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Einfache Drucker bereiten Probleme

Der von uns genutzte XYZPrinting Junior 2.0 Mix zum Neupreis von rund 400 bis 500 Euro druckte die Einzelteile leider nicht so genau, dass sie ohne Nachfeilen zusammengesetzt werden konnten. Auch passte der Servoantrieb nicht ohne Nachbearbeitung in die vorgesehene Aussparung. Beim Nachbearbeiten und Einpassen der Teile können schmale Stege schnell abbrechen. Ebenfalls aufwendig ist die Anpassung des Servoarms.

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"Unsere Servoarme wurden auf einer CNC-Fräse mit einem sehr scharfen Holzfräser bearbeitet", heißt es in der Anleitung (PDF). Mit Puksäge und Feile ist das deutlich schwieriger. Zumal "besondere Sorgfalt" für die Anpassung erforderlich sein soll, da sonst die Ventile nicht richtig schließen. Cadmium will daher noch einen Nocken konstruieren, der direkt auf das Servohorn aufgepresst wird.

Eine weitere Einschränkung: Die Entwickler empfehlen den Druck der beweglichen Ventilzungen mit dem Filament Iglidur I150, das laut Hersteller über "sehr gute tribologische Eigenschaften" verfügt. Doch ein Drucker von XYZPrinting akzeptiert ohne einen Hack des RFID-Chips nur die Herstellerprodukte.

Da der Junior 2.0 Mix außerdem kein beheiztes Druckbett besitzt, kommt es beim Druck des Ventilkörpers je nach Einstellung zu mehr oder weniger starken Verformungen durch den sogenannten Warp-Effekt. Ärgerlich war zudem, dass das Tough-Filament jeden Morgen neu eingefädelt werden musste, weil es über Nacht vor dem Einzug gebrochen war.

Aufwand lässt sich etwas reduzieren

Für solche Projekte sind daher etwas teurere 3D-Drucker kaum verzichtbar. Entwickler Cadmium machte nach eigenen Angaben gute Erfahrungen mit dem Prusa i3 Mk 2.5, dessen Nachfolgermodell 3.0 im Bausatz für 769 Euro erhältlich ist. Brauchbare Ergebnisse für den Hector 9000 dürften auch Kunstharzdrucker liefern, wie der von Golem.de getestete Nobel 1.0A von XYZprinting.

  • Der Cocktail-Mixer Hector 9000 war ein echter Hingucker auf dem 35C3 im Dezember 2018 in Leipzig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Chaostreff Recklinghausen (C3RE) hat die Bauteile als Open-Source-Hardware entwickelt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit einem Touchdisplay lassen sich verschiedene Cocktails mixen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine Glocke klingelt zweimal, wenn der Cocktail fertig gemixt ist. (Cadmium/C3RE)
  • 14 Servomotoren für Ventile und Antriebe braucht die Anlage.(Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Raspberry Pi 3 und ein Servoboard steuern die einzelnen Antriebe und die Pumpe. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine Aquaristik-Pumpe befördert die Cocktail-Zutaten in den Dosierarm. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Ventile sind das Herzstück der Anlage. (Cadmium/C3RE)
  • Zwei Schläuche müssen in die Getränkeflaschen eingeführt werden. (Cadmium/C3RE)
  • Unter der Platte ist die Wägezelle eingebaut. (Cadmium/C3RE)
  • Der von Golem.de genutzte 3D-Drucker XYZPrinting Junior 2.0 Mix ist für den Nachbau nur bedingt geeignet. (Anna Benavente/Golem.de)
  • Problematisch sind starke Verformungen, weil das Druckbett nicht geheizt ist. (Martin Wolf/Golem.de)
  • Ärgerlich ist der regelmäßige Bruch des Tough-Filaments nach einer längeren Druckpause. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der von Golem.de genutzte 3D-Drucker XYZPrinting Junior 2.0 Mix ist für den Nachbau nur bedingt geeignet. (Anna Benavente/Golem.de)

Doch selbst mit einem guten 3D-Drucker steckt hinter dem Aufbau eines solchen Mixers viel Arbeit. Es müssen alleine mehr als 80 Einzelteile ausgedruckt werden. Um den Aufwand etwas zu reduzieren, könnte beispielsweise auf Gimmicks wie den ausfahrbaren Dosierkopf mit LED-Blinklicht verzichtet werden. Verzichtbar ist zudem die teuerste Einzelkomponente des Hector 9000: das farbige Touchdisplay zur Auswahl der Cocktails. Hier würde auch eine einfache App reichen, wie wir sie beispielsweise für die Steuerung einer Bewässerungsanlage programmiert haben. Erforderlich sind lediglich einige Buttons auf der Startseite der App, die dann per SSH die erforderlichen Python-Scripte auf dem Raspberry Pi starten.

Die Glocke ist unverzichtbar

Unverzichtbar für den Hector ist allerdings die Glocke. Schließlich kann der frühere Drogenboss Hector Salamanca aus der US-Fernsehserie Breaking Bad, nach dem der Cocktail-Mixer benannt ist, nach einem Schlaganfall nur noch mit Hilfe einer solchen Klingel kommunizieren. Mit der Maschine könnte er sich sogar automatisch Cocktails mixen lassen, obwohl er in einem Rollstuhl sitzt.

Die reinen Komponenten wie Pumpen und Elektronik kosten laut Cadmium zwischen 200 und 250 Euro. "Bei dem Gehäuse kann man sich dann beliebig austoben", sagt der Entwickler. Seinen Angaben zufolge war der Alurahmen samt Transportbox noch einmal so teuer wie der gesamte Rest des Mixers. Allerdings sieht man beispielsweise den transparenten Ventilabdeckungen an, dass sie mit einer CNC-Maschine ausgeschnitten wurden.

Doch mit den bisherigen Komponenten ist der Hector 9000 längst noch nicht fertig. Es gibt Überlegungen für einen Eiswürfelbereiter, Limettenschneider oder einen Cocktailschirm-Spender. Die Bedienoberfläche soll von Kivy auf Qt umgestellt werden. Beim nächsten Chaos Communication Congress könnte die Schlange vor dem Hector 9000 daher noch ein bisschen länger werden.

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 Hector 9000 nachgebaut: Der automatische Cocktail-Mixer aus dem 3D-Drucker
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JaneDoe 28. Jan 2019

Also ich denke, da ist Golem im normalen Mittelfeld. Ich meine bei der direkten...

1ras 25. Jan 2019

Wer hätte gedacht, was aus einem augenzwinkernden Hinweis nicht alles werden kann...

flow77 24. Jan 2019

Ich habe selbst einen mechanischen Siebträger zu Hause, aber vom Prinzip her...

Haze95 24. Jan 2019

Ich habe für den Aufbau des Enders 3 knapp 30 Minuten gebaut. Ich war in den 30 Minuten...


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