Hearthstone & Co: Activision Blizzard und die 544 Millionen MAUs

Activision Blizzard erreicht nach eigenen Angaben mehr Menschen mit seinen Games als je zuvor. Das macht das Unternehmen nicht - wie bislang für Publisher üblich - an Verkaufszahlen, sondern an der Menge der Monthly Active User (MAU) fest. Rund 544 Millionen MAU haben in den ersten drei Monaten 2016 mindestens einmal im Monat ein Spiel des Konzerns gespielt.

Besonders stark ist die Anzahl der Spieler von Blizzard-Titeln wie Hearthstone und World of Warcraft im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, nämlich um 23 Prozent auf 26 Millionen MAU. Activision-Titel wie Call of Duty: Black Ops 3 und Destiny haben um 10 Prozent auf 55 Millionen MAU zugelegt. Der frisch übernommene Mobilegames-Anbieter King konnte mit seinen Angeboten wie Candy Crush Saga immerhin um drei Prozent auf 463 Millionen MAU wachsen.
Mit diesen Zahlen will Activision Blizzard Investoren und Analysten offenbar eine andere Story als in den vergangenen Jahren verkaufen. Die Firma positioniert sich zunehmend als Anbieter von Diensten, den sogenannten Games as a Service. Außerdem rückt die Vermarktung von online übertragenen, mit Werbung vermarktbaren TV-Sendungen in den Mittelpunkt.
Dazu passt, dass Zuschauer in den vergangenen zwölf Monaten rund 42 Milliarden Stunden an Streaming-TV-Material des Konzerns angeschaut haben - was nach Angaben von Activision Blizzard auf Augenhöhe mit Netflix und Facebook sowie allen wichtigen US-Sportligen zusammen ist.
Im Gespräch mit Analysten habe Vorstandschef Bobby Kotick nach der Bekanntgabe von Geschäftszahlen wohl auch deshalb vor allem über die seiner Meinung nach glänzenden Aussichten von E-Sport gesprochen, berichtete Gamasutra.com(öffnet im neuen Fenster) . Erst im Januar 2016 hatte Activision Blizzard die Übernahme des E-Sport-Veranstalters Major League Gaming (MLG) bekanntgegeben.

Im aktuellen Geschäftsjahr hat Activision Blizzard bessere Geschäftszahlen als erwartet vorgelegt. Der Umsatz lag bei 1,46 Milliarden US-Dollar - in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 waren es noch 1,28 Milliarden US-Dollar gewesen. Der Nettogewinn ist allerdings von 394 auf 336 Millionen US-Dollar zurückgegangen. Die Prognose für die kommenden Monate hat der Konzern angehoben.



