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Headhunterin: US-Führungskräfte sind offen, nach Europa zu gehen

Die politische Atmosphäre in den USA lässt Topmanager das Land Richtung Europa verlassen. Am Samstag protestierten Millionen Menschen gegen Donald Trump.
/ Achim Sawall
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Erneute Massenproteste gegen die Trump-Regierung (Bild: Mario Tama/Getty Images)
Erneute Massenproteste gegen die Trump-Regierung Bild: Mario Tama/Getty Images

US-Topmanager bemühten sich verstärkt um Jobs in Europa, weil sie sich unter Präsident Donald Trump nicht mehr wohlfühlten. Einen solchen Trend erkennt Elke Hofmann, Deutschlandchefin der Personalberatung Egon Zehnder. "In letzter Zeit sehen wir häufiger: Amerikanische Führungskräfte sind offen, nach Europa zu gehen", sagte Hofmann im Gespräch mit dem Spiegel (Paywall)(öffnet im neuen Fenster).

Für die Personalberaterin habe das eine neue Qualität. Zuvor habe sie sich in Rücksprache mit den Kunden oft gar nicht erst die Mühe gemacht, jemanden in den USA anzurufen, wenn eine Position in Deutschland zu besetzen gewesen sei. "Schon wegen der Gehaltsunterschiede war das oft nicht darstellbar", erläuterte Hofmann.

Sie zeige ein bedingtes Verständnis dafür, dass Unternehmen in den USA auf Druck von US-Präsident Donald Trump ihre Programme für Minderheiten und die Förderung von Frauen abschafften – darunter auch deutsche Konzerne wie SAP und Siemens Energy. "Ich will das nicht entschuldigen", sagte die Personalberaterin, "aber viele Unternehmen haben keine andere Wahl, wenn sie weiter in den USA tätig sein wollen. Es ist schade, dass es so weit gekommen ist." Laut den Organisatoren der Proteste in den USA gegen die Trump-Regierung unter dem Motto "No Kings" gingen am 18. Oktober 2025 fast sieben Millionen Menschen in mehr als 2.700 Städten und Ortschaften in den USA auf die Straße.

Kulturelle Vielfalt muss gelebte Praxis sein

Es komme nicht so sehr darauf an, kulturelle Vielfalt in internen Regeln oder Quoten zu etablieren, "sie muss Alltag sein", sagte Hofmann. "Niemand ist von der Überzeugung abgerückt, dass diverse Teams in Unternehmen erfolgreichere Entscheidungen treffen."

Die Aussage von Meta-Chef Mark Zuckerberg, er wünsche sich wieder mehr maskuline Energie in Unternehmen und Gesellschaft, habe sie zum Schmunzeln gebracht. "Wenn er meint, dass es weibliche oder männliche Führungsattribute gibt, dann muss ich widersprechen", sagte Hofmann. "Es gibt Frauen, die sehr hart sein können, das beste Beispiel war Margaret Thatcher. Ebenso gibt es weiche Männer, Mahatma Gandhi hat mit sehr viel emotionaler Intelligenz geführt. Das sind unterschiedliche Profile, beide sind bei Frauen und bei Männern zu finden."


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