüssigkeit mindestens eine Pumpe benötigt wird, summieren sich die Ausgaben schnell auf mehrere Hundert Euro.

Ein solcher Cocktail- oder Barbot mixte auf dem 35C3 in Halle 2 ebenfalls Getränke. Allerdings lassen sich damit keine kohlendioxid-haltigen Getränke wie Tonic Water oder Mineralwasser befördern. Das alles soll mit Hector 9000 problemlos möglich sein.

Ein Plastikfinger für die Glocke

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Dazu verwendet der Mixer lediglich eine Membranpumpe aus der Aquaristik. Damit wird über Siliconschläuche Luft in die Flaschen mit den Cocktail-Zutaten gepumpt. Der leichte Überdruck fördert die Flüssigkeit über einen weiteren Schlauch zum Dosierkopf. Dann misst die Wägezelle, ob die erforderliche Dosierung erreicht wurde. Für das Ende des Mixvorgangs haben sich die Entwickler ein besonders Gimmick ausgedacht. Ein schwarzer Finger kommt aus der Rückwand gefahren und betätigt zwei Mal die Glocke.

Herzstück des Hector 9000 sind jedoch die Ventile. Diese öffnen und schließen die Schläuche von und zu den Flaschen. Dabei quetscht ein Nocken, der auf einem Servomotor sitzt, die Schläuche fest zusammen. Mit diesem Konzept kommen die Getränke nicht mit beweglichen Teilen wie Pumpen oder Durchflussmessern in Kontakt. Zudem kommen die einzelnen Zutaten nicht miteinander in Kontakt, was bei einem anderen Selbstbau-Barbot der Fall ist. Allerdings stellt die Herstellung der Ventile wohl die größte Herausforderung beim Nachbau des Hector 9000 dar.

200 Stunden am CAD-Programm konstruiert

Auf einer eigenen Website haben die Entwickler Cadmium, Kater und Marv die Bauanleitung für den Drucker und die erforderlichen Dateien bereitgestellt. Die Python-Scripte für die Steuerung des Barbots liegen auf Github. Alleine 27 Druckvorlagen im Stl-Format hat Cadmium für den Hector erstellt. Ungefähr 200 Stunden habe er dafür mit seinem CAD-Programm gebraucht, sagte er Golem.de. Wer kein Profi im Umgang mit solchen Programmen ist, dürfte deutlich mehr Zeit für die Konstruktion der Bauteile benötigen.

  • Der Cocktail-Mixer Hector 9000 war ein echter Hingucker auf dem 35C3 im Dezember 2018 in Leipzig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Chaostreff Recklinghausen (C3RE) hat die Bauteile als Open-Source-Hardware entwickelt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit einem Touchdisplay lassen sich verschiedene Cocktails mixen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine Glocke klingelt zweimal, wenn der Cocktail fertig gemixt ist. (Cadmium/C3RE)
  • 14 Servomotoren für Ventile und Antriebe braucht die Anlage.(Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Raspberry Pi 3 und ein Servoboard steuern die einzelnen Antriebe und die Pumpe. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine Aquaristik-Pumpe befördert die Cocktail-Zutaten in den Dosierarm. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Ventile sind das Herzstück der Anlage. (Cadmium/C3RE)
  • Zwei Schläuche müssen in die Getränkeflaschen eingeführt werden. (Cadmium/C3RE)
  • Unter der Platte ist die Wägezelle eingebaut. (Cadmium/C3RE)
  • Der von Golem.de genutzte 3D-Drucker XYZPrinting Junior 2.0 Mix ist für den Nachbau nur bedingt geeignet. (Anna Benavente/Golem.de)
  • Problematisch sind starke Verformungen, weil das Druckbett nicht geheizt ist. (Martin Wolf/Golem.de)
  • Ärgerlich ist der regelmäßige Bruch des Tough-Filaments nach einer längeren Druckpause. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der Cocktail-Mixer Hector 9000 war ein echter Hingucker auf dem 35C3 im Dezember 2018 in Leipzig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Umso praktischer, dass man nun die Dateien nur noch in sein eigenes 3D-Programm laden und den Drucker starten muss. Doch dieselbe digitale Vorlage bedeutet bei 3D-Druckern noch lange nicht, dass am Ende dieselbe Hardware herauskommt. Gerade bei Bauteilen, die für wenig Toleranz konstruiert sind, kann es zu Problemen kommen. Beim Hector 9000 ist uns das vor allem bei den Ventilen aufgefallen.

Einfache Drucker bereiten Probleme 
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JaneDoe 28. Jan 2019

Also ich denke, da ist Golem im normalen Mittelfeld. Ich meine bei der direkten...

1ras 25. Jan 2019

Wer hätte gedacht, was aus einem augenzwinkernden Hinweis nicht alles werden kann...

flow77 24. Jan 2019

Ich habe selbst einen mechanischen Siebträger zu Hause, aber vom Prinzip her...

Haze95 24. Jan 2019

Ich habe für den Aufbau des Enders 3 knapp 30 Minuten gebaut. Ich war in den 30 Minuten...


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